Gestern beim Abendessen habe ich noch Kathrin, eine Schweizerin mit Wurzeln in Kärnten getroffen. Sie ist auf dem Jakobsweg unterwegs. Wir haben uns kurz über den Weg ausgetauscht.
In der Nacht habe ich mich richtig gut erholen können und das ausgiebige Frühstück hat mich weiter aufgebaut.
Wenige Meter von der Herberge, nur durch eine Schnellstraße getrennt, steht das Hauptgebäude des IOC – International Olympic Committee.


Unweit davon ist das Stade Pierre de Coubertin, eine schöne Leichtathletik – Anlage, bei der Erinnerungen wach werden.

Gleich danach mache ich mit den Zeugnissen des Römischen Reiches in Lausanne Bekanntschaft. Im Jahr 15 v. Chr. gerieten die hier ansässigen Kelten unter römische Herrschaft. Es wurde der Marktflecken Lousonna (keltischer Name) gegründet. Die antike Stadt zählte nach kurzer Zeit über 1500 Einwohner. Vor der Stadt wurde ein Theater errichtet, während sich die wohlhabenden Stadtbewohner an den Flanken des Hügels niederließen (wie heute).

Die Basilika diente vor allem der Verwaltung der Siedlung.

Dann setze ich meinen Weg am See fort. Zwischendurch kommen sogar Wellen auf.

Das Wetter hält nicht was die Vorhersagen versprechen. Vom Westen zieht kurz ein Gewitter mit Donner auf. Das klingt am See gleich viel bedrohlicher. Einen kurzen, heftigen Regenguss überstehe ich trocken unter einem Vordach.

Noch zwei Mal werde ich mit Olympia konfrontiert: Am Ufer steht eine Skulptur mit der genauen Beginnzeit der nächsten Olympischen Spiele am 14. Juli 2028 in Los Angeles.

Das Zweite ist das Olympische Museum in bester Lage etwas über dem See.


Jetzt geht die Wanderung entlang des Sees richtig los und ich kann mich auf die nun gültige Markierung einstimmen.

Der Weg am See ist sehr vielgestaltig. Manchmal muss ich aufpassen, dass ich von der Gischt nicht überrascht werde oder dass ich vor der nächsten Welle den nächsten festen Punkt erreiche. Es ist aber nicht wirklich gefährlich. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass man nass wird.





In Lutry hole ich mit in der Stadtverwaltung meine Stempel. Dort steht im alten Schloss noch eine Kanone im Hof (sicher ist sicher).



Auch die alte, heute protestantische Kirche von Lutry ist sehenswert. Ihre Ursprünge liegen 11. Jhdt., das heutige Hauptschiff ist aus dem 13. Jhdt.




Auch der nächste Ort Villette hat ein interessantes Dorfkirchlein. Die reformierte Pfarrkirche Saint-Saturnin stammt in ihrer heutigen Gestalt aus dem 13. und 14. Jhdt. Im Chor sind Wandmalereien aus dem 14. und 15. Jhdt. erhalten.



Das ganze Ufer bis hoch zum letzten Fleckchen ist mit Wein bepflanzt. Die vorherrschende Weißweintraube ist der Chasselas oder Gutedel, eine der ältesten Traubensorten der Welt. Sie schmeckt hervorragend. Auch der Wein, den die Winzer hier produzieren, hat seinen Preis. Beim Rotwein ist hier der Malbec häufig. Seit tausend Jahren wird hier so Weinbau betrieben, nachdem Klosterbrüder die Rodung der Bewaldung der Hänge veranlasst hatten und Wein aussetzen ließen.






Mitten in den Weinbergen habe ich ein Jubiläum gefeiert. Ich habe in den letzten zwölf Jahren meiner Pilger- und Weitwanderaktivitäten den 11 000. Kilometer zurückgelegt. Ein Grund zum Feiern.

Jetzt beginnt mein Abstieg nach Vevey, einer geschäftigen Kleinstadt. Aber da ist noch was… Schon von der Ferne ist ein riesiger Baukomplex zu sehen, wenn man davor steht, findet man keinerlei Namen. Nur die Landkarte verrät, dass es sich um das Firmenzentrum des Nestlé – Konzerns handelt.


Ich übernachte heute in der Jugendherberge Montreux – Territet, die sich als die preiswerteste Möglichkeit herausgestellt hat. Heute bin ich mit der Bahn hingefahren und morgen geht’s wieder nach Vevey retour.


Zum Abendessen gibt’s Bratwurst mit Kartoffelpüree, Salat und Nachspeise. Danach noch ein lokales Bier


Jetzt genieße ich noch die Abendstimmung direkt am See.

Tagesstrecke: 25,5 km; ↑350 m; ↓350 m

































































































































































