In der Nacht gab es einen leichten Föhnsturm, der um das Haus pfiff und einige Türen schlug. Da es im Haus sehr warm war, haben wir möglichst viele Fenster und Türen offen gelassen.
Die Dämmerung war wieder beeindruckend. Der Himmel ist wieder wolkenlos.

Wir gehen durchs Dorf, wo eine aufgelassene Industrieanlage steht. Hier wurde seit 1904 von der Fa. Balmetto Mercando Wein verarbeitet und abgefüllt. Seit 2021 versucht die Enkelin der Gründer durch ein Restaurant wieder Leben in das Dorf zu bringen.

Ein Blick zurück, die Berge bleiben zurück, die Ebene kündigt sich an.

In Carema steht ein 60 m hoher Campanile mit Toröffnung vor der Pfarrkirche.

Die Pfarrkirche ist im Barockstil gehalten.


Danach geht es in der Ebene weiter. Zur Abwechslung führt die Route durch einen kleinen Auwald

In Montalto Dora ist alles wie ausgestorben, nur zwei Pilger schauen suchend umher.


Dann kommt die heutige Bergwertung. Es geht hinauf zum Lago Pistono, einem von fünf Seen in diesem Gebiet.

Der Ausblick auf das Castello di Montalto Dora ist überraschend. Das Schloss, das auf eine Befestigung im 11. Jhdt. zurück geht, wurde im 19.Jhdt. in die jetzige Form gebracht. Es ist in Privatbesitz.

Beim Abstieg nach Ivrea reihen sich die Villen der „Reichen und Schönen“. Riesige Parkanlagen, moderne Architektur, Prachtbauten um 1900, alles ist vertreten. Die meisten Gebäude kann man durch dichtes Gebüsch und Zäune nur erahnen.



Da haben es die Reichen in den früheren Jahrhunderten leichter gehabt. Sie konnten ihre Macht und Herrlichkeit ungeniert zur Schau stellen.
Die vollständig aus Ziegeln errichtete Burg aus dem 13. Jhdt. war mit Gebrauch des Schießpulvers wirkungslos.

Gleich daneben steht auf dem Grund eines Jupitertempels die Cattedrale di Santa Maria Assunta, der Dom von Ivrea.
Die heutige Kirche erhielt ihr äußeres Aussehen im 19. Jhdt., geht aber auf romanische Grundmauern zurück.



Ivrea wurde im Jahre 100 v. Chr. von den Römern als Eporedia gegründet.
Napoleon hielt von diesem Balkon eine Ansprache.

Ivrea ist für seinen historischen Karneval bekannt, bei dem eine „Orangenschlacht“ (battaglia delle arance) ausgetragen wird.

Mit diesem Brunnen und der Skulptur wird des Erfinders und Firmengründers Camille Olivetti gedacht, der aus Ivrea stammt.

Hier und heute in Ivrea endet der Abschnitt meiner Pilgerwanderung auf der Via Francigena. Es war wieder ein tolles Erlebnis, geprägt von schönen Eindrücken, Herausforderungen und Begegnungen.

Danke allen, denen ich begegnen durfte. Aber vor allem danke an meine bewährte „Bodenstation“ Heidrun, die zu Hause die Stellung gehalten hat, den Blog korrigiert und mit Infos immer zur Stelle ist.
Heute geht es noch mit der Bahn nach Turin
Tagesstrecke: 12.9 km; ↑84 m; ↓101 m

Ich gratuliere dir ganz herzlich zum Abschkuss dieser herausfordernden Etappe. Komm gut nach Hause!