Archiv des Autors: Gerhard Pierer

12. Tag Samstag, 06. Juni 2015 Strassen nach Niederdorf (Villa bassa) / Italien

Das gestrige Gewitter hat sich verzogen und blauer Himmel mit etwas verminderter Temperatur erwartet  mich. Ich bin schon um 7.45 Uhr aus dem  Haus gekommen, nachdem ich von Frau Wilhelminer, der Hausfrau, mit allem versorgt wurde. Sie lebt auf, wenn Jakobswegpilger kommen.

image

Auf dem Gegenhang zeigt sich das Dorf wie in einem Klischeefilm.

image

Die Burg Hainfels gibt der Gemeinde ihren Namen.

image

Vor Bausünden ist man nirgends gefeit.

image

In Arnbach steht wieder eine kleine, interessante Kirche.

image

Am Altar sind noch alte Reliquientafeln zu finden. Ich kann nicht herausfinden, von welchem Heiligen sie stammen sollen.

image

Eine Nixe aus Metall, zwei Ritter, die zu einer Attraktion einladen und der „Stein des Lebens“, dem ein Drache entspringt, säumen den Weg.

image

image

image

image

Die Drau hat sich zu einem frischen Gebirgsbach reduziert.

image

Manche Weiden tragen interessante Gespinste, die manchmal nur Astspitzen, manchmal den ganzen Stamm betreffen. Diese Gespinste sind so stark, dass nicht einmal Vögel zu den eingeschlossenen Puppen vordringen können. Man hat daraus früher eine Art Papier hergestellt.

image

image

Bei Erlach / Winnebach überschreite ich die Grenze nach Italien. Daran erinnert nur die Tafel der Region  Südtirol / Alto Adige

image

Die Dolomitengipfel zeigen sich zeitweilig in Nebel verhüllt. Sie sind heute meine ständigen Begleiter.

image

image

image

Ein Erlenbruch und schöne Blumen verleiten zum Verweilen.

image

image

image

Dann taucht Innichen oder S.  Candido auf.

image

Das Zentrum ist voller Leben und geschäftigem Treiben.

image

Die romanische Stiftskirche ist weitgehend wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und von späteren Umbauten befreit worden.

image

image

image

image

image

image

image

Unweit davon steht die Pfarrkirche St. Michael, die nach einem Brand 1735 in hochbarockem Stil neu errichtet wurde.

image

image

image

 

image

Ich nehme nun einen Weg abseits vom Pustertaler Radweg und komme beim Ursprung der Drau vorbei. Hier verläuft auch eine europäische Wasserscheide.

image

image

image

Nach Toblach komme ich beim Feriendomizil von Gustav Mahler vorbei, der hier eine seiner Symphonien geschrieben hat.

image

Nun ist die letzte Strecke nach Niederdorf nur mehr eine kleine Draufgabe.

image

image

Niederdorf wird von der riesigen Pfarrkirche dominiert. Ein Gewitter ist im Anzug und ich versuche noch rasch ein paar Eindrücke zu erhaschen, bevor der Regen niederprasselt.

image

image

image

image

image

image

image

Ein schöner Abschluss des heutigen Tages.

Tagesstrecke: 29,6
Bergauf: 740 m
Bergab: 695 m

11. Tag Freitag, 05. Juni 2015 Amlach nach Strassen

Nach einer lauen Nacht verabschiedet sich der Mond hinter den Bergen.

image

Es verspricht wieder sehr heiß zu werden, und die Nebelschwaden um die zerklüfteten Dolomitengipfel werden nicht lange halten.

image

An alten Bauernhöfen vorbei führt der Weg auf der Sonnseite bis zur Lienzer Klause.

image

An dieser strategischen Engstelle wurde eine umfassende Verteidigungsanlage errichtet, die gerade renoviert wird.

image

image

image

image

image

Auch die alte Römerstraße führte hier vorbei.

image

Später in Strassen gibt es einen originalen Meilenstein aus dieser Zeit.

image

Nicht nur die Temperaturen erinnern an Spanien, auch die Bachüberquerungen zeigen Parallelen.

image

Wegen der großen Hitze wähle ich nicht die neue Jakobsweg – Route, die hoch über dem Drautal auf der Sonnseite führt, sondern die „Lindenthal – Trasse“ auf dem Drautal-Radweg. Denn es geht nie steil bergauf oder bergab, außerdem liegt der Weg großteils im Schatten.

image

Auch der Asphalt ist da nicht so schlimm.

image

Die Drau wird zusehends schmäler.

image

Da bekommt man Lust auf Forelle!

image

Auch Blüten und Pflanzen dürfen heute nicht fehlen.

image

image

image

image

image

image

Die Suche nach einem Gasthaus bringt mich an der Volksschule von Abfaltersbach aus den 1960ern vorbei.

image

Die Fresken haben eine Vergrößerung verdient.
… und über allem schwebt der pädagogische (?) Engel und der Teufel wird mit dem Rechen abgewehrt.
Comenius Orbis Pictus schau oba!

image

Schon früh erreiche ich Strassen und finde rasch eine Pension.
Nach einer Dusche und einem Mittagsschläfchen erkunde ich den Ort, der eine Ansammlung von Häusern um die Filialkirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ ist.

image

image

image

Auch der Jakob darf nicht fehlen.

image

Der Straßerwirt ist der Nobelwirt in der Umgebung.

image

Die Jakobskirche, das Kleinod des Ortes, steht hoch über dem Dorf.

image

image

Die Apsis ist mit Fresken geschmückt.

image

Unter den Aposteln ist auch der Hl. Jakob zu finden.

image

Auch ein Seitenaltar ist dem Ortspatron gewidmet.

image

Während des Abendessens geht ein leichtes Gewitter nieder und bringt angenehme Abkühlung.

Tagesstrecke inkl. Jakobskirche : 30,2 km
Bergauf: 1033 m
Bergab: 651 m

10. Tag Donnerstag, 04. Mai 2015 Oberdrauburg nach Amlach

Der Tag versprach ursprünglich warm zu werden, stattdessen ist es stark bewölkt und leicht windig.  Mir soll es für’s Wandern recht  sein.

image

Nach ein paar Kilometern auf Asphalt gehe ich über Schotterstraßen durch die Drauauen. Dieses Gebiet ist unter Schutz gestellt worden.

image

Über eine ganz moderne Fußgänger- und Radfahrerbrücke mit einer modernen Skulptur wechsle ich die Flussseite und das Bundesland von Kärnten nach Tirol.

image

image

Nach kurzer Zeit wechsle ich wieder das Ufer, um dem Asphalt des Radwegs zu entgehen und das Naturschutzgebiet zu erleben.

image

Mein nächstes Ziel ist der kleine Ort Lavant, bzw. das über dem Ort liegende Kirchenensemble.

image

image

Der Weg zur Kirche ist als Kreuzweg gestaltet. In der Aufbahrungshalle, neben der ein Museum untergebracht ist, findet gerade der Fronleichnamsgottesdienst statt.

Der Hügel war schon lange vor den Römern von den Kelten als gesicherter Platz genutzt worden. Die Römer zogen die sichere Lage dem ungeschützten Arguntum bei Lienz vor und hinterließen einige Baureste.

image

Beachtenswert ist, dass nicht nur der Boden, sondern auch die Wand mit einer Luftheizung gegen die Feuchtigkeit geschützt war.

image

Auch eine frühchristliche Bischofskirche aus dem 5. Jhdt. wurde hier ausgegraben.

image

image

Nachdem die alte Kirche durch einen Felssturz zerstört worden war,  wurde eine an einer anderen Stelle zwischen 750 und 1050 neu errichtet, ab 1500 im gotischen Stil vergrößert, jedoch 1770 im Stil des Barock großzügig umgebaut. Sie ist dem Hl. Ulrich geweiht und ist eine Marienwallfahrtskirche.

image

image

Ein wenig oberhalb, fast schon auf der Spitze des Hügels, steht die gotische Kirche Peter und Paul.

image

image

image

In der Außenmauer sind einige Bausteine aus römischen Beständen recycled geworden.

image

image

image

Die strategische Lage wird durch die steilen Abhänge um den Hügel bestimmt.

image

Ein kleiner Wasserfall zeigt, wie steil es hier hinunter oder hinauf geht.

image

Ich nehme einen kleinen Weg und komme zum „Dorfblick“.

image

image

Dort treffe ich ein nettes Wandererpaar, das ich auf der weiteren Strecke begleiten darf. Die beiden führen mich zuerst bergwärts zum Kreithof auf über 1000 m und dann über eine bequeme Rodelstraße zum Tristacher See, einem Badesee für die Lienzer.

image

image

Auch die Walderdbeeren werden schon reif, und die Akelei gibt heute in Weiß.

image

image

Dann geht’s runter zum Talboden, wo ein paar Buben aus einem Teich Krebse fangen, um sie umzuquartieren.

image

Ich muss mich von meinen netten Begleitern verabschieden und gehe nach Amlach weiter, wo ich in einem Bauernhof Quartier finde.
Tagesstrecke: ca. 23 km
Bergauf: 672 m
Bergab: 610 m

9. Tag Mittwoch, 03. Juni 2015 Steinfeld nach Oberdrauburg

Üblicherweise erlebt man am Morgen einen schönen Sonnenaufgang, ich konnte einen eindrucksvollen Monduntergang mitverfolgen.

image

Von Steinfeld verläuft der Weg einige Meter über dem Talboden entlang der Nordwand.

image

Zwischendurch kommen von oben Bäche in kleinen Kaskaden herunter.

image

Die Ausblicke über das Tal in Richtung Süden.

image

image

An den Hängen reiht sich Kirche an Kirche, alle noch von Friedhöfen umgeben wie hier in Radlach.

image

Die Bauernhöfe wirken sehr gepflegt und die alte Architektur wird noch respektiert.

image

image

Ein riesiger Rosenbusch mit alten, kleinen Rosen steht neben dem Hof.

image

In Greifenburg steht das Stadtsymbol an der Hauptstraße.

image

Die alten Bürgerhäuser bestimmen das Ortsbild, der Verkehr lässt aber ein angenehmes Verweilen auf den Straßen nicht zu.

image

image

Mitten in der Wiese steht die Wallfahrtskirche des Hl. Athanasius. Leider ist kein Schlüssel aufzutreiben. Die Außenwände werden gleich von zwei Bildern des Hl.  Christophorus geschmückt. Einer hat sogar Tattoos.

image

image

Auch in Berg im Drautal steht die Kirche auf einer Anhöhe. Die letzten Schritte führen über eine steile Treppe. Gott sei Dank muss ich sie ja nicht auf den Knien überwinden, wie es bei der Scala santa in Rom üblich ist.

image

image

Bei dieser Kirche haben noch zahlreiche romanische Elemente die Jahrhunderte überlebt.

image

image

Im Inneren überwiegen Gotik und Barock.

image

Die Dreifaltigkeit: Männergespräch mit Taube.

image

Auch das alte Beinhaus, der Karner, fügt sich in das Gesamtbild.

image

Der Ausblick von der Kirchhofmauer ist grandios.

image

Auch heute finde ich wieder interessante Blütenpflanzen am Wegrand. Leider kenne ich sie nicht alle.
Gelber Fingerhut

image

Waldvöglein?

image

image

Akelei

image

Orchidee (abgeblüht)

image

Blüte an einer Ranke

image

Maiglöckchen (auch wenn schon Juni ist)

image

Das Schloss  Stein, eigentlich eine richtige Burg, und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude stehen etwa 200m über  der Drau. Die gehören der Familie Orsini-Rosenberg, einem alten Adelsgeschlecht aus der Steiermark.

image

image

image

image

Über den Kreuzweg kann man steil runter oder rauf.

image

Ich bin froh, dass Oberdrauburg in Sicht kommt.

image

Seine geographische Lage und der politische Einfluss ließen die Stadt zu einem wichtigen Handelsort werden.

image

image

image

Hier in Oberdrauburg beende ich meine heutige Wanderung.

Tagesstrecke: 27,63 km
Bergauf: 783 m
Bergab: 774 m

8. Tag Dienstag, 02. Juni 2015 Lendorf nach Steinfeld

Heute ist schon  der achte Tag, an dem ich dem Flusslauf der Drau folge. Gleich führt die Straße bei Rosenheim über die Drau. Dort endet in Fließrichtung ein Hochwasserschutzprojekt mit einer Ausweitung des Flusslaufes.

image

image

image

Auch an die Flößerei und an Draunixen wird erinnert.

image

Diese Bachüberquerung erinnert  an Galicien.

image

Die Berge der Reißeck-Gruppe leuchten  herunter.

image

Die erste Orchidee,  das Gefleckte Knabenkraut, ist gerade im Aufblühen.

image

Bis Sachsenburg, einem früher bedeutenden Handels- und Berwerksort, gehe ich einen der bisher schönsten Abschnitte entlang der Drau.
Die Häuser auf dem Hauptplatz zeugen noch von ehemaligem Glanz.

image

Auch die Kirche repräsentiert diese Zeiten.

image

image

Die Wappen bilden kunstvoll die Schlusssteine im Rippengewölbe.

image

image

Die eiserne Brücke leitet die alte Straße über die Drau.

image

Viele Blumen zieren den Straßenrand.

image

image

image

image

image

image

image

image

Heute ist es erstmals richtig  heiß. Der Drautal-Radweg ist durchgehend asphaltiert. Des Radfahrers Freud, des Wanderers Leid.

image

image

In Lind mache ich meine Mittagspause. Heute sind schon recht viele Radfahrer unterwegs, manche einzeln, andere paarweise. Es gibt aber auch Gruppen mit fünfzig und mehr Pedalrittern. E-Bike fahren ist bequem und attraktiv.

Zur Kirche geht’s noch ein bisschen den Hügel hinauf.

image

Dafür wird man von einem weiten, gotischen Gewölbe überrascht.

image

An der Außenfassade wird die Geschichte  vom Sündenfall dargestellt.

image

In der kleinen Filialkirche von Gerlamoos hat Thomas von Villach, ein bekannter Fresken-Maler des 15. Jhdts. ein eindrucksvolles Werk hinterlassen.

image

Religiöse Comics für einfache Menschen.

image

image

image

image

Den Schlüssel für die Kirche kann man sich im Dorf abholen.

Den heutigen Tag lasse ich in Steinfeld bei einem „Pilgermenü“ ausklingen.

image

Tagesstrecke: 25,2 km
Bergauf:   600 mBergab:    540 m

7. Tag Montag, 01. Juni 2015 Insberg nach Lendorf

Der Morgen beginnt mit einem grandiosen Ausblick auf das Drautal. Nach einem herzhaften Frühstück mit Kärntner Reindling zum Abschluss gehe ich die letzten Meter auf den Insberg mit 909 m.

image

Kurz darauf der erste Blick auf die Hohen Tauern.

image

Auch der Millstättersee spiegelt vom Tal herauf.

image

Der Egelsee ist ein gefährdetes Naturjuwel mitten im Wald.

image

Der Moorsee droht durch ein geändertes Nährstoffangebot und neue Pflanzen zu verlanden. Enten, die von Menschen angeführt wurden, tragen auch dazu bei.

image

Der Sonnentau, ein Spezialist für das Nährstoffangebot der Umgebung, ist bereits im Austerben. Das Wollgras zeigt schon die zarten Samenstände.

image

Da ist Pilgern ein Vergnügen.

image

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen überraschen. Eine kleine Jakobsweg – Markierung mitten im Wald.
image

Ich überquere die Lieser und komme ins Zentrum von Spital an der Drau.

image

Im Zentrum der Stadt steht das Schloss Porcia, eines der schönsten Renaissancegebäude.

image

image

Vor dem Schloss steht der alte Pranger mit dem Schwert als Zeichen der Blutgerichtsbarkeit.

image

Im überdachten Schlosshof finden im Sommer Theateraufführungen statt.

image

Der Hauptplatz ist recht laut, geht doch die Bundesstraße durch die Stadt.

image

Meine nächste Station ist St.  Peter im Holz. Dort befand sich einst die wichtige Römersiedlung Teurnia, heute eine Ausgrabungsstätte. Leider heute Ruhetag.

image

Hier fand man eine frühchristliche Bischofskirche (um 400), eine Befestigungsmauer steht heute noch.

image

Auch die heutige Kirche kann auf eine lange Geschichte zurück blicken. Die alten Fresken geben davon Zeugnis.

image

image

Jüngstes Gericht

image

Fresken im Eingangsbereich

image

Pieta

image

image

Altes Türschloss

image

Über eine wahre Himmelsleiter geht es hinunter nach Lendorf.

image

Heute treffe ich noch meinen Cousin Sepp, der nicht weit von hier wohnt.

Tagesstrecke: 23,94 km
Bergauf: 567 m
Bergab: 874 m

6. Tag Sonntag, 31. Mai 2015 Villach nach Insberg

In der Nacht hat es heftig geregnet, und da ich schon um 7.15 Uhr losmarschiere, hängen noch dichte Wolken über der Drau.

image

Ich treffe vier Radfahrer aus Tschechien, die am Fluss campiert haben und ihre nassen Zelte versorgen. Kurz  darauf überholen sie mich. (Nach einer weiteren halben Stunde haben sie einen schweren Reifenschaden.)

Direkt am Wegrand entdecke ich ein kleines  Vogeljunges, das offensichtlich durch den Regen und den Wind sein Nest verlassen hat. Ich kann noch nicht erkennen, welche Art es ist. Obwohl es so schutzlos aussieht, warten sicher die Vogeleltern, bis ich weiter gehe, damit sie es füttern können.

image

Der Holunder steht in voller Blüte und verströmt seinen süßen Duft. Weh dem, der dagegen allergisch ist.

image

Das Drautal wird eng und der Fluss muss sich den Platz mit zwei Straßen, einer Eisenbahn und dem Pilgerweg teilen. Darüber führt noch die Autobahn.

image

Immer wieder wird der Fluss  durch Stauwerke für Kraftwerke rückgestaut. Daneben fließt das Wasser der Bäche durch Vorfluter.

image

Den Fischen werden Aufstiegshilfen angeboten. Ob sie diese auch zum Abstieg zu nutzen wissen?

image

image

Zwischendurch darf der Fluss, wenn auch in reguliertem Bett, fließen.

image

In  Töplitsch erwartet einen ein „Stadttor“. Es hat keinerlei Bedeutung (auch nie gehabt). Wahrscheinlich wird es am Abend geschlossen, damit keiner ins Dorf kommt.

image

image

An die Jakobsweg – Pilger haben liebe Menschen vor Feistritz gedacht.

image

image

Die „Killerhühner“ greifen an.  Es war wirklich beeindruckend, wie hunderte Puten sich auf einmal, streng ausgerichtet und mit Gegluckse, mir näherten.

image

Nach Feistritz führt der Weg auf einer Gasleitungstrasse geradewegs einen Steilhang hinauf. Nach 140 Höhenmetern ging’s flacher weiter.

image

image

Jakel – Jockel – Jakob: Kärntner – Österreichische Lautverschiebung

image

In St.  Jakob gibt es eine nette kleine Kapelle des Namenspatrons.

image

Durch’s Schlüsselloch gespäht.

image

Jetzt steht die letzte Bergwertung des heutigen Tages an: von St. Jakob nach Insberg.  Belohnt wird man durch eine traumhafte Aussicht.

image

Zur Entstehung der drei Kreuze aus dem Barock gibt es eine Sage.

image

Tagesstrecke : 28,7 km
Bergauf: 709 m
Bergab: 364 m

5. Tag Samstag, 30. Mai 2015 Mühlbach bis Villach

Wieder ein schöner Tag mit blauem Himmel und ein paar Wölkchen. Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet mache ich mich auf den Weg. (Anmerkung: der Südösterreichische Jakobsweg ist nichts für Jakobsweg – Puristen: keine Herbergen, nur Pensionen oder Hotels, kaum Verpflegungsmöglichkeiten, keine Möglichkeit für Selbstverpflegung, wenig offene Kirchen.  Dafür wird man von den Einheimischen (oder sagt man Eingeborenen?) angestrahlt, bewundert und für ein bisschen verrückt gehalten.

Wenigstens die Schafe sind wie in Spanien.

image

Der Blick über  das Drautal mit Fifty Shades of Green.

image

Auf der Karawanken – Autobahn geht’s direkt nach Slowenien und weiter auf den Balkan.

image

Mitten im Wald ist die Kirche St. Christoph am Hum.

image

image

Dem kleinen Christus behagt es offensichtlich  nicht sehr auf den Schultern seines Trägers.

image

Immer wieder tauchen neue Varianten der Wegmarkierung auf.

image

Auch die gelben Pfeile in verschiedenen Ausführungen braucht man nicht zu missen.

image

Ein Blick zurück ins Rosental

image

Der Faaker See hat erst 18° C und soll zu den wärmsten Seen zählen. Er ist ein Relikt aus der Eiszeit und eher flach. Jetzt ist es sehr ruhig und beschaulich, im September während der European Bike Week wird das sicher anders sein.

image

image

Maria Gail ist eine weitere Marienwallfahrtskirche der Umgebung.

image

image

Neben dem Hauptaltar fanden auch dieser Flügelaltar und die Fresken mein Interesse.

image

Kurz danach geht es über die Drau nach Villach.

image

Der „Großstadtwahn“ hat mich wieder.

image

Ich gehe auf geradem Weg auf das Zentrum zu und komme an der Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz,  einem schönen Barockbau, vorbei.

image

image

Und dann kommen mir auch wieder die Oldtimer entgegen: der ist einer der schönsten.
Jaguar XK 140 FHC Bj. 1954

image

Ziel des heutigen Tages ist die Hauptkirche von Villach, die Jakobskirche.

image

image

In den Gassen um die Kirche und zum Hauptplatz hin findet gerade ein mehrtägiger Alpe-Adria-Keramikmarkt statt. Es gäbe ja so viel Schönes zu kaufen.

image

Kleine Reminiszenz an Pamplona.

image

Ein Abstecher zur Drau und durch die Altstadt muss natürlich auch sein.

image

image

image

Mein Quartier habe ich heute (etwas pilgernäher) im Jugendgästehaus Villach im Stadtteil St. Martin aufgeschlagen. Kein Schlafsack, keine Gemeinschaftsduschen – Einzelzimmer mit fast allem Komfort.

Tagesstrecke: 24 km
Bergauf: 630 m
Bergab: 580 m

4. Tag Freitag, 29. Mai 2015 Ferlach nach Mühlbach im Rosental

Heute bin ich schon früh unterwegs. Der Himmel ist wieder  wolkenlos und in der Sonne ist es bereits so warm, dass ich mit dem Poloshirt das Auslangen finde.
Der Mittagskogel ist mein heutiger Leitberg.

image

Die Rosentalbahn wird heute nur mehr als Erlebnis- und Nostalgiebahn geführt. Daher ist das Begehen der Anlagen für Fotos kein Problem.

image

Die Pfarrkirche Hl. Zeno in Kappel an der Drau ist für eine Überraschung gut.

image

Auch kleine Zeugen von Schicksalsschlägen finden sich am Wegrand.

image

Die Landschaft ist vor allem  durch Wiesen und Felder geprägt. Alte Obstbäume sind Überreste der Vergangenheit.

image

St.  Johann mit seiner kleinen  Kirche.

image

In früherer Zeit wurde hier Lein oder Flachs angebaut. Zur Gewinnung der Fasern mussten die geernteten Pflanzen gedörrt werden.  Das geschah in der Brechlhütte unter Aufsicht einer erfahrenen Person.

image

Die Draukraftwerke-Gesellschaft hat für die „naturnahe“ Verbauung des Flusses in der Vergangenheit einige Negativpreise gewonnen. Heute gehört das Kraftwerk bei Freistritz der Verbundgesellschaft.

image

Die kleine Filialkirche St.  Oswald ist nur zu besonderen Gelegenheiten geöffnet.

image

image

Dann geht’s wieder weg vom Drauufer.

image

Überdachte Brücken führen über Bäche, die bei Hochwasser gefährlich werden können.

image

image

Maria Elend ist ein alter Wallfahrtsort. Die dreischiffige, gotische Kirche zeigt einige Kostbarkeiten.

image

Gotischer Altar der Villacher Schule  mit den vierzehn Nothelfern

image

Hauptaltar

image

Auch der Jakob darf nicht fehlen

image

Die letzte geplante Station des heutigen Tages hätte St.  Jakob im Rosental werden sollen.
Die Kirche St.  Jakob liegt weit sichtbar auf einem Hügel.

image

Über einen Treppenweg führt die letzte Bergwertung.

image

Dann stehe ich vor der geschlossenen Kirche.

image

Wieder habe ich Glück, dass die Kirche gerade gereinigt wird und eine nette Frau erzählt mir,  dass die Kirche in den 70ern des letzten Jahrhunderts abgebrannt ist und teilweise neu errichtet wurde. Aus anderen Kirchen hat man teilweise Einrichtung geholt.

image

Die Wände wurden vom Kärntner Slowenen Valentin Oman gestaltet.

image

Die Patronatsfigur des Hl.  Jakob konnte aus der alten Kirche gerettet werden und hat heute angesengt, verkehrt und beschädigt einen Ehrenplatz in der Kirche.

image

Eigentlich hätte meine Tagesreise hier zu Ende  sein sollen,  aber hier in St.  Jakob gibt’s kein Quartier!
Daher muss ich ein paar Kilometer anhängen und finde in Mühlbach einen schönen Gasthof.

Tagesstrecke: 28,8 km
Bergauf: 377 m
Bergab: 353 m

3. Tag Donnerstag, 28. Mai 2015 Abriach nach Ferlach

Ein strahlend blauer Morgen erwartet mich beim Start in Abriach hoch über dem Drautal. Über einen versteckten Waldweg bin ich im Nu auf dem Jakobsweg und muss nicht die Hauptstraße nehmen.
image
Ja, diesen Weg muss ich nehmen.
image
Schon bald bin ich beim Stausee angelangt, dem ich heute folgen werde.
image
Wer, so wie ich, glaubt, dass ein solcher Begleitweg immer schön eben dahin geht, irrt. Schon bald geht’s bergauf.
image
Dafür werde ich von geheimnisvollen Ruinen, Akeleien am Wegrand und bunten Wiesen voller Blüten belohnt.
image

image

image

image

Die kleine Ortschaft St. Margareten im Rosental lasse ich im wahrsten Sinne des Wortes links liegen (kein Kaufhaus, kein Gasthaus, kein Quartier, wie auf den ganzen 20 km des heutigen Tages!)
image
Dafür komme ich bei einem netten Bildstock vorbei.
image
„Då is ana einigfolln in an Dumpf, seither hoaßt’s do beim Plumpf “
(Hier ist einer in einen Tümpel gefallen, seither heißt es hier Plumpf“ aus dem Kärntnerischen transkribiert)

Der Ausblick auf das Drautal ist wunderbar.
image
Bald bin ich wieder auf Höhe des Stausees angekommen.
image
Die nächsten zehn Kilometer geht’s ebenso dem Damm entlang.
image

Ein altes Gehöft, noch aus Rundsteinen gemauert, soll nach Angaben eines alten Nachbarn schon über vierhundert Jahre alt sein.
image

In Glainach ist die Kirche nur offen, weil sie gereinigt wird. Ich nütze die Gelegenheit für eine Besichtigung.
image
Wozu eine Rechtschreibreform, Wann’s auch so jeder versteht!
image

Früher als geplant komme ich in meinem Tagesziel Ferlach an.
image

Ferlach, die Hauptstadt der Büchsenmacherei, hat im Schloss ein Museum, das nicht nur schöne alte und neue Jagdwaffen zeigt, sondern auch ihre Herstellung und das Leben der Handwerker dokumentiert.
image

image

Als Draufgabe gibt es heute noch das Karawanken-Classic für Oldtimer. Über siebzig Fahrzeuge vergangenen Zeiten sind bei dieser Rallye am Start.
MG TC Bj. 1945
image

Austro Tatra T 57 Bj. 1938
image

image

Stolz werden die Fahrzeuge präsentiert, die oft aus Sammlungen stammen.

Tagesstrecke: 21,2 km
Bergauf:  431 m
Bergab:    492 m