Eigentlich wäre für heute die zweite Etappe des Weges vorgesehen gewesen. Wegen des Feiertags verkehrt kein Bus, aber auf die Bahn ist Verlass. Kurzentschlossen kommt Etappe 3 vor Etappe 2, aber nicht in der Blogreihenfolge. Da bleibt es beim Geographischen.
Strahlendes Wetter empfängt uns in Lebring, wo wir uns vom Bahnhof gleich auf den Weg zur Anschlusstelle an den Jakobsweg machen. Die Kirche und der Buchkogel sind recht nahe.

Es gibt zwar keinen Gehsteig, aber fast keinen Verkehr. Nach kurzer Zeit kommen wir nach Kleinstangersdorf und zur Brücke über die Phyrnautobahn A9.


Die Verwaltung des Kulturparks Hengist hat sich auch um die Markierung des Jakobswegs bemüht. Als „Hengist“ bezeichnen mittelalterliche Urkunden den Höhenzug von Buchkogel, Wildoner Schlossberg und Bockberg sowie dessen westliche Ausläufer rund um Wildon. Im 10./11. Jahrhundert befand sich in diesem Bereich die Hengistburg. Der Verein erforscht auf interdisziplinäre Weise Paläontologie, Natur- und Kulturgeschichte, Archäologie, Geschichte und Volkskunde der Region „Hengist“. https://www.hengist.at/

Beim Zieglerwirt und im Landgasthaus Edler wird man mit regionaler Küche verwöhnt, wenn man nicht zu früh am Tag vorbeikommt.


Nach Stangersdorf kommen wir an die Laßnitz, die für uns längere Zeit Begleiterin sein wird. Dieses Gebiet wird seit der Urgeschichte besiedelt und bewirtschaftet. Auch den Römern hat es in dieser Region gut gefallen, wie es zahlreiche Funde dokumentieren.


Kurz vor Lang zweigen wir von der Straße ab und gehen auf dem Güterweg entlang der Laßnitz.

Die Pfarrkirche von Lang schaut herüber. Auch im Winter ist es hier angenehm zu wandern. Wir treffen nur ein paar Jogger und Reiter.

Hier im Europaschutzgebiet hat man dem Fluss wieder mehr Raum gegeben. Das haben auch gleich die Biber ausgenutzt, die es sich hier gemütlich gemacht haben.


Mit der Gemeindegrenze von Lang endet auch die offizielle Markierung des Jakobsweges. Wir sind deshalb aber nicht orientierungslos. Einfach dem Fluss folgen ist die Devise.

Bald tauchen die ersten Häuser von Tillmitsch auf, wo wir kurzfristig wieder auf Asphalt weitergehen müssen.

Dort überqueren wir die Laßnitz und gehen auf der Westseite des Flusses weiter.


Das Naturparkzentrum Grottenhof in der Gemeinde Kainbach bietet ein modernes Ausstellungs- und Eventzentrum in einem alten, historischen Gut.

Alte bäuerliche Handwerkskultur ziert einen Schuppen.

Die Eisenbrücke ist ein letztes Bauwerk der alten Sulmtalbahn und wurde 1906 errichtet. Die Bahn war bis 1967 in Betrieb. Heute verläuft darüber ein schöner Radweg.

Am Seggauberg thront das Schloss Seggau, das heute zum Bistum Graz-Seckau gehört und auf eine reiche Geschichte zurückblicken kann. Heute ist hier ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum mit einem Hotel des Bistums untergebracht. Auf dem benachbarten Frauenberg befand sich ein Tempel der Göttin Isis Noreia. Die Funde sind teilweise im Tempelmuseum ausgestellt.

Hier mündet die Laßnitz, der wir heute so lange gefolgt sind, in die Sulm, die wiederum in ein paar Kilometern in die Mur mündet.


Das Kapuzinerkloster in Leibnitz ist das älteste in der Steiermark. Die Klosterkirche wurde 1639 begründet. Der Bau liegt am westlichen Ende des Hauptplatzes.

In der Mitte des Hauptplatzes in Leibnitz steht das Rathaus mit dem markanten Turm von 1914.

Am östlichen Ende finden wir die Pfarrkirche Leibnitz, die um 1140 errichtet wurde und dem Hl. Jakobus geweiht ist. Am Kirchplatz sind die Pilgerzeichen Hut, Stock, und Trinkflasche als Zeichen für den Jakobsweg eingelassen.



Unser Ziel ist der Bahnhof in Leibnitz, von wo wir wieder nach Hause nach Graz fahren.

Streckenlänge: 14,9 km
Bergauf: 25 m
Bergab: 44 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

































































Durch die Blätter zu waten ist so richtig lustig (solange sich darunter kein Stein oder keine Wurzel versteckt). 

Da lässt sich’s leben. Der Landsitz der Wittgenstein in Hochreit wurde von Josef Hoffmann 1906 eingerichtet.
Rasch führt ein steiler Weg hinunter ins nächste Hochtal.
St. Aegyd ist eine kleine Gemeinde, die einst durch Kleinmetallindustrie zu Wohlstand kam. Heute leben hier 1860 Menschen. Der Ort zieht sich lange durch das schmale Tal. 
Der Bahnhof ist zu einem Cafe/Restaurant umfunktioniert worden. Allein das Mehlspeisbuffett würde einen längeren Aufenthalt rechtfertigen. 
Nach einer kurzen Stärkung besuche ich die schlichte Pfarrkirche St. Aegyd, wo ich auch auf Jakobus und Petrus treffe. 


Hier geht alles seinen eigenen Gang. Gendarmerie gibt es in Österreich schon seit 2005 nicht mehr. Dafür feiert die Gemeinde ihre neuen Erdenbürger am Kirchplatz. 
Durch das Tal der Unrechttraisen führt der Weg schließlich auf das Gscheid, wo zahlreiche Tafeln an die Pilgerfahrten erinnern. 
Noch einmal gehen wir einer Almwiese entlang bis in den „Ort“ Gscheid. 




Heute geht es Gupf um Gupf durch die Landschaft. Jeder einzelne Mugel will bis zum Gipfel erklommen werden. 

Die Aussicht ist in jede Richtung nicht enden wollend.
Beim Untersberg – Schutzhaus kehren wir zum ersten Mal ein. Die Wirtin hören wir aus der Küche jodeln. Dort gibt es auch monatlich Jodelkurse. 

Im Tal angekommen gehen wir vorerst auf einer verkehrslosen Straße in Richtung Hauptstraße, auf der wir auch keinem einzigen Fahrzeug begegnen. 
In Rohr im Gebirge machen wir im Hotel/Restaurant Kaiser Franz Josef Mittagsrast. Wie das Haus zu seinem noblen Namen kommt, erschließt sich nicht einmal aus deren Website. 




Mich zieht ein Mercedes 300 SL in seinen Bann. 





















































