Ich habe herrlich geschlafen. Der gestrige Tag war durch den Regen doch anstrengender als erwartet.
Um 7 Uhr verlasse ich das Haus und nehme auf der Piazza Émile Chanoux (Hauptplatz) ein kleines Frühstück ein. Dann geht es gleich los.

Der Arco di Augusto strahlt heute im Sonnenlicht.

Der Fluss hat seinen Lauf verändert, die römische Brücke ist geblieben

Rasch verlassen wir die Stadt, noch ist Brigtte, eine Mitpilgerin bei mir, und schon sind wir in den Weinbergen. Pinot noir ist hier daheim.

Der Weg führt über dem Tal dahin, von Dorf zu Dorf, von Kirche zu Kirche.

Aus der Ferne schauen Tete de Rutor (3486 m ), Château Blance (3408 m) und Doravidi (3439 m) mit ihrem Gletscher Ghiacciao del Rutor herunter.

Der Weg führt immer am Berg entlang. Dadurch ist die Aussicht auf das Tal sehr gut. Beim heutigen Sonnenschein wird es auch sehr bald warm.

Auch hier sind die Hügel mit Wein bepflanzt. Andere Kulturen, außer Hausgärten, habe ich nicht gesehen.

„Not a good place to stay“ – die „Casa circondariale di Brissogne e Aosta“ ist das einzige Gefängnis im Aostatal und gilt als Hochsicherheitsgefängnis.

Das Castello di Quart stammt aus dem 12. Jhdt. Und überragt das Tal der Dora Baltea.

Leider führt der Weg heute nur selten länger entlang einer Ru (Wasserleitung). Häufig geht es bergauf und bergab.


Jetzt kann ich den Vorteil der Ru genießen. Es geht flach und meist schattig dahin.

Für die Verteilung kann der Hauptfluss gesperrt und ein Nebenschieber geöffnet werden. Dann fließt das Wasser zum entsprechenden Grund ab.

Die Hochdruckleitung führt zum Kraftwerk im Tal.

Zwischendurch unterbrechen tiefe Schluchten den Berghang. Dann führt der Weg zuerst talwärts und dann wieder bergan.

Die kleinen Dorfkapellen haben meist Fresken an der Außenwand.


Ein Künstler hat sich der Via Francigena verschrieben. Für manchen Werke hat er die örtlichen Grundschulkinder eingeladen.


Das Monumento ai Vignaioli (Denkmal für die Winzer) in Nus erinnert an die traditionelle Weinkultur der Region mit skulpturalen Holzfässern, Flaschen und einer großen Gesichtsmaske an der Spitze.

Ich komme an einigen verlassenen und verfallenen Hausern vorbei – richtige „Lost places“.

In Châtillon endet diese anstrengende Etappe. Es geht oft bergauf und bergab. Nur entlang der Rus kann man sich erholen.

In Ermangelung eines Quartiers vor Ort fahre ich mit dem Bus zurück nach Aosta, wo ich im Quartier vom Vortag nochmals nächtige.
Am Abend besuche ich noch den Kreuzgang deS Chiostro di Sant’Orsos mit seinen einzigartigen Kapitellen.



Zu Mittag gab es heute ein hausgemachtes Tiramisu und am Abend Spaghetti mit Kapern – Schwertfischsoße.
Tagesstrecke: 30,9 km; ↑565 m; ↓626 m

Das war wohl eine anstrengende Etappe!
Alles Gute für die nächste und liebe Grüße
Paula