Wir haben eine ruhige Nacht, trotz des nahen Flughafens und des Regens in der Nacht. Der Morgen war sehr grau in grau, aber nicht zu kalt.
Die letzten zwei Tage ging es durch ausgedehnte Wälder, heute ist offenes Acker- und Wiesenland angesagt. Die Fluren gehören ebenso zum Regionalpark Rhein-Main wie die Wälder gestern.

Auch die Römer waren in dieser Gegend umtriebig und haben bisweilen ihre Spuren hinterlassen.

Wir gehen lange an Hochwasserschutzdämmen, die Mainhochwässer abhalten sollen.

Zu unserer Überraschung kommen wir an Erdbeerfeldern vorbei, für in Vollblüte stehen, obwohl sie nicht im Tunnel stehen. Auch Freilandspargel wird schon geerntet.


Wir kommen nach Trebur, früher auch Ttibur, oder im Dialekt auch Trewwer genannt. Hier beginnt die Hessische Fachwerkstraße, auf die wir bei unserem letzten Teilstück schon gestoßen sind.


Im Mittelalter war Tribur von außergewöhnlicher Wichtigkeit. Hier war eine Königspfalz angesiedelt, an der sich die Herrscher von 829 bis 1077 mindestens 57 Mal eingefunden hatten, wo einige Reichstage und die Synode von Trebur abgehalten wurde.
König Heinrich IV. war besonders mit Trebur verbunden, hier wurde er 1053 zum König gewählt und heiratete er 1066. 1076 zwangen ihn oppositionelle Fürsten auf dem Fürstentag zu Trebur, seinen Konflikt mit dem Papst beizulegen, was den „Gang nach Canossa“ zur Folge hatte.

Nach 1077 verlor der Dort rasch seine Bedeutung und von damals sind nur mehr ein paar Grundmauern der evangelische Laurentiuskirche übrig geblieben. Erhaltene Teile der Kirche stammen aus dem frühen 11. Jahrhundert. Damit ist die Kirche eines der wenigen aus ottonischer Zeit erhaltenen Zeugnisse.

Von Trebur geht es in Richtung Rhein. Die Ruhe der Landschaft wird heute nur durch die Flugzeuge gestört.Der Rehbock lässt dich nur durch uns kurz beim Wiederkäuer aus der Ruhe bringen.



Kurz vor Kornsand kommen wir an einem Gedenkstein für die Opfer des Kornssnd-Verbrechens vorbei. Am 21. März 1945, wenige Stunden bevor die US-Truppen den Rhein überquerten wurden sechs Menschen heimtückisch von NS -Schergen umgebracht.

Nun erreichen wir den Rhein und setzen mit der Fähre „Landskrone I“ von Kornsand nach Nierstein über.


Unsere letzte Strecke führt uns von Nierstein hinauf in das Zentrum von Oppenheim.
Dort besichtigen wir die Katharinenkirche, die gleich zwei Hauptaltäre aufweist, weil die Grenze der Diözesen Mainz und Worms durch die Kirche verläuft.



Vorbei am Rathaus gehen wir zum Bahnhof, wo wir die S-Bahn nach Worms nehmen.

Für die nächsten drei Nächte haben wir uns das Hotel Hüttl im Zentrum von Worms gewählt. Von hier aus, werden wir für nächsten Etappen anstreben.

Tagesstrecke: 20,0 km; ↑ 87 m; ↓ 87 m





















































































































































