Archiv für den Monat: Oktober 2021

23. Tag Mittwoch, 06. Oktober 2021 Groß-Enzersdorf – Wien

Gestern Abend hörten wir noch länger den Lärm der Flugzeuge, die in Wien-Schwechat landeten. Groß-Enzersdorf liegt direkt in der Einflugschneise der Piste 16/34. In der Nacht war es dann sehr ruhig.

In der hauseigenen Bäckerei gibt es ein ausgiebiges Frühstück mit frischem Gebäck ohne Ende.

Da die Wettervorhersage nicht gerade günstig ist, versuchen wir noch eine Strecke vor dem Regen hinter uns zu bringen. Das gelingt uns genau vor das Haus! Dann beginnt es etwas zu nieseln.

Bald sind wir wieder im Nationalpark Donauauen und kommen in die Lobau. Manchmal auf asphaltierten Wegen, manchmal auf schmalen Pfaden gehen wir in Richtung Donau. Schon bald wird es wieder trocken.

In der Lobau
In der Lobau
In der Lobau

Wir passieren das Zentralöllager der OMV am Rande der Au. Die riesigen Öltanks sind richtig beeindruckend.

Zentrallager der OMV

An der Donau angekommen überqueren wir die Neue Donau auf dem Waluliso-Steg und kommen auf die Donauinsel. Mit dem Wiener Original Waluliso verbinden mich mehrere persönliche Begegnungen.

Waluliso-Steg
Waluliso-Steg

Wir gehen nun auf der Donauinsel nach Nordwesten. Dabei kann man die Größe dieses künstlichen Bauwerks erleben.

Eine Schwanenfamilie hat sich sicher Futter von uns erwartet.

Schwäne in Formation

Die Stupa am rechten Donauufer zeigt, dass Wien eine internationale und interkulturelle Stadt ist.

Stupa

Diesen Weg bin ich 2019 bei meiner Jakobswegextension schon einmal gegangen.

Jakobsweg

Die Gebäude in Wien wachsen auch immer mehr in der Himmel.

BUWOG – Tower
UNO – City

Kurz unserer Ankunft bei der Reichsbrücke setzt der Nieselregen wieder ein.

Auf der Donauinsel
Bei der Reichsbrücke
Blick von der Reichsbrücke

Die Pfarrkirche zum heiligen Franz von Assisi oder Kaiserjubiläumskirche, auch Mexikokirche genannt, ist eine 1910 im Stil der Neoromanik errichtete Kirche, die an der Donau eine präsente Stelle einnimmt. Sie sollte dem 50-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs I. gewidmet werden. Sie wurde nach dem 1. Weltkrieg fertiggestellt.

Kaiserjubiläumskirche
Kaiserjubiläumskirche
Die im Jugendstil ausgestattete Elisabethkapelle

Tagesstrecke: 16,9 km; ↑ 34 m; ↓ 8 m

Route auf alpenvereinaktiv.com

Hier endet unser 3. Abschnitt auf dem 07er- Weg. Für die nächsten Tage ist schlechtes Wetter angesagt, und die nächsten Etappen führen uns in Richtung Weinviertel. Mit dem Ziel in Wien haben wir für den nächsten Abschnitt wieder eine gute Ausgangsposition.

Vielen Dank für eure Gesellschaft. Wir hoffen es hat euch gefallen!

22. Tag Dienstag, 05. Oktober 2021 Orth an der Donau – Groß-Enzersdorf

Heute liegt wieder eine schöne Etappe durch den Nationalpark Donauauen vor uns. Wir sind um acht Uhr „on the road“ und genießen die angenehme Temperatur und den leichten Wind.

Das „Tor zum Nationalpark“

Durch den Wind werden Blätter und Kastanien von den Bäumen geschüttelt.

Auwald

Dann sehen wir fast apfelgroße Früchte auf dem Boden und auf Bäumen, die uns fremd sind. Es sind die Früchte der Schwarznussbäume, die ursprünglich aus den östlichen USA stammen und um 1900 bei uns eingeführt wurden. Weh dem, der getroffen wird!

Schwarznussbaumfrucht (Juglans nigra L.)
Schwarznussbaun (Juglans nigra L.)

Von der Donau sehen wir jetzt nichts, Zu weit ist der Marchfelddamm vom Fluss entfernt.

Am Marchfelddamm
Am Marchfelddamm

Vom Damm aus haben wir kleine Einblicke in den „Urwald“ der Auen.

Zen – Agrikultur: Bodenbestellung als Kunstwerk. Wir haben keine Ahnung warum der Bauer diese Art von Bestellung seines Ackers gewählt hat, aber sie gefällt uns.

Zen – Agrikultur

Obwohl es schon Herbst ist, blühen noch schöne Blumen am Rain.

Gemeiner Lein (Linum usitatissimum L.)
Wiesen-Alant (Inula britannica L.)
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale L.)

Auch einige Tiere fallen uns auf. Dieser uns unbekannte, mehr ald 3,5 cm große Käfer verspeist gerade einen Heuschreck und geht bei unserer Intervention in Drohposition.

Lederlaufkäfer (Carabus coriaceous L.) ??

Mit großer Freude können wir ein paar Seeadler beobachten. In kurzer Zeit schrauben sie sich nach oben. Ihr weißer Stoß läßt eine Identifizierung leicht zu. Wer findet ihn?

Seeadler (Haliaeetus albicilla L.)

Eine kleine Sumpfschildkröte liegt auf dem stark befahrenen Weg. Wir bringen sie am Wegrand in Sicherheit.

Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis L.)
Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis L.)

Der Reiher ist im Schilf gut getarnt.

Graureiher (Ardea cinerea L.)

Auf langen geraden Wegen nähern wir uns nun durch die Lobau Groß-Enzersdorf. Da der Wind stärker wird, fallen auch öfters Kastanien auf den Weg.

Lobau
Lobau

Kurz vor Groß-Enzersdorf queren wir einen der wenigen Teile des Donau-Oder-Kanals, der schon von Kaiser Karl IV. im 14. Jhdt. geplant wurde. Um 1900 und in der Nazizeit gab es neue Versuche, das Projekt zu realisieren. Viel ist nicht gelungen.

Hafen des Donau-Oder-Kanals

In Groß-Enzersdorf sind wir wieder dem ungewohnten Verkehr ausgesetzt. Sowohl am Boden als auch aus der Luft gibt es Lärm.

Groß-Enzersdorf
In der Einflugschneise von Wien-Schwechat

Im Rathaus bekomme ich noch rasch einen Stempel für den Wanderpass.

Groß-Enzersdorf – Rathaus

Heute haben wir unser Quartier in der Pension / Cafe-Bäckerei Müller-Gartner aufgeschlagen.

Tagesstrecke: 21,3 km; ↑ 13 m; ↓ 10 m

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21. Tag Montag, 04. Oktober 2021 Eckartsau – Orth an der Donau

Nachdem unsere gestrige Strecke über dem Plan war, ist die heutige umso kürzer. Entsprechend gemütlicher gehen wir es an, sowohl was den Start als auch was das Tempo angeht.

Wir kommen wieder am Schloss Eckartsau vorbei und bewundern die alten, sehenswerten Bäume im Schlosspark.

Schloss Eckartsau
Schloss Eckartsau – Schlosspark

Diese Linde hat es mit Selbsterneuerung von Innen her versucht.

Schloss Eckartsau – alte Linde

Wir kommen an einer Weide mit Schottischen Hochlandrindern vorbei. Einige haben sich selbstständig gemacht und suchen ihr Futter im dichten Unterholz in der Nähe einer anderen Herde.

Schottische Hochlandrinder

Uber eine große Auwiese kommen wir schließlich an das Donauufer. Das Gras wurde teilweise gemäht, aber liegen gelassen.

Auwiese

Im Fluss sind viele Schotterbänke, die Vögeln als Ruhe-, Futter- und Nistplätze dienen. Wirr nützen den Treidelpfad, um entlang des Stromes zu wandern.

Donau
Treidelpfad
Donau bei Orth

Wir sind bei Stromkilometer 1900.

Ein Graureiher dreht nahe am Ufer eine Kurve und präsentiert sich uns kurz.

Graureiher (Ardea cinerea L.)

Auf der Höhe von Hadlau besteht die Möglichkeit, mit einer Fähre die Donau zu überqueren. Im Schiffscafe kann man auf die nächste Überfuhr warten.

Schiffscafe

Die Überfuhrglocke hing ursprünglich am anderen Ufer. Wer die Fähre benötigte, läutete an, und der Fährmann kam. 30 Jahre tat die Glocke ihren Dienst.

Überfuhrglocke

Die blauen Pfeile weisen uns im Nationalpark die Richtung.

Wegweiser

Nun gehen wir über einen Waldpfad quer durch die Au in Richtung Orth.

Auwaldweg
Au am Marchfelddamm
Moderne Radwegbrücke bei Orth

Das kleine Zentrum täuscht über die Größe des Ortes, da viele Neubauten am Rand entstanden sind.

Orth an der Donau – Am Markt

Das mächtige Schloss Orth ist heute das Zentrum des Nationalparks Donauauen. Es wurde bereits 1203 erstmals erwähnt und war Schauplatz vieler politischer und militärischer Auseinandersetzungen. Die Burg wurde 1529 im Zuge der Ersten Türkenbelagerung zerstört und von Niklas Graf Salm dem Älteren im Stil der Renaissance wieder aufgebaut. Danach wurde es als Jagdschloss von den Habsburgern erworben und dient seit 2008 als Nationalparkzentrum.

Schloss Orth
Schloss Orth – Innenhof
Weißstorchnest
Auf der Schlossinsel
Junge Sumpfschildkröten in der Sonne

Heute übernachten wir in der Frühstückspension Maria direkt in Schlossnähe.

Tagesstrecke: 11,3 km; ↑ 20 m; ↓ 20 m

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20. Tag Sonntag, 03. Oktober 2021 Wolfsthal – Eckartsau

In der Nacht weht starker Wind, wir schlafen aber trotzdem gut. Am Morgen ist der Himmel bewölkt und wir wissen nicht, wie sich das Wetter vorerst entwickelt.

Wolfsthal – Radweg

Auf dem Weg zur Donau werden wir durch massive Windschutzgürtel geschützt.

Wolfsthal

Wir sehen den Strom noch nicht, wohl aber das Werk des Bibers.

Biberfrühstück

Nun haben wir den Fluss erreicht und werden heute die meiste Zeit an seinem Ufer entlang gehen.

Donau bei Wolfsthal

Die Ruine der Burg Theben (Hrad Devín) hat eine lange Geschichte als Verteidigungwerk. Für die Römer war es schon eine Grenzstation für Carnuntum. 864 wird die Befestigung schon erwähnt. Seit 1961 ist sie (tschecho-) slowakisches Nationaldenkmal.

Devín und Hrad Devín

Wir kommen an einem gewaltigen Baumriesen vorbei. Seine Höhe war für uns nicht abschätzbar.

Im Nationalpark Donauauen

Der Weg ist nicht asphaltiert und daher angenehm zu gehen.

Auch im Herbst gibt es noch bunte Bumen.

Kurz leuchtet die Burg Heimenburg (Hainburg) auf, deren Vorgängerbauten immer wieder zerstört wurden.

Im Wald trennen sich der Jakobsweg und der 07er-Weg vom Treidelpfad. Da die markierten Pfade sich im Unterholz verlieren, bleiben wir am Uferweg, der uns sehr gut gefällt.

Wegtrennung
Blick über den Altarm und die Donau nach Devín
Nahe der Marchmündung

Bei der Ruine Röthelstein steigen wir zu einem markanten Aussichtspunkt über der Donau auf.

Ruine Röthelstein
Blick auf die Donau
Blick auf die Donau

Stromkilometer 1883 von der Mündung aus gemessen

Der Felsen wird hier immer wieder von Stollen durchbrochen, die unseren Weg erleichtern.

Wir kommen nach Hainburg, einer alten Stadt, die unter den Eroberungszügen der Osmanen sehr gelitten hat. Wir betreten die Stadt durch das Fischertor und kommen auf den Hauptplatz mit dem Rathaus.

Hainburg – Fischertor
Hainburg – Rathhaus
Hainburg – Pfarrkirche
Hainburg – Pfarrkirche
Hainburg – Pfarrkirche Taufbecken
Hainburg – Mariensäule

Wir verlassen die Stadt durch das Wienertor, nachdem wir leider kein ansprechendes Lokal für einen Kaffee oder Imbiss gefunden haben.

Hainburg – Wienertor

In der ehemaligen Tabakfabrik sind heute verschiedene Institutionen untergebracht, darunter auch die Kulturfabrik.

Wir wandern am Donaustrand weiter bis wir an die Andreas Maurer-Brücke kommen, die der einzige Donauübergang zwischen Wien und Bratislava ist.

Donaubrücke bei Hainburg
Donaubrücke bei Hainburg

Von der Brücke haben wir wieder einen schönen Überblick auf Hainburg und die Donau.

Wir gelangen in das kleine Dorf Stopfenreuth, das 1984 plötzlich bekannt wurde, weil die Au für ein umstrittenes Donaukraftwerk gerodet werden sollte. Tausende Bürger aus ganz Österreich protestierten dagegen. Statt dessen wurde der Nationalpark Donauauen gegründet!

Stopfenreuth
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen
Im Nationalpark Donauauen

Am Rande der Au liegt das ehemalige kaiserliche Jagdschloss Eckartsau. Nach vielen wechselnden Besitzern kaufte Kaiser Franz I. Stefan, der Gatte Maria Theresias, das Schloss 1760. Der letzte Kaiser Karl hat hier den Regierungsverzicht unterzeichnet (für Österreich 1918, für Ungarn 1919).

Eckartsau
Eckartsau
Eckartsau
Eckartsau
Eckartsau
Eckartsau
Eckartsau

Im Schlosspark steht eine botanische Rarität, eine „Schlangenbuche“, Fagus sylvatica var. suentelensis

Süntelbuche (Fagus sylvatica var. suentelensis SCHELLE)

Der Ortskern von Eckartsau ist gerade eine einzige Baustelle.

Wir nächtigen heute im Gasthof Kramreiter. Am Haus ist eine Gedenktafel an eine geschichtsträchtige Zeit angebracht, die gar nicht so lange her ist.

Tagesstrecke: 27,6 km; ↑ 61 m; ↓ 72 m

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19. Tag Samstag, 02. Oktober 2021 Pama – Wolfsthal

Heute steht gleich am Morgen die Bahnfahrt zurück nach Pama am Programm. Unsere Pensionswirtin hat in der Früh verschlafen und serviert mit Verspätung das Frühstück. Aber schlussendlich kommen wir rechtzeitig zur Bahn, die gleich auf der anderen Straßenseite fährt.

Wir suchen uns den Weg zurück entlang der Bahn und finden ihn durch einen Garten. Entlang von Windschutzhecken gehen wir auf einer kilometerlangen Geraden in Richtung Kittsee.

Weissdorn (Crataegus monogyna JACQ.)
Hundsrose (Rosa canina L.)

Die Königswarte (344 m) ist heute der höchste Punkt unserer Etappe.

Funkstationen auf der Königswarte

Verkehrsknotenpunkt: die Nordostautobahn A6 in die Slowakei, die Bahn Bratislava – Deutschkreutz und unser  07er-Weg.

Nordostautobahn A6

Wir sind wieder in Kittsee und gehen gerade durch den Ort.  Am Hauptplatz kommen wir an einem attraktiven „Taubenkobel“ mit Tontauben vorbei. Auch die Mariensäule (1770) und die Dreifaltigkeitssäule (1727) haben hier ihren Platz.

Taubenkobel
Dreifaltigkeitssäule
Mariensäule

Die alte Pfarrkirche wurde 1945 bei Kriegsende von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Die neue Kirche wurde 1952 geweiht.

Kittsee – Kirche
Kittsee – Kirche

Das barocke „Neue Schloss“ in Kittsee stammt aus dem frühen 17. Jhdt. Und beinhaltete bis 2008 ein bedeutendes ethnographisches Museum.

Kittsee – Neues Schloss

Die Kittseer Marillen sind eine lokale Besonderheit.

Kittseer Marillen

In Berg werden wir mit einem dunklen Kapitel der Vergangenheit konfrontiert. Hier mussten Einheimische und Zwangsarbeiter den Südostwall errichten. Später kam hier ein russisches Munitionslager dazu.

Berg ist ein kleiner Ort am Fuße der Königswarte.

Berg
Aufstieg zur Königswarte

Beim Bratislava-Blick haben wir einen tollen Blick auf die slowakische Hauptstadt.

Bratislava

Auf der Königswarte steht heute eine Aussichtsplattform, von der wir heute  einen schönen Rundumblick haben.

Parndorfer Platte
Nach Nordwesten
Nach Südosten

Beim Abstieg müssen wir erst den hohen Zaun eines Wildschweingeheges überwinden.

Über den Gehegezaun

Die Wildschweine haben überall ihre Spuren hinterlassen.

Die Ruine Pottenburg aus dem 11. Jhdt. steht mitten im Wald.

Ruine Pottenburg
Ruine Pottenburg

Wir erreichen Wolfsthal, das nicht unbedingt einen einladenden Eindruck macht.

Der alte Pranger ist Zeuge einer vergangenen Gerichtsbarkeit.

Die Pfarrkirche Wolfsthal ist der Ausgangspunkt des österreichischen Jakobsweges.

Pfarrkirche Wolfsthal
Pfarrkirche Wolfsthal

Heute übernachten wir im Hotel Fidi am Ortsrand von Wolfsthal.

Tagesstrecke: 18,5 km; ↑ 215 m; ↓ 205m

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18. Tag Freitag, 01. Oktober 2021 Nickelsdorf – Pama

Heute morgen ist es schon etwas frischer: gerade 7 Grad zeigt das Thermometer und so ist die Fleecejacke die richtige Wahl.

Wir starten in Richtung des Ortes Nickelsdorf und finden noch Reste der einstmaligen Betonstraße, die Jahrzehnte für den übergeordneten Ostverkehr ausreichend war.

Alte Bundesstraße

Am Rand leuchten Blumen in der Morgensonne.

Entlang der Grenze Österreich – Ungarn nehmrn wir den nächsten Feldweg. Etwas Unmögliches vor 50 Jahren

Gernzstein seit 1922

Nicht nur Pilger werfen lange Schatten, sondern auch Weitwanderer.

Wir kommen an den Ortsrand von Nickelsdorf, wo vor einem Haus bunte Kürbisse zum Kauf angeboten werden

Nickelsdorf – Bahnstraße
Kürbisse, manche über 10 kg

Beim Bahnhof schließt sich für mich als Wanderer wieder ein großer Kreis. Hier habe ich meine Jakobswegstrecke nach Wien begonnen.

Bahnhof Nickelsdorf

Die Leitha, oder was von ihr übrig ist, glänzt im Morgenlicht. Der Wachposten ist von Soldaten der Grenzassistenz besetzt. Sonst kann man von dort die Natur bewundern.

An der Leitha

Die Herbstzeitlosen blühen an allen Ecken. Als Giftpfanze bleibt sie vom Wild unberührt.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale L.)

Die Weide hat am Waldrand viel Platz.

Jetzt kommen wir wieder auf die geraden Straßen und Wege. Gut, dass hier kaum Verkehr ist. Ein dunkler PKW der gehobenen Mittelklasse fällt uns auf. Als der Wagen auf unserer Höhe stehen bleibt, sehen wir, dass er mit zwei Polizeibeamten besetzt ist. Eine Polizistin grüßt uns freundlich und fragt nach unseren Zielen. Sie und ihr Kollege erklären uns, dass sie auf Streife sind, weil es in den letzten Tagen vermehrt zu illegalen Grenzübertritten kommt. Später sehen wir noch zwei andere Fahrzeuge. Die Streifen sind wahrscheinlich schon informiert, dass da zwei Wahnsinnige am 07er-Weg unterwegs sind und lassen uns unbehelligt.

Die Straße zwischen der ungarischen Grenze und Deutsch Jahrndorf ist seit meiner letzten Wanderung zum Leidwesen der Anwohner ausgebaut worden. Sie haben statt Idylle Verkehr. „Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten!“

Wir kommen zur Grenzübergangsstelle zwischen Österreich und Ungarn. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ziel unseres kleinen Abstechers.

Zum Dreiländereck Österreich – Slowakei und Ungarn kann man erst seit der Ostöffnung frei zugehen. An dieser geografisch und politisch interessanten Stelle wurde ein kleiner Skulpturenpark mit Werken von Künstlern aus den drei Nachbarstaaten eingerichtet.

Dreiländereck Skulpturenpark
Dreiländereck Skulpturenpark
Dreiländereck Skulpturenpark
Dreiländereck Skulpturenpark

Auf der nächsten Geraden kommen wir nach Deutsch Jahrndorf. Das kleine Dorf hat natürlich zwei Kirchen: katholisch und evangelisch.

Deutsch Jahrndorf
Deutsch Jahrndorf – Evangelische Kirche
Deutsch Jahrndorf – katholische Kirche

Deutsch Jahrndorf – Ehemaliger Dorfanger
Deutsch Jahrndorf – Skulptur

Auf den nächsten Geraden kommen wir am Zeiselhof vorbei.

Nach Deutsch Jahrndorf

Dieser ehemalige Gutshof mit Brennerei war einst in Besitz von Kronprinzessin Stefanie. Sie vermachte den Besitz den Benediktinern von St. Martin – Pannonhalma. Nach der Trennung von Österreich und Ungarn durften die Angestellten trotzdem die Ernte zollfrei von Ungarn in den Betrieb nach Österreich bringen.

Zeiselhof

Die Kapelle wurde zur Wallfahrtskirche und hat ein Deckenfresko des Barockmalers Maulbertsch.

Zeiselhof – Wallfahrtskirche

Durch das klare Wetter wirkt die slowakische Hauptstadt Bratislava (Pressburg) mit ihrer Burg zum Greifen nahe.

Dr

Zieräpfel
Wolfsspinne ?

Wir kommen in Pama an und müssen die Bahn in das nahe Kittsee nehmen. Im Ort gibt es kein Quartier und zum Wandern ist der Weg für heute zu weit.

Pama oder kroatisch Bijelo Selo (dt. Weißes Dorf)
Raaber Bahn: Deutschkreutz – Bratislava

Dafür finden wir im Gasthaus Leban eine hervorragende Küche vor:


Geflügelparfait im Kürbiskernmantel mit Safran-Quittenkompott
Geschmorte Lammkeule mit Melanzanischeiben und gebratener Polenta
Gebratenes Welsfilet mit Nusskruste und Kartoffel-Gurkengemüse

Heute sind wir in der Pension Viano untergebracht.

Pension Viano Kittsee

Tagesstrecke: 23,7 km; ↑ 11 m; ↓ 4 m

Route auf alpenvereinaktiv.com