Resumé über die Via Francigena von Canterbury nach Reims

Diese Zusammenfassung beschreibt die Via Francigena von ihrem ursprünglichen Startpunkt in Canterbury, England, nach Reims in Frankreich.

Anreise und Rückfahrt:
Für die Anreisekam aus Kosten- und Zeitgründen nur der Direktflug Graz – London-Gatwick mit den British Airways in Frage. Anschließend ging es mit der Bahn nach Canterbury.

British Airlines Airbus A320-232

Die Rückreise von Reims nach Graz mit der Bahn war wesentlich komplizierter und teurer. Um an einem Tag die Strecke zu bewältigen war auch Glück mit im Spiel. Ein Rückflug nach Graz wäre zeitlich nicht kürzer, aber erheblich kostspieliger gewesen.

TGV InOui

Der Weg:
Im wesentlichen habe ich mich an den „offiziellen“ Wegverlauf gehalten. Zwischendurch habe ich aber die Routen meinen Bedürfnissen angepasst.

Die meisten Wegabschnitte sind sehr gut markiert. Öfters verlaufen mehrere Wege auf identer Strecke. Das sind vor allem die GR 145 und die GR128.
Es ist von Vorteil, über ein Offline – GPS-App (OsMand+ o.ä. ) zu verfügen, um sich auch alternative Routen aussuchen zu können oder in Städten die gewünschte Route zu finden.

Achtung: Meilen nicht Kilometer!

In England gibt es immer noch die alten traditionellen Footpathes, die schon seit Jahrhunderen bestehen und auch über Äcker verlaufen können.

Footpath querfeldein

So habe ich gleich die ersten beiden Strecken in Frankreich durch einen anderen Verlauf umgangen und dadurch Kilometer und Übernachtungen gespart.

Der Asphaltanteil ist zeitweise hoch, aber in guter Relation mit anderen Wegen. In England ist die Strecke noch leicht hügelig, in Frankreich jedoch sehr flach.
Stark befahrene Strecken müssen kaum begangen werden. Manchmal ist man froh, wenn man einem Auto oder Traktor begegnet.

Unterkunft und Verpflegung:
Im Anhang gibt es auch meine Unterkunftsliste, die aber nur eine Anregung sein kann. Die Aktualität ist sehr unterschiedlich. Es gibt wenige typische „Pilgerherbergen“. Im Wesentlichen ist man auf Pensionen und Hotels angewiesen.

Auf Campingplätzen werden oft Mobilehomes an Pilger vermietet. Sie sind sehr bequem, trocken und warm.

Mobilehome


Die Qualität der Quartiere ist nicht immer vom Preis abhängig. Besonders in Frankreich können mehrere Feiertage hintereinander dazu führen, dass alle erschwinglichen Quartiere ausgebucht sind.
Vor allem am Wochenende gibt es auch wenig Busverbindungen, um in entferntere Quartiere auszuweichen.

Bed & Breakfast

Es lohnt sich, sich rechtzeitig um die Verpflegung zu kümmern. Es kann durchaus sein, dass es zwar eine Unterkunft, aber kein Essen gibt, oder, dass alle Geschäfte geschlossen sind. Sonst gibt es natürlich meist Kebab, Pizza oder Asia-Food.

Natur und Kultur:
Der Weg führt sowohl in England als auch in Frankreich durch seit jeher agrarisch genutzes Gebiet mit teilweise Jahrhunderte alten Siedlungen. In England sind viele während des 2. Weltkrieges zerbombt worden. In Frankreich ist kaum ein Dorf in der durchwanderten Region im 1. Weltkrieg unzerstört geblieben. Im 2- Weltkrieg kam das Unglück noch ein zweites Mal.
Zahlreiche Naturschutzgebiete, vor allem Feuchtbiotope, sind am Wegesrand interessant.

Die kulturellen Highlights auf der Route sind zahlreich, seien es vielen Relikte aus dem Mittelalter wie Kirchen und Burgen, oder Bauten aus dem Barock oder Art Deco. Fast jeder Ort kann mit einem mittelalterlichen Kern oder interessanten Gebäuden, aufwarten, die meisten sind aber wiedererrichtet.

Wanderführer:
Für die Via Francicena gibt es einen aktuellen englichen Wanderführer.

„Walking the Via Francigena Pilgrim Route – Part 1: Canterbury to Lausanne“ (Cicerone guidebooks) Taschenbuch – 15. Februar 2023
Englisch Ausgabe von Sandy Brown (Autor)

Auch im Internet gibt es Apps und Links, die teilweise hilfreich sein können:

https://www.viefrancigene.org/
Diese Seite ist im Aufbau begriffen, Sie bietet die „offiziellen“ Routen und einige Quartiere.

Die App „Camino Ninja“ ist auch gerade im Aufbau. Sie ist sehr „Booking.com“-lastig.

Auf der Seite der Federation Francais de la Via Francigena (FFVT) wird alljährlich ein Adressenbuch angeboten: https://ffvf.fr/

Statistik:

An den 18 Gehtagen habe ich mehr als 475 km zurückgelegt, für die „nackten Nettokilometer“ bleiben nach Abzug der Stadtbesichtigungen und diverser „Ehrenrunden“ 446 km übrig. Dabei fielen etwa 3750 Bergauf- und 3480 Bergab- Höhenmeter an. Die Tagesstrecken lagen zwischen 18,1 und 39,2 km, im Median 26,0 km.

Alle Angaben bezüglich der Quartiere und Distanzen sind ohne Gewähr. Es liegt in der Eigenverantwortung des Benutzers, sich von der Richtigkeit zu überzeugen.

Zur Tabelle der Tagesstrecken

Quartierliste (folgt)

Ein Kommentar zu „Resumé über die Via Francigena von Canterbury nach Reims

  1. Eckl Franz

    Lieber Gerhard, du machst das sowas von professionell, da schlackern einem die Ohren und die Zähne werden lang.
    Ich hab nun die Strecke von Lausanne bis Rom geschafft und freue mich schon darauf, im nächsten Jahr deinen Spuren ab Canterbury zu folgen.

    Antworten

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