Heute früh verlassen wir das Quartier schon früh. Die Morgendämmerung bricht gerade herein.


Fünf vor Sieben geht der Bus zurück nach Châtillon. Dort hole ich ein kleines Frühstück nach und gleich geht es den Berg hoch.
Vom Berg rauscht das Wasser in kleinen Kaskaden herunter und erzeugt eine angenehme Kühle.

Einhundert Meter höher verläuft die Plain – Rû, der ich heute länger folgen werde. Von hier habe ich einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die umliegende Bergwelt.



Solange man entlang der Rû wandern kann, ist es richtig angenehm.

Aber leider führt die Route immer auf und ab, manchmal auch richtig steil. Das fordert und fördert (?) Kondition. Für das Fotografieren der anstrengenden Stellen bleibt mir keine Zeit. Da muss ich mich konzentrieren.


Als ich ich bei einem Weiler vorbei komme, ruft mir ein Mann nach. Ich bleibe stehen und er fragt, ob ich Pilger in Richtung Rom sei. Da drückt er mir ein Tasse mit ca. ein Kilo Obst in die Hand. Auch meine beiden Pilgerfreunde hinter mir erfahren das Gleiche.

Was mache ich mit soviel Obst, dass nicht in den Rucksack passt? Essen! So setzt ich mich auf ein kleine Mauerbank und esse soviel ich kann. Dann kommt mein kanadischer Pilgerfreund, der die Banane gut brauchen kann – ich habe ja selbst zwei im Proviant. Dann kommt unerwartet „Hilfe“.
Eine Gruppe führt etwa zehn Alpakas aller Größen spazieren. Die Alpakawanderungen sind auch hier eine Attraktion. Ich drücke einerm Mädchen die halb gefüllte Obstschale in fie Hand. Sie freut sich sehr und verteilt das Obst weiter.


Das Tal der Dora Baltea verengt sich zwischen Saint-Vincent und Montjovet und bildet eine natürliche Barriere in der Landschaft.


Nach der Verengung weitet sich das Tal zunehmend aus.

Am Boden fallen mir öfters grüne Steine auf. Ob das wohl Serpentin ist?

Nach zwei weitere Bergauf – Bergababenteuerern komme ich endgültig am Talboden an. In Verrès gab es gestern ein großes Fest, heute ist Ruhe, morgen geht das Fest weiter. Viele Häuser sind mit mittelalterlichen Motiven bemalt.

In Verrès fand 1540 ein historisches Karnevalsereignis statt, dem noch heute gedacht wird.

Das Castello di Verrès ist eine Verteidigungsanlage aus dem 14. Jhdt.

Hier treffe ich auf meine deutsche Pilgerfreundin und wir gehen den Weg bis Arnad gemeinsam. Dort erwartet uns eine Überraschung: das jährliche Lardo-Fest.


Valle d’Aosta Lard d’Arnad PDO ist eine gesetzlich geschützte Marke für diesen besonderen Speck.

Es findet auch ein großes Programm mit Musik und Unterhaltung statt. Ein Höhepunkt scheinen die Rangeleien zwischen Rindern zu sein. Wir kamen gerade zum Semifinale.


Jetzt weiß ich warum es so schwer ist ein Quartier zu bekommen. Überall finden Feste statt, die die Leute anziehen.
Unser Quartier ist heute in einer großen Ferienwohnung in einem alten Turm aus dem 11. Jhdt.



Tagesstrecke: 29,2 km; ↑670 m; ↓782 m
