Wie ich gestern bereits erwähnt habe, gibt es am Sonntag keine Busverbindung nach Cormicy. So lege ich einen „Ruhetag“ ein. Seit meinem letzten Besuch hier vor Jahrzehnten hat sich natürlich viel verändert. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir damals direkt vor der Kathedrale geparkt haben.
Ich möchte meinen heutigen Bericht auf drei Schwerpunkte beschränken: die Cathédrale Notre-Dame de Reims, die Basilique Saint-Remi de Reims und öffentliche Plätze und Straßen.
Die Stadt wurde bereits von den Kelten um 80 v. Chr. gegründet und wurde von den Römern im Gallischen Krieg erobert und nach den Römern Civitas Remorum genannt. (Caesar schau owa). Schon damals war sie Provinzhauptstadt.
Römische Porte de Mars aus dem 3. Jhdt
451 eroberten die Hunnen unter Attila die Stadt, zogen aber nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (nicht weit von Reims) wieder ab.
In der Kathedrale der Stadt wurde zwischen 497 und 499 Chlodwig I. durch Bischof Remigius getauft, was entscheidend für den Aufbau des Frankenreiches wurde. Viele Könige wurden hier gekrönt und auch hier bestattet.
Im 1. Weltkrieg wurden etwa 60 % der Stadt zerstört und danach im Art Déco – Stil erneuert.
Am Ende des 2. Weltkriegs hat hier am 7. Mai 1945 Generaloberst Alfred Jodl im damaligen Hauptquartier von General Dwight D. Eisenhower die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet.
In Reims fand 1962 das Versöhnungstreffen zwischen Präsident Charles de Gaulle und Konrad Adenauer statt.
Eine kurze Zusammenfassung einer umfangreichen Geschichte.
La Cathédrale Notre-Dame de Reims geht auf Vorgängerbauten aus dem 5. Jhdt zurück und wurde im Wesentlichen im 12. Jhdt. errichtet. Immer wieder wurden Teile der Kathedrale Opfer von Bränden und Zerstörung.
Cathédrale Notre-Dame de ReimsCathédrale Notre-Dame de ReimsCathédrale Notre-Dame de ReimsCathédrale Notre-Dame de ReimsCathédrale Notre-Dame de Reims – Fenster von Marc Chagall Cathédrale Notre-Dame de Reims – Fenster vom Deutschen Imi KnoebelCathédrale Notre-Dame de Reims – InnenfassadeCathédrale Notre-Dame de Reims
Eine zweite Kirche spielte in der Geschichte der Stadt auch eine große Rolle: die Abbayé Saint-Remi und die Abteikirche Basilika Saint-Remi (1049 geweiht)
Seit dem 7. Jahrhundert bildete sich am Grab des heiligen Remigius († 533), Bischof von Reims und Täufer des Königs Chlodwig, eine religiöse Gemeinschaft. Diese wurde von den Benediktinern übernommen.
Basilika Saint-RemiBasilika Saint-RemiBasilika Saint-RemiBasilika Saint-Remi – Schrein des Saint-RemiBasilika Saint-Remi – Schrein des Saint-RemiBasilika Saint-Remi
Das Rathaus, das Hôtel de Ville, ist ein eindrucksvoller Repräsentationsbau.
Reims – Hôtel de Ville
Zum Abschluss des heutigen Tages genehmige ich mir ein Bierchen in einem netten, urigen Lokal.
Pub d’Escale
Tagesstrecke: genügend viele km für einen Ruhetag.
In der Nacht dürfte es öfters geregnet haben, aber ich habe gut geschlafen. Pünktlich um 7 Uhr kommen die Hausleute mit dem Frühstück. Ich habe richtig Hunger. Daran merke ich, dass ich die letzten Tage ordentlich „gearbeitet“ habe.
Schon vor 8 Uhr bin ich wieder auf der Straße. Der heutige Tag ist sehr asphaltlastig. Das macht mir nicht wirklich viel aus, außer dass ich dann zu schnell werde.
Straße
Um 9 Uhr bin ich schon in Corbeny und stoße dort auf den ersten Weingarten. Hat die Champagne schon begonnen?
Weingarten
Doch auch ein Schwert in einem Felsen finde ich dort. Sollte das das Excalibur 2.0 sein, das König Arthur noch herausziehen sollte? Ich habe es nicht versucht.
Excalibur 2.0
Im „Zentrum“ angekommen, kehre gleich in der Bar ein. Dort erfahre ich von der Wirtin, dass im nächsten Ort kein Quartier frei ist, und im übernächsten im Haus Emmaus nur ein Bett zur Verfügung steht.
Das waren noch Zeiten, als Post, Telegraph, Telefon und Sparkasse unter einem Dach vereint waren. Was ist ein Telegraph? Haha…
Kommunikationszentrum
Ich warte, bis ein Zwischenregenguss beendet ist und marschiere in den Horizont.
Straße
Hinter dem Hügel liegt Juvincourt-et-Damary, ein weiters Dorf am Weg.
Juvincourt-et-Damary
Danach geht es auf Gras weiter, aber nur 2,5 km. Dann ist wieder Asphalt bis zum Ende dran. Felder gibt es ohne Ende.
Wiesenweg Gerstenfeld
In Berry-au-Bac gäbe es im Emmaus-Zentrum doch eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Emmaus-Gruppe setzt sich für Benachteiligte aller Art ein und wird von vielen Ehrenamtlichen getragen.
Es ist erst 11.30 Uhr. Was soll ich dort den ganzen Tag. Ich esse dort mit den Leuten. Das Essen schmeckt vorzüglich. Ich hinterlasse eine Spende und gehe weiter bis Cormicy.
Gleich nach Berry-au-Bac überquere ich zwei Arme der Aisne und dann den Canal Latéral á l’Aisne.
Aisne
Da werde ich auch Zeuge einer Schiffshebung in einer Schleuse. Links und rechts neben dem Schiff sind nur zentimeterbreite Zwischenräume.
Schleuse des Canal Latéral á l’AisneSchleuse des Canal Latéral á l’AisneSchleuse des Canal Latéral á l’Aisne.
In Cormicy nehme ich den Bus nach Reims, da es in der ganzen Umgebung keine freien Unterkünfte gibt. Nach einer Fahrt von etwa 40 Minuten komme ich hinter dem Bahnhof in Reims an und gehe gleich in mein Hotel, das Ardenn‘ Hotel. Das Haus ist klein, sauber und günstig.
Ardenn‘ Hotel Ardenn‘ Hotel
Dann begebe ich mich auf einen kurzen Erkundungspaziergang zur Kathedrale.
Cathédrale Notre-Dame de Reims
Morgen nehme ich mir einen „Ruhetag“, um Reims zu besichtigen. Am Montag werde ich mit dem Bus wieder nach Corveny fahren, um weiterzugehen. Am Sonntag gibt es keinen Bus.
Schließlich gehe ich noch Essen, diesmal libanesisch. Hmmm…
Salat aus Gemüse, Zwiebeln, Tomaten mit frischem FladenbrotLammkoteletts mit Pommes
Das Gebäude, in dem ich heute geschlafen habe, stammt aus dem 12. Jhdt., ein Dachbalken im obersten Geschoss ist mit 1775 datiert. Ein wahrlich historisches Haus.
Holzbalken
Das Frühstück ist wieder ausreichend und wird vom freundlichen und hilfsbereiten Chef persönlich serviert.
Ich gehe bei blauem Himmel nochmals die paar Meter zur Kathedrale um sie mir von außen und vor allem von der Seite nochmals anzusehen.
Cathédrale Notre-Dame de Laon
Die Fensteröffnungen sind noch viel kleiner und die Stützpfeiler nicht so ausgeprägt. Damals sind ja auch einige Bauwerke während des Baus zusammengestürzt. Auch die vier Türme aus der Frühgotik sind interessant.
Cathédrale Notre-Dame de LaonCathédrale Notre-Dame de Laon
Die Aussicht ist nicht so klar, die Luft noch feucht.
Laon – Aussicht nach Norden
Nun gehe ich durch die fast menschenleere Hauptstraße Richtung Westen, versorge mich mit etwas Proviant und genieße die Ruhe der erwachenden Stadt.
Laon – Rue Saint-Jean
Im Westen steht die zweite große Kirche, die Èglise Saint-Martin, die zur Abbaye Saint-Martin gehörte. Das Kloster wurde 1124 gegründet. Es ersetzte eine karolingische Klostergemeinschaft, die es mit dem klösterlichen Leben nicht so genau nahm. Deshalb holte der Bischof Ordensleute des von Norbert von Xanten neu gegründeten Prämonstratenser Ordens. 1810 wurde das Kloster aufgelöst und in ein Spital verwandelt.
Laon – Èglise Saint-Martin
Ich verlasse die Stadt durch die Porte de Soissons, eines der Stadttore der Befestigungsanlage der Stadt.
Porte de Soissons
Es geht steil den Berg hinab in die Vorstadt und gleich ins Grüne.
Wiesenweg
Aus der Entfernung zeigt sich die Kathedrale mit den vier Türmen noch einmal im Sonnenlicht.
Laon
Das Wetter ist heute sehr wechselhaft. Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich ständig ab. In Bruyères-et-Montbérault besuche ich eine Bar, um dem Regenschauer zu entgehen.
Ein Vorgängerbau der Église Notre-Dame de Bruyères-et-Montbérault wird schon 630 erwähnt, 1083 wird ein Neubau eingeweiht. Zwischendurch diente die Kirche als Pferdestall und Feldlazarett.
Église Notre-Dame de Bruyères-et-MontbéraultÉglise Notre-Dame de Bruyères-et-MontbéraultÉglise Notre-Dame de Bruyères-et-Montbérault
Unterwegs treffe ich ein Pilgerpaar aus Dunkerque, das nach Santiago unterwegs ist.
Im kleinen Dorf Martigny-Courpierre treffe ich auf das zweite Highlight des heutigen Tages. Im ersten Weltkrieg wurde die Dorfkirche völlig zerstört. Im Gegensatz zu anderen Orten, wo man das Alte wiederherzustellen versuchte, ging man hier ganz neue, mutige Wege.
Die Kirche wurde zwischen 1929 und 1932 nach den Plänen des Architekten Albert-Paul Müller erbaut. Im Art-déco-Stil mit romanischen Einflüssen ist sie in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt.
Die direkt auf die Zementwände gemalten Innengemälde der Kirche stammen von Eugène-Jean Chapleau; die Glasfenster wurden von Louis Barillet, Jacques Le Chevallier und Théodore-Gérard Hanssen geschaffen. Sie tauchen den Innenraum in ein Licht, das man von den großen Kathedralen gewöhnt ist.
L’église Saint-Martin de Martigny-CourpierreL’église Saint-Martin de Martigny-CourpierreL’église Saint-Martin de Martigny-CourpierreL’église Saint-Martin de Martigny-CourpierreL’église Saint-Martin de Martigny-Courpierre
Die Gestaltung der Turmkrone aus Beton ist bemerkenswert. Die Natur setzt ihre zusätzlichen Akzente.
L’église Saint-Martin de Martigny-Courpierre
Ich komme an einer Kette von kleinen Seen vorbei, die einerseits als Naturrefugien, andererseits als Erholungszentren genutzt werden.
Lac de l’AiletteLac de l’Ailette
Als wieder ein Regenguss einsetzt, gelingt es mir in einen Unterstand beim Tourismuszentrum zu flüchten und den Regen auszusitzen. Danach geht es über einen neuen Radweg weiter.
Radweg
Der führt direkt zu den Ruienen der Abbaye de Vauclair, dem dritten Höhepunkt des Tages.
Das Kloster wurde 1134 von Bernhard von Clairvaux gegründet und war ein Tochterkloster der Primarabtei Clairvaux. Es wuchs so rasch, dass es bereits im 12. Jhdt. erweitert werden musste. Der größte Teil der Gebäude blieb auch in der französischen Revolution intakt. Erst als nach starker Beschädigung im 1. Weltkrieg die Anlage als Materialquelle diente, erfolgte der Niedergang.
Abbaye de VauclairAbbaye de VauclairAbbaye de Vauclair
Dann komme ich ordentlich unter Druck. Ein neuer Regenguss ist vorhersehbar und das Quartier noch gut zwei Kilometer entfernt. Ich schaffe es, trocken in Bouconville-Vauclair anzukommen.
Escapade de VauclairEscapade de VauclairEscapade de Vauclair
Heute gibt es im Hotel kein Frühstück, aber einen Wasserkocher und Kaffee. Daher bin ich zeitunabhängig und gehe schon etwas früher aus dem Haus. Heute habe ich die längste Etappe dieses Abschnittes vor mir.
Um 7.15 Uhr breche ich auf um im nächsten (einzigen) Café nach etwas Süßem (Croissant) zu suchen. Leider Fehlanzeige.
Ich nehme Abschied von meinem gestrigen treuen Begleiter, dem Canal de Saint-Quentin, der hier gleich drei Schleusen hintereinander aufweist.
Canal de Saint-QuentinCanal de Saint-Quentin
Grund dafür ist auch, dass hier der Canal de la Sambre à l’Oise einmündet. Hier sehe ich zum ersten Mal einen Frachter in Verwendung.
Frachter auf dem Canal de la Sambre à l’Oise
Die Oise kommt dann nochmals als selbstständiger Fluss daher.
Oise
Ich kürze die Strecke auf ruhigen Straßen ab. Jede Abkürzung hat auch ihre Tücken. Beim geplanten Übergang von der Straße auf den Wanderweg gibt es nur eine hohe, bewachsene Böschung mit einem Graben und einem einfachen Zaun. Die Entscheidung für die Böschung oder 500 m Umweg fällt für die Böschung aus. Danach geht es durch den Durchlass. Bei der Aktion verliere ich beide Gummistöpsel auf den Stöcken.
Durchlass
Im nächsten Dorf bietet eine Tischtennisplatte die ideale Arbeitsfläche für die Reparatur der Stöcke. Die Ersatzteile sind im Rucksack immer im untersten Packsack und dort zu allerunterst. Da finden sich die beiden schwarzen Dinger.
Rucksackrevision
Heute geht es abwechslungsreich über Felder und durch Wälder.
Tief im Wald verborgen liegen die Ruinen der Benediktinerabtei Saint-Nicolas. Die wurde 1080 gründet und 1790 geschlossen.
Abbaye de Saint-Nicolas-aux-Bois
Hier setzt plötzlich heftiger Regen ein, das angesagte Gewitter ist da, nur durch den Wald nicht zu erkennen. Obwohl ich den vorbereiteten Regenschutz rasch angezogen habe, werde ich ganz schön nass. Das Wasser rinnt den Weg hinunter und es ist ganz schön glitschig.
WaldwegWegsperre
Schließlich scheint wieder die Sonne und der Schattenpilger begleitet mich wieder.
Schattenpilger
Von der Ferne sehe ich zum ersten Mal auf dem Hügel die Konturen von Laon. Bis dahin sind es noch mehr als zehn Kilometer.
Laon
Im Stadtteil Saint-Marcel, am Fuße der Altstadt angekommen, geht es noch drei Kilometer weiter.
Laon – Stadtteil Saint-Marcel
Dann kommt die finale Herausforderung: Nach fast 40 Kilometern Wanderung stehen 265 Stufen vor dem Pilger. Da heißt es nur: Augen zu und rauf!
265 Stufen
Da komme auch ich mit meinem Rucksack ganz schön ins Schnaufen und nehme mir ein paar Absetzer. Dafür sieht man von oben schön in die Landschaft und auf die nächste Regenfront.
Blick von Laon nach Nordwest
Jetzt stehe ich vor der Kathedrale Notre-Dame de Laon, eines der Hauptwerke der Gotik in Frankreich. Sie wurde in den Jahren 1155 bis 1235 gebaut und zählt zu den ersten Kirchenbauten, die in diesem Stil errichtet wurden.
Notre-Dame de LaonNotre-Dame de Laon – Hauptportal
Ich mache gleich einen Rundgang in der Kirche, da ich zurecht befürchte, dass sie bald geschlossen wird.
Notre-Dame de LaonNotre-Dame de Laon
Auch die Ausmaße sind für diese Zeit immens:
Länge: 110,50 m, Breite: 30,65 m, Gewölbehöhe des Langhauses: 24 m, Querschiffbreite: 22 m
Notre-Dame de LaonNotre-Dame de LaonNotre-Dame de Laon
Jetzt will ich eigentlich nur mehr in meine Unterkunft, die gleich um die Ecke liegt, das Hôtel Les Chevaliers.
Hôtel Les ChevaliersHôtel Les Chevaliers
Auf der Suche nach einem Speiselokal treffe ich ein nettes Pilgerpaar aus dem Raum Nürnberg. Wir landen in einem Pizza-Kebab -Laden und essen sehr gut und ausgiebig.
Kebab-Teller
Kaum bin ich wieder auf meinem Zimmer, prasselt es auf das Dach und ans Fenster. Ein leichter Hagelschauer zieht über die Stadt. Da hat der Pilgerpatron Jakobus doch aufgepasst.
Nach einer sehr ruhigen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet komme ich um 7.50 Uhr aus dem Haus. Es ist nicht so kalt wie gestern, aber wieder windig.
Ich gehe vorerst wieder den gleichen Weg wie gestern aus der Stadt hinaus.
Rue de ParisEine Hommage an S. Dali
Schließlich wende ich mich nach links und gehe hinunter an das Ufer den Canal de Saint-Quentin. Ihm werde ich heute fast den ganzen Tag folgen.
Canal de Saint-Quentin
Parallel dazu verläuft La Somme, die Somme, immer ein paar Meter tiefer im Niveau durch eine dichte Aulandschaft.
Aulandschaft der Somme
Der Graureiher hat sich längere Zeit von mir nicht stören lassen.
Graureiher
Der ehemalige Treidelweg (Uferweg) lädt zum Wandern und Joggen ein. Heute weht der Wind leider aus der falschen Richtung.
Der Canal de Saint-Quentin verläuft in der Region Hauts-de-France, ist 92 km lang und wurde 1728 – 1810 errichtet.
Canal de Saint-Quentin
Fünfunddreißig Schleusenanlagen sorgen dafür, dass Schiffe bis 38,5 m Länge, 5,05 m Breite und 1,8 m Tiefgang den Kanal befahren können. Das entspricht etwa sieben LKW- Ladungen. Tatsächlich sind keine Schiffe unterwegs.
Schleuse #23
Bei Seraucourt-le-Grand verlässt die Via Francigena den Kanal und führt vorerst über die Hügel.
Mairie in Seraucourt-le-Grand
Der Weg hat einige Überraschungen zu bieten. Zum Glück ist die Seitenböschung sehr stabil und ich kann gut darüber balancieren.
„Seeweg“
Dann holt mich der Regen ein. Mit einigen kräftigen Böen jenseits der 50 km/h wird der Regen ordentlich verteilt. Zum Glück ist das bald wieder vorbei.
Im Regen Felder
Bei Jussy stoße ich wieder auf den Kanal, dem ich bis Tergnier, meinem Tagesziel, folgen werde.
Kanal nach JussyGraureiher
Beim Bahnhof von Tergnier, keine 400 Meter vor dem Ziel erwischt mich nochmals ein Regenguss.
Tergnier
Das Hotel Royal Heveli scheint frisch renoviert zu sein, ist sehr sauber und in indischer Hand.
Hotel Royal HeveliHotel Royal Heveli
Es gibt gleich im Haus ein indisches Restaurant, was mir die Suche nach einem Abendessen erspart und mich vor weiteren Regengüssen bewahrt.
Heute am Morgen war es richtig frisch. Die Temperatur ist in der Nacht auf 2° C gesunken. Die Sonne wärmt aber recht gut und zum Wandern ist es gerade richtig.
Im Stadtzentrum will ich noch Verpflegung und Wasser beschaffen, aber der erste Supermarkt hat wirklich nur leere Regale. Vielleicht wird das Geschäft aufgelöst oder umgebaut. Ich finde dann genau eine Bar im Zentrum, die schon offen hat. Da genieße ich den Kaffee und einen Ananassaft. Croissants oder ähnliches – Fehlanzeige.
Péronne – Zentrum
La Cologne, die Köln, heißt dieser kleine Fluss, der ein paar hundert Meter später in die Somme mündet. In Richtung Ursprung weitet sich die Cologne zu einem weiten und schwer durchdringbaren Sumpfgebiet.
La CologneLa Cologne
Ich habe wieder das Glück, auf einer ehemaligen Gleistrasse wandern zu dürfen.
Bahntrasse zwischen Péronne und CartignyBahntrasse zwischen Péronne und CartignyBahntrasse zwischen Péronne und Cartigny
In einer parkähnlichen Anlage in Cartigny steht eine schöne Villa.
Villa
Mairie und Post befinden sich hier in einem Gebäude.
Cartigny – Mairie
Heute sind Blau und Grün angesagt.
Allee
Ich wandere aus Cartigny hinaus, muss dabei eine Baustelle überwinden und gehe flott bergan. Zu schnell! Irgendwo übersehe ich eine Abzweigung. Zugegeben, die Markierung in diesem Abschnitt ist nicht wirklich gut und bräuchte etwas Auffrischung. Aber dafür hätte ich ja auch GPS.
Nach CartignyWegkreuz
So lerne ich einen weiteren Ort kennen: Hancourt, ein kleiner Ort, umgeben von Feldern. Die alltägliche Realität in allen landwirtschaftlichen Gebieten ist, dass viele Geschäfte, Gasthäuser und Dienstleister aufhören.
Hancourt – ehemaliger Greißler
Mit einigem Umweg komme ich auf meine Route zurück. In Vraignes-en-Vermandois hole ich mir auf der Mairie den Pilgerstempel und bitte um Wasser. Die Sekretärin ist sogleich behilflich, erklärt mir noch auf einem Plakat die wichtigsten kommunalen Fakten und möchte noch ein Bild für die Chronik. Jeden Tag schlägt auch nicht ein österreichischer Pilger hier auf.
Vraignes-en-Vermandois – in der Mairie
Auf den Feldern steht gerade Unkrautbekämpfung am Programm. Dieses Gefährt hätte auch in einer Transformers – Serie mitspielen können.
Ackerspritze
Ich nähere mich schon Saint-Quentin. Der Fußweg führt jetzt auf einem frisch gemähten Rasenstreifen neben der Straße. Gut für die Sicherheit, anstrengend für die Füße.
Rasenstreifen
Die letzten paar Kilometer bekomme ich ein Geschenk für meine heute schon etwas müden Beine: wieder darf ich auf einer alten Bahnlinie wandern. Immer schön gerade dahin, kaum Steigung und Gefälle und eine leichte Humusauflage als Bodenbedeckung.
Bahntrasse
Manchmal verläuft der Weg tief abgesenkt, manchmal hoch über dem Umgebungsniveau. Die Bahnbrücke ist durch Stufen ersetzt worden.
Treppe statt Brücke
Die Seitenwände einer Unterführung sind mit bunten Graffitis geschmückt. So kanns auch sein.
Graffitis
Jetzt tauche ich wieder in die Zivilisation ein, ich komme in die Vororte von Saint-Quentin.
Saint-Quentin
Über die Rue de Paris mit einigen schönen und mehr weniger schönen Häusern erreiche ich das Stadtzentrum.
Rue de ParisRue de Paris
Ich wohne direkt im Zentrum, keine 200 m vom Place d’Hôtel de Ville entfernt.
Saint-Quentin – Place d’Hôtel de VilleSaint-Quentin – Hôtel de VilleSaint-Quentin – Théâtre Jean Vilar
Etwas abgesetzt steht die Basilika Saint-Quentin.
Basilika Saint-Quentin
Die Stadt soll seinen Namen vom heiligen Quintin erhalten haben, der hier bei der Predigt des Christentums 287 n. Chr. das Martyrium erlitt. Die Gebeine des Märtyrers sollen 825 nach Saint-Quentin überführt worden sein. Vom 4. bis zum 6. Jahrhundert war Saint-Quentin Bischofssitz. Im Frühmittelalter entwickelte es sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.
Basilika Saint-Quentin
1257 nahm König Ludwig der Heilige an der Übertragung der Reliquien in den Chor teil, darunter der Handreliquie des heiligen Quentin.
Die Basilika Saint-Quentin mit ihren zwei Querschiffen und fünf Portalen ist 123 m lang, hat im Langschiff und im Chor eine Höhe von 34 m und eine Breite von 52 m.
Basilika Saint-Quentin
Während meines Rundgangs „übt“ ein Organist unter Anleitung seines Lehrers an der Orgel. Er testet dabei auch die Möglichkeit des Instruments aus.
Basilika Saint-QuentinBasilika Saint-Quentin
Mein Quartier, das „Logis Hôtel le Florence“ in der Rue Emile Zola ist sehr sauber und ruhig. Die Zimmer sind in Richtung großer Hinterhöfe ausgerichtet.
Logis Hôtel le FlorenceLogis Hôtel le Florence
Zum Abendessen gibt es heute Filet Mignon mit jungen Kartoffeln und hellem „La Mascotte“, einem Craft beer.
Filet Mignon
Die Strecke war heute für mich schon lang, aber ich doch gut zu bewältigen. Ich bin neugierig, was die Beine morgen dazu sagen…
In der Früh werde ich von den Hunden ruhig begrüßt. In der Nacht waren sie völlig ruhig, obwohl sie im Nebenzimmer waren.
Zum Abschied gibt es noch ein Foto mit der Hausherrin.
Gerhard und Peggy
Am Abend hat es nochmals geregnet, jetzt ist es feucht, aber es regnet nicht. Vorsichtshalber habe ich den Regenschutz nicht eingepackt.
Die heutige Route weicht von der „offiziellen“ an mehreren Stellen ab, um die Tagesstrecke zu reduzieren. Sie ist mit einer Ausnahme, der Kreuzung mit der TGV – Linie und der Autobahn A1, gut und gefahrlos zu gehen.
Enge Brücke über die AutobahnAutobahn A1
Vorher komme ich noch am Gefängnis von Bapaume vorbei. Hier haben einige der bis 600 Strafgefangenen länger Vollpension gebucht.
Centre de détention de Bapaume
Der nächtliche Regen hat seine Spuren merklich hinterlassen. Zum Glück sind nur ganz wenige Teilstücke davon betroffen.
Feldweg
Aus der Ferne sehe ich einen Turm, den ich nicht zuordnen kann.
Turm in Rocquigny
Das Dorf Rocquigny wurde im 1. Weltkrieg praktisch dem Erdboden gleichgemacht.
Die Église Notre-Dame de Rocquigny wurde 1929 nach den Plänen von Jean-Louis Sourdeau errichtet. Im Inneren zeigt der Jugendstil seine Handschrift. Die tragenden Elemente sowie der Turm sind aus Beton.
Église Notre-Dame de RocquignyÉglise Notre-Dame de RocquignyÉglise Notre-Dame de Rocquigny
Auch an die PilgerInnen hat man gedacht: Es gibt eine Ecke mit Kaffeemaschine, Keksen und Pilgerstempel.
Église Notre-Dame de Rocquigny
Die wenigen Orte werden von den Wanderwegen umgangen. Die Weite der Felder ist beeindruckend. Wenige große Landwirte haben die früheren Bauern abgelöst.
Acker
Die Kirchen sehen wie Wehrtürme aus, sind aber meist nicht sehr alt.
Die Gemeinde hieß bis 1920 lediglich Bouchavesnes. Im Ersten Weltkrieg völlig zerstört, wurde sie teilweise auf Kosten des norwegischen Unternehmers Haakon Wallem und der Stadt Bergen wiederaufgebaut. Aus Dankbarkeit ergänzte Bouchavesnes seinen Namen auf die heutige Form.
Bouchavesnes-Bergen
Auf dieser Brücke überquere ich den Canal Seine-Nord Europe. Dies ist das Projekt eines 106 km langen Kanals in Süd-Nord-Richtung durch Nordfrankreich zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Seine und Schelde, es ist ein Europaprojekt. Es könnte daran scheitern, dass die Flussschiffe schneller größer werden, als die Baufortschritte erfolgen.
Brücke über den Canal Seine-Nord EuropeCanal Seine-Nord EuropeCanal Seine-Nord Europe
Noch ein Hügel, dann bin ich in Péronne. Erst auf dem Hügel wir mir gewahr, dass das der Mont Saint Quentin ist, wo die heftigsten Kämpfe des 1. Weltkrieges stattgefunden haben.
Kirche am Mont Saint-Quentin
Ich bin zwar müde, schaue mich aber trotzdem in der Stadt um. Das Château de Péronne, eine uralte Burganlage aus dem Mittelalter, wurde nach dem 1. Weltkrieg rekonstruiert und 1992 um ein eindrucksvolles Museum erweitert.
Château de PéronneHäuser beim Château de PéronneÉglise Saint-Jean-BaptisteHôtel de Ville
Ich bin heute wieder auf Campingbasis in einem Mobilehome untergebracht. Hotels sind Mangelware.
Camping MunicipalMobilehomeMobilehome
Draußen ist es richtig kalt geworden, dafür haben wir eine schöne Abendstimmung. Es hat nur mehr 9° C.
Heute früh lasse ich mir ein bisschen Zeit, weil ich erst um 18.00 Uhr im Quartier sein soll.
Ich mache noch einmal eine Runde auf dem Place des Héros, der sich heute ganz anders zeigt.
Arras – Place des Héros
Arras wurde während des 1. Weltkrieges fast völlig zerstört: schon 1914 brannte das Rathaus und der Belfried stürzte ein. Die Kathedrale wurde 1915 zerstört. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von Juni 1940 (Westfeldzug) bis Ende August 1944 von deutschen Truppen besetzt und wurde dann von den Briten befreit.
Die 155 Fassaden wurden nach dem 1. Weltkrieg im flandrischen Barockstil rekonstruiert.
Straße
Die Stadt Arras ist auf Kreide erbaut. Diese Kreide wurde zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert intensiv abgebaut, um Baumaterial für die Stadtgebäude zu gewinnen. Durch den Abbau entstanden riesige Höhlen im Untergrund unter der Stadt. Genau diese Höhlen wurden in der Frühjahrsoffensive genutzt, um die Deutschen zu überraschen. Hier ist einer der Eingänge zur „Unterwelt“. Das unterirdische Netzwerk ist 20 km lang und kann 20.000 Menschen unterbringen. Den Mineuren aus Neuseeland, Kiwis genannt, die die Anlage im 1. Weltkrieg ausbauten, wurde hier ein Denkmal gesetzt.
Ein Eingang zu den Tunnelsystemen
Vor dem Bahnhof liegt der Place Maréchal Foch.
Place Maréchal Foch
Im Vorort Beaurains findet heute ein großflächiger Trödelmarkt, wir würden „Fetzenmarkt“ sagen, statt.
BeaurainsWerbung über Jahre
Es herrscht starker Wind. Zum Glück gehe ich in die richtige Richtung. So treibt er mich vor sich her. Außerdem liegt der Weg meist etwas tiefer.
„Hohlweg“
Jedes Dorf hat mindest einen Soldatenfriedhof, hier der „Sunken Road Cementery“, wo 196 junge Briten, Kanadier und Neuseeländer bestattet sind.
Sunken Road CementerySunken Road Cementery
Nahe einer alten Kapelle, die auch als Buchtauschstelle Verwendung findet, werde ich wieder auf die Dimensionen der Via Francigena aufmerksam gemacht.
KapelleCanterbury – Roma
Der Gallische Hahn schmückt ein Denkmal.
Gallischer Hahn
Der Weg fühlt sich wieder wie eine aufgelassene Bahntrasse an. Später im Jahr ist er sicher zugewachsen.
Weg
Die zahlreichen Kapellen in den Orten sind verschlossen, Gottesdienste finden in den Filialkirchen selten statt.
DorfkircheDorfkirche
In der Zwischenzeit kommt vom Südosten eine Regenfront und ich beeile mich, möglichst weit trockenen Fußes unterwegs zu sein. Dann muss ich aber doch die Pelerine herausholen. Ich komme aber gleich zu einem „Bauernhof“ mit zahlreichen Hallen. Ich stelle mich in einer Stroh- und Heulagerhalle gigantischer Größe unter und kann auch eine Erholungspause einlegen.
Heu- und Strohlager
Kaum bin ich unter Dach, prasselt der Regen so richtig herunter. Die Wetterapp prophezeit eine Pause von mindest einer Stunde.
Regenpause
Etwas verfrüht wage ich mich aus der Halle und werde nochmals vom Regen eingeholt. Aber da stehe ich schon unter dem Schutz einer Kirche im Narthex.
Unter dem Schutz der Kirche
Als der Regen wirklich aufhört, bin ich nicht mehr lange zu meiner heutigen Gastfamilie unterwegs.
Favreuil – Fam. Carpentier
Die Familie hat drei Hunde und zwei Katzen, die die Wohnung einnehmen. Eine Pilgerin aus Paris ist auch eingetroffen. Sie will bis Rom durchgehen.
Den heutigen Blogbeitrag schreibe ich vom Place des Héros in Arras. Hier genieße mit vielen hundert Menschen den Samstagabend.
Arras – Abend auf dem Place des Héros
Aber zurück zum Anfang. Heute in der Früh verabschiede ich mich von meiner reizenden Gastgeberin Mme Decoupigny und breche in Richtung Süden auf. Es ist wärmer als an den letzten Tagen und es verspricht, ein schöner Tag zu werden.
Schon vom ersten Hügel aus sehe ich ein turmähnliches Gebäude, das sich später als die Ruine der Kirche von Mont-Saint-Eloi erweist.
Mont-Saint-Eloi
Der Legende nach zog sich der heilige Eligius, Bischof von Noyon und Tournai, regelmäßig auf den Hügel, auf dem später die Abtei errichtet wurde, zurück, um zu beten. Durch die Kirchenreform wurde 1068 aus der religiösen Gemeinschaft von Mont-Saint-Éloi eine Gemeinschaft von Augustiner-Chorherren. In der französischen Revolution wurde das Kloster aufgelassen und geschleift. Von der Kirche stand nur noch die Westfassade. Im ersten Weltkrieg wurden die Türme von der deutschen Armee beschossen, weil die Franzosen dort Beobachter stationiert hatten.
Mont-Saint-Eloi
Ab März 1916 lieferten sich alliierte Truppen im Norden von Arras blutige und endlose Abnutzungsschlachten und Grabenkriege mit den Deutschen. Der Soldatenfriedhof des Dörfchens Écoivres am Fuße des Hügels von Mont-Saint-Éloi mit mehr als 2500 Franzosen, Briten und Kanadiern ist dafür ein trauriges Zeugnis.
Soldatenfriedhof von Écoivres
In Marœuil sitzt der Gambrinus auf dem Kamin und prostet uns zu. Wahrscheinlich war das Gebäude einmal eine Brauerei.
Marœuil – Gambrinus
Ich darf einen kleinen Bach eine Zeit lang begleiten. Der ganze Bereich ist als Naturschutzzone ausgewiesen.
Bachweg
In einer ehemaligen Mühle ist ein Restaurant untergebracht. Das unterschächtige Wasserrad ist noch zu sehen.
Alte Mühle
Auf einem großzügig angelegten Radweg wandere ich gegen Arras.
Radweg
Gegen Mittag komme ich in das Stadtgebiet von Arras und es ist noch ein gutes Stück in das Zentrum, wo auch mein Hotel ist.
Hier verlaufen der Jakobsweg (Via Brugensis Brügge – Lille – Arras) und die Via Francigena parallel.
Hinweis auf den Jakobsweg und die Via Francigena
Zuerst mache ich mich auf die Suche nach der Kathedrale, was schwieriger ist, als man glaubt. Durch Renovierungsarbeiten ist das halbe Viertel abgesperrt und mit großem Umweg finde ich dann einen Eingang. Dort laufen gerade die Vorbereitungen zur Erstkommunion mit etwa dreizehn- bis vierzehnjährigen Halbwüchsigen. Gefühlsmäßig haben einige davon zum ersten Mal eine Kirche von innen gesehen.
Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras
Die Kathedrale wurde Ende des 18. Jhdt. errichtet. In der Revolutionszeit wurde der Bau unterbrochen und erst im 19. Jhdt. fertiggestellt.
Im Ersten Weltkrieg wurde mit der Altstadt von Arras auch die Kathedrale zu drei Vierteln zerstört. Der Wiederaufbau begann 1920 und wurde 1934 abgeschlossen. Im Mai 1944 erhielt die Kathedrale erneut Schäden durch einen Bombentreffer.
Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras
Im Kirchenraum sind viele Reliquien von Heiligen ausgestellt, die eine besondere Beziehung zu Arras hatten. Darunter auch eine des Saint Benoît Josef Labre, den ich schon in Amettes beschrieben habe. Hier handelt es sich offenbar um seine Leber.
Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras -Reliquie des Saint Benoît Josef Labre
Ich komme auf den Place des Héros. Hier ist leider der Wochenmarkt schon zu Ende und die Fieranten sind beim Einpacken ihrer Restware. In einer Stunde schaut es hier anders aus.
Place des Héros
Jetzt checke ich in meinem Hotel ein, das keine 70 m in einer Nebengasse liegt. Es ist wieder ein B&B-Hotel, das das beste Angebot hat und das bei der Lage!
B&B-HotelB&B-Hotel
Dann nehme ich mir die Zeit für einen kleinen Stadtbummel.
Place des Héros mit dem RathausPlace des HérosPlace des HérosPlace des HérosGasseGrand’PlaceGrand’Place
Und so genieße ich noch die Abendsonne, esse eine „Brettljause“ und trinke gutes Bier aus den Ardennen.
Die Nacht im Hotel war angenehm, das Frühstücksbuffet war ausreichend. Ich nehme wieder den Bus in die Stadt. Im Stadtgebiet ist Busfahren gratis! Heute ist ein spezieller Feiertag, weil der Tag des Sieges, Generalkapitulation Deutschlands 1945 auf einen Freitag fällt. Daher ist es noch ruhiger als sonst um diese Zeit.
Bruay-le-Buissière
Mir wurde empfohlen die Cité des Électriciens anzusehen. Das ist eine Wohnanlage und wurde zwischen 1856 und 1861 von der Compagnie des mines de Bruay erbaut, um die Familien der Bergleute zu beherbergen, die an der Grube Nr. 1 arbeiten. Diese war gleich daneben gelegen. Die Straßen wurden nach bekannten „Elektrikern“ wie Volta, Ampere etc. benannt. Der Stadtteil zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe.
Cité des ÉlectriciensCité des ÉlectriciensCité des Électriciens
Dann verlasse ich die Stadt durch die endlos lange Rue Alfred Leroy.
Rue Alfred Leroy
Von der Hügelkante habe ich einen schönen Blick auf die Umgebung.
Der nächste Ort ist Houdain mit ca. 7000 Einwohnern.
HoudainHoudain
Jetzt komme ich wieder in ländliche Gegenden.
FeldwegLeinfeld
Nach einer längeren Waldpassage komme ich zu einem Erholungszentrum mit Schwimmbad, verschiedenen Abenteuerspielplätzen und Picknickplätzen. Auch ein Aussichtsturm kann gegen Bezahlung bestiegen werden.
WaldAussichtsturm mit Rutschen
Dann werde ich um einen Golfplatz herumgeleitet. Wer da eine Runde spielt, bekommt einige Höhenmeter gutgeschrieben.
Golfplatz
Kriegerdenkmäler gibt es in Frankreich viele. Das in Servins zeigt einen Soldaten in bunter Uniform.
Kriegerdenkmal
Eine ganz andere Dimension hat die Necropole national Notre-Dame-de-Lorette bei Ablain-Saint-Nazaire. Auf einer Hochfläche sind auf 27 Hektar über 43.000 französische Gefallene des Ersten Weltkriegs bestattet, davon rund 20.000 in Einzelgräbern und 23.000 in acht Beinhäusern.
Necropole national Notre-Dame-de-LoretteNecropole national Notre-Dame-de-LoretteNecropole national Notre-Dame-de-Lorette
Wenn die Menschheit daraus lernen könnte….
Ich habe noch den Abstieg in den Ort zu bewältigen und stehe dann vor der Kirche und dem Rathaus meines Zielortes Ablain – Saint-Nazaire.
Ablain-Saint-NazaireAblain-Saint-Nazaire – Mairie
Ich bin heute bei einer sehr netten Dame privat untergebracht. Dass sie Englisch spricht, erleichtert die Sache enorm.