In der Nacht hat es ganz schön abgekühlt. In der Früh holt mich Madame Colette zum Frühstück in ihr Wohnzimmer. Ihr Mann Jeanne ist schon im Weggehen.
Die beiden sind sehr stolz auf ihr internationales Publikum. Im letzten Jahr hatten sie Gäste aus 32 Ländern der Erde. Ich bin heuer ihr erster Österreicher.

Um 7.45 Uhr bin ich auf dem Weg. Der Himmel ist stark bewölkt. Ein leichter Nieselregen hat den Ort in der Früh gestreift. Jetzt ist der in Richtung Westen abgezogen.

Wie in den letzten Tagen ziehen sich die weiten Ebenen, nur unterbrochen von kleinen Tälern.

Die Abraumhalden begleiten mich den ganzen Tag. Manche sind kegelförmig angelegt und bis über 100 m hoch, die jüngeren aber meist langgezogen.

Der Weg führt einmal direkt entlang einer solchen Halde, die heute meist von starker Vegetation bedeckt sind.

Wenn man das Material genauer betrachtet findet man genug kleine Kohlestückchen als Beweis ihrer Herkunft.

Das Nordfranzösische Kohlerevier (französisch Bassin minier du Nord – Pas-de-Calais) ist ein Gebiet, das vom Steinkohlebergbau geprägt wurde. Es zieht sich von Lüttich in Belgien bis Auchel in Nordfrankreich, in Frankreich auf einer Fläche von 280 km². Ab 1773 wird industriell Kohle gewonnen.
In der Zwischenkriegszeit und nach dem 2. Weltkrieg war die Steinkohle der Wirtschaftsmotor Frankreichs.
Dafür wurden auch viele Arbeitskräfte aus ganz Europa angeworben. So kamen auch weststeirische Minenarbeiter in der Zwischenkriegszeit mit ihren Familien nach Frankreich, weil sie hier viel mehr verdienen konnten als in ihrer ärmlichen Heimat

Leider sind beide Bergbaumuseen, an denen ich vorbei komme, geschlossen.
Die Bergleute mussten untergebracht werden. So entstanden unmittelbar an den Minen Siedlungen aus identen Häusern. Vor allem Polen, Marokkaner und Italiener bildeten bis 48 Prozent der Belegschaft. Sie bildeten in Siedlungen mit eigenen Schulen, medizinischer Versorgung und Geschäften abgeschlossene Gesellschaften.

Der Reichtum der Kommunen zeigt sich auch an den repräsentativen Rathäusern aus den 30er Jahren.


Heute habe ich leider keine Unterkunft in Zentrumsnähe bekommen. Am Rande eines riesigen Centre Commercial komme ich im B&B HOTEL Béthune Bruay-la-Buissière unter.
Da die Rezeption des Hotels erst um 17 Uhr öffnet, muss ich mir die Zeit totschlagen. Die Auswahl: McDonalds oder Subway. Alle anderen Restaurants im Einkaufszentrum öffnen erst am Abend. Subway bekommt den Vorrang.



Tagesstrecke: 26,5 km; ↑211 m; ↓233 m











































































































































































