In der Nacht dürfte es öfters geregnet haben, aber ich habe gut geschlafen. Pünktlich um 7 Uhr kommen die Hausleute mit dem Frühstück. Ich habe richtig Hunger. Daran merke ich, dass ich die letzten Tage ordentlich „gearbeitet“ habe.
Schon vor 8 Uhr bin ich wieder auf der Straße. Der heutige Tag ist sehr asphaltlastig. Das macht mir nicht wirklich viel aus, außer dass ich dann zu schnell werde.

Um 9 Uhr bin ich schon in Corbeny und stoße dort auf den ersten Weingarten. Hat die Champagne schon begonnen?

Doch auch ein Schwert in einem Felsen finde ich dort. Sollte das das Excalibur 2.0 sein, das König Arthur noch herausziehen sollte? Ich habe es nicht versucht.

Im „Zentrum“ angekommen, kehre gleich in der Bar ein. Dort erfahre ich von der Wirtin, dass im nächsten Ort kein Quartier frei ist, und im übernächsten im Haus Emmaus nur ein Bett zur Verfügung steht.
Das waren noch Zeiten, als Post, Telegraph, Telefon und Sparkasse unter einem Dach vereint waren. Was ist ein Telegraph? Haha…

Ich warte, bis ein Zwischenregenguss beendet ist und marschiere in den Horizont.

Hinter dem Hügel liegt Juvincourt-et-Damary, ein weiters Dorf am Weg.

Danach geht es auf Gras weiter, aber nur 2,5 km. Dann ist wieder Asphalt bis zum Ende dran. Felder gibt es ohne Ende.


In Berry-au-Bac gäbe es im Emmaus-Zentrum doch eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Emmaus-Gruppe setzt sich für Benachteiligte aller Art ein und wird von vielen Ehrenamtlichen getragen.
Es ist erst 11.30 Uhr. Was soll ich dort den ganzen Tag. Ich esse dort mit den Leuten. Das Essen schmeckt vorzüglich. Ich hinterlasse eine Spende und gehe weiter bis Cormicy.
Gleich nach Berry-au-Bac überquere ich zwei Arme der Aisne und dann den Canal Latéral á l’Aisne.

Da werde ich auch Zeuge einer Schiffshebung in einer Schleuse. Links und rechts neben dem Schiff sind nur zentimeterbreite Zwischenräume.



In Cormicy nehme ich den Bus nach Reims, da es in der ganzen Umgebung keine freien Unterkünfte gibt. Nach einer Fahrt von etwa 40 Minuten komme ich hinter dem Bahnhof in Reims an und gehe gleich in mein Hotel, das Ardenn‘ Hotel. Das Haus ist klein, sauber und günstig.


Dann begebe ich mich auf einen kurzen Erkundungspaziergang zur Kathedrale.

Morgen nehme ich mir einen „Ruhetag“, um Reims zu besichtigen. Am Montag werde ich mit dem Bus wieder nach Corveny fahren, um weiterzugehen. Am Sonntag gibt es keinen Bus.
Schließlich gehe ich noch Essen, diesmal libanesisch. Hmmm…


Tagesstrecke: 21,8 km; ↑57 m; ↓68 m
