Wie gestern versprochen, möchte ich heute noch einen bekannten Mann aus Canterbury vorstellen: Geoffrey Chaucer. Er hat im 14. Jhdt. die Canterbury Tales verfasst. Zwei dieser Erzählungen sind in Prosa, die übrigen in Versen verfasst. Die Sprache ist das Mittelenglische, die Volkssprache jener Zeit. Die Texte gelten als sehr freizügig, wie es der damaligen Zeit entsprach. Die Stadt hat ihm ein Denkmal gesetzt.

Der heutige Tag beginnt für mich sehr früh. Der Zug nach Shepherdswell geht um 05.35 Uhr ab Canterbury East. Mit einem Instantkaffee und zwei Cookies ist das Frühstück erledigt.

Die Bahn ist wieder gut ausgestattet: Steckdose und zwei USB-Stecker pro Doppelsitz. Der Zug ist fast leer.

Um 05.55 bin ich auf dem Weg. Vorerst gehe ich zurück zur Dorfkirche. Unterwegs gibt es einige Häuser zu kaufen.

Die Dorfkirche ist das Zentrum des Ortes.

Zwischen zwei Häusern versteckt ist der Durchgang zum Weiterweg.

Die Fußwege genießen in Großbritannien einen besonderen Schutz. Wenn ein Landwirt beim Pflügen den Weg umackert, muss er ihn danach wieder instandsetzen.

Manchmal „vergisst“ er auch darauf. Dann kann man nur „Daumen mal Pi“ nehmen und den Verlauf erahnen. Einer hat es schon gestern vor mir gemacht. Ich folge seinen Spuren. (Ich habe ihn zufällig heute kennengelernt).

Raps und Pferdebohnen sind die meist angebauten Feldfrüchte in der Region.


Manchmal könnte man auf Verkehrszeichen verzichten:


Schneller als erwartet komme ich nach Dover. In der Stadt ist noch recht ruhig. Die meisten Geschäfte haben noch nicht offen.

An der Strandpromenade ist auch nicht sehr viel los.

Vielleicht soll das Denkmal für die Ärmelkanal-SchwimmerInnen animieren, mir ist das Wasser zu kalt und zu tief. Auf dem Wasser kann ich nicht so gut, deshalb nehme ich die Fähre. Andere gehen schon schwimmen.


Das Dover Castle soll auch einen Ausflug wert sein. Jedenfalls schwärmt die Lady in der Tourist-Info davon. Dafür ist aber keine Zeit.

Die P&O ist die einzige Fährgesellschaft, die auf der Strecke Dover – Calais Fußpassagiere aufnimmt.

Die Ausreiseprozedur ist recht umständlich geworden. Zuerst geht man in das Büro von P&O (wenn man es findet), dort wird der Pass mit der Buchung abgeglichen und man bekommt ein Ticket für den Zubringerbus. Der fährt dann aus dem Hafen etwa zwei Kilometer zur Kontrolle der französischen Polizei. Dann geht es wieder zurück in den Hafen, wo uns der Bus als erstes Fahrzeug direkt auf dem Schiff aussteigen lässt und wieder ausfährt.

Auf der Fähre esse ich ein Nudelgericht, Pommes wären mit Sicherheit besser gewesen.

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen leuchten die Cliffs of Dover in der Vormittagssonne.

Nach etwa 90 Minuten Fahrtzeit auf ruhiger See kommen wir in Calais an. Durch den Zeitzonenwechsel sind es zweieinhalb Stunden.

Als letzte dürfen wir wieder mit einem Bus das Schiff verlassen. Nach einem Zwischenhalt bei einem Busterminal bringt uns der Bus direkt in das Stadtzentrum. Die Haltestelle ist direkt bei meinem Hotel. Perfekt!
H€CO – Hotel: Klein, günstig, sauber, zentral


Da muss ich einen kleinen Stadtbummel anschließen:
Das neue Rathaus mit dem 75 m hohen Turm steht keine 200 m entfernt.

Auch das bekannte Denkmal von Auguste Rodin „Die Bürger von Calais“ ist dort zu finden.

Dann wende ich mich der Altstadt zu und schließe mich auf dem Place d’Armes den vielen Besuchern der Cafés an.

Meinen einzigen Tag am Meer möchte ich kulinarisch entsprechend ausklingen lassen und esse hervorragende Miesmuscheln mit Fritten. Dazu ausnahmsweise ein Bier als elektrolytisches Ausgleichsgetränk. Da nimmt man die Klauberei gerne in Kauf.

Tagesstrecke: 19,1 km; ↑ 112 m; ↓ 188 m













































































































































