Am Vorplatz des Hauptbahnhofs starten wir jetzt unseren 3. Abschnitt des Lutherweges.
Frankfurt Hauptbahnhof
Durch die Kaiserstraße wandern wir entlang der Wolkenkratzer zum „Römerberg“, dem Platz vor dem Rathaus.
Wolkenkratzer im Business-DistriktAuf dem RömerbergRömerberg mit Nikolaikirche
In der Nikolaikirche hole ich die Stempel für unsere Pilgerpässe. Der letzte aus dem Vorjahr und der erste von heuer sind ident.
Evangelische Nikolaikirche
Nur ein Haus überstand die Bombardements im 2. Weltkrieg, der Gasthof „Haus Wertheim“. Alle Gebäude rundum sind im alten Stil wiedererrichtet worden.
Haus Wertheim
Wir überqueren den Main über den Eisernen Steg. Dieser seit 1868 bestehende Fußgängerübergang ist 173 m lang.
Frankfurt – Eiserner StegFrankfurt – Eiserner Steg Blick nach WestenFrankfurt – Eiserner Steg Blick nach Osten Frankfurt – Eiserner Steg Skyline
Wir suchen den ersten Wegweiser des Lutherwegs. Diesen Zeichen wollen wir bis Worms folgen.
Wegweiser Lutherweg
Wir folgen den Markierungen nach Süden und kommen an der evangelischen Bergkirche vorbei, wo wir mit der Pfarrerin kurz plaudern und von ihr den nächsten Stempel bekommen.
Bergkirche im Stadtteil Sachsenhausen
Nun verlassen wir den Siedlungsbereich von Frankfurt und tauchen in den Stadtwald ein.
Frankfurter Stadtwald
Die fast geraden Schotterwege und nur ein paar Spaziergänger und Radfahrer sind jetzt recht angenehm.
Frankfurter Stadtwald
Ein überdimensionaler Specht bearbeitet gerade eine Eiche.
Frankfurter Stadtwald
Nach etwa zweieinhalb Stunden kommen wir in die Hugenotten- und Waldenserstadt Neu-Isenburg.
Neu-Isenburg wurde am 24. Juli 1699 als Exulantenstadt von Hugenotten gegründet, französischen Protestanten, die nach der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes aus Frankreich hatten fliehen müssen. Sie ist eine der Planstädte des 17. und 18. Jhdts.
Neu-Isenburg – Frankfurter Straße Neu-Isenburg – Museum, Löwengasse
Wir wollen es wieder probieren: Der Lutherweg soll heuer vollendet werden. In den letzten beiden Jahren haben eine Covid-Erkrankung und Zeitmangel verhindert, dass wir bis Worms gekommen wären. Heuer hoffen wir, in Worms in Luthers Fußspuren stehen zu können.
1521 erhielt Martin Luther von Kaiser Karl V die „Einladung“ zum Reichstag zu Worms, der der Reformator nachkam. Ein Teil der Strecke wurde 500 Jahre später zum Gedenken an diese schicksalshafte Reise als „Lutherweg 1521“ ausgewiesen. Dieser Pilgerweg führt von Eisenach mit der bekannten Wartburg über Frankfurt/Main nach Worms.
Martin Luther (Ausschnitt eines Bildes von Lukas Cranach – Schloss Gotthof, Scheswig)
Die Strecke führt von Eisenach in Thüringen, quer durch Hessen nach Worms in Rheinland-Pfalz.
Karte des Lutherwegs
Wie immer wählen wir die Bahn als umweltfreundliches und günstiges Verkehrsmittel, um an den Ausgangspunkt unserer Wanderung zu gelangen.
Um 5.39 Uhr starten wir mit der S3 vor der Haustür um 5.39 Uhr und fahren mit den Morgenpendlern zum Hauptbahnhof Graz.
Früh am Morgen
Hier wartet schon der ICE 210 Schleswig-Holstein, der Graz direkt mit Frankfurt verbindet. Vor ein paar Jahren war ich mit dieser Garnitur schon in Deutschland unterwegs.
ICE 210 Schleswig-Holstein
Die Zugroute führt über die Weststeiermark, den Koralmtunnel, Klagenfurt, Villach, Tauerntunnel, Salzburg, München, Ulm und Heidelberg nach Frankfurt.
ICE 210 Schleswig-Holstein
Der Zug ist vorerst fast leer, aber gut reserviert, in St. Paul wird er aber von Pendlern gestürmt.
Mit 220 km/h geht es durch das Lavanttal und das Drautal.
ICE 210 Schleswig-Holstein
Durch die „Alpen“:
DrautalMölltalGasteinertal
Ab Salzburg ist unser Zug nahezu voll. Das bleibt so bis bis München. Auch danach sind nur einzelne Plätze frei. Kurzfristige Verspätungen werden immer wieder aufgeholt.
Schließlich kommen wir mit drei Minuten Verspätung am Hauptbahnhof in Frankfurt an.
Heute wollen wir früh aufbrechen, um unsere Busverbindungen in Griffen rechtzeitig erreichen zu können. In der Früh ist die Kirche noch geschlossen und die Schlüsselverwaltein aufschrecken wollte ich auch nicht.
Pfarrkirche Diex
Heute geht es meist bergab und das auch noch bequem.
BergabBlick nach Osten in Richtung Lavanttal
Kurz stellt sich uns ein Hindernis in den Weg. Wegen Forstarbeiten nach einem Windbruch war der Weg vor einiger Zeit gesperrt und Wanderer mussten einen großen Umweg gehen. Jetzt ist die Tafel weg, aber der Originalweg ist ist eher beschwerlich zu gehen. Wir nehmen kurzerhand den neu eingerichteten Holzbringungsweg und sind bald wieder auf einem gut begehbaren Weg.
HolzbringungswegWeg in Richtung Griffen (Grafenbach)
Das ehemalige Prämonstratenser-Chorherrenstift St. Maria in Griffental, kurz Stift Griffen genannt, liegt etwa 2,5 km vom Ortzentrum entfernt und besteht aus einer im Kern romanischen Stiftskirche, den nordwestlich angrenzenden barocken Stiftsgebäuden und ist von einer hohen, gotischen Wehrmauer umgeben. Heute ist hier das Museum Stift Griffen mit einer Peter Handke – Literaturausstellung untergebracht. Der Literatur-Nobelpreisträger Handke wurde hier in Griffen geboren.
Stift GriffenStift Griffen
Die spätromanische dreischiffige Pfeilerbasilika lag ursprünglich außerhalb der ehemaligen wehrhaften Kirchhofmauer. 1272 wurden das Kloster und die neue Stiftskirche Maria in Haslach (Maria Himmelfahrt) fertiggestellt
Stift Griffen
Die spätromanische dreischiffige Pfeilerbasilika lag ursprünglich außerhalb der ehemaligen wehrhaften Kirchhofmauer.
Stift Griffen
Mehrer Brände suchten das Kloster heim, so auch einer 1750, durch den das Stift mitsamt wichtigen Wertpapieren und Dokumenten niederbrannte.
Stift Griffen – Hochaltar
1786 wurde das Stift vor allem aus wirtschaftlichen Gründen (der Brand einige Jahre zuvor führte zu einer erneuten Verschuldung) durch Joseph II. aufgehoben und die Stiftskirche wurde Pfarrkirche.
Stift Griffen – Kanzel
Bevor noch Markt Griffen zu sehen ist, erblicken wir schon die Ruine der Höhenburg, die zwischen 1124 und 1146 von den Bamberger Fürstbischöfen erbaut wurde.
Burg Griffen
Die Burg wurde nach 1768 nach und nach dem Verfall preisgegeben und 1840 die Dächer eingerissen. Seit 2000 bemüht man sich um eine Restaurierung, Im Burgfelsen ist die Tropfsteinhöhle Griffen zu finden.
Burg Griffen
Wir sind viel schneller als erwartet in Griffen angekommen. So bleibt genügend Zeit für einen gemeinsamen Abschluss mit Suppe und Getränk.
Gemeinsames Suppenessen serviert von unserem Cheforganisator Gert. DANKE!
Auch heute erwartet uns wieder schönster Sonnenschein. Die angesagten Bodennebel sind kaum wahrnehmbar. Heute haben wir gleich wieder einen langen Anstieg.
Blick auf Brückl
200 m über dem Ort steht die kleine Kirche St. Lorenzen. St. Lorenzen war die Urpfarre von Brückl, eine von zehn Urpfarren in Kärnten. Ihre Gründung erfolgte in den Jahren zwischen 860 und 927 von Salzburg aus.
Brückl – St. Lorenzen
Im Inneren birgt das Kirchenschiff romanische und gotische Fresken.
Brückl – St. Lorenzen
Es geht weiter im Aufstieg in Richtung Gretschitz.
Aufstieg
Vor uns taucht die Filialkirche St. Andreas auf. Wir sind schon auf 1160 m.
Filialkirche St. Andreas
Auf einer Wiese sind tausende von Herbstkrokussen gepflanzt worden. Vereinzelt sollen sich auch Safranpflanzen darunter befinden. Das lila Herz leuchtet besonders heraus.
HerbstkrokussePracht-Herbst-Krokus (Crocus speciosus)Filialkirche St. AndreasFilialkirche St. Andreas
Von Ferne sehen wir erstmals die beiden Türme der Pfarrkirche von Diex.
Diex
Aber vorher machen wir noch einen Abstecher zum Kreuzungspunkt des Fernwanderwegs „Eisenwurzenweg 08“ mit dem Mariazellerweg 06 und einigen lokalen Wanderwegen. Der Sudeten-Alpen-Adria-Weg I 21 ist ebenso mit einer Tafel vertreten wie die „Via Slavorum“, der internationale Pilgerweg I 26 Krakau – Brünn – Retz – Klosterneuburg – Mariazell – Assisi – Rom, den ich schon zu einem Großteil gegangen bin.
WegweiserGedenkstein „Mariazellereg – Wisenwurzenweg“Via Slavorum“, der internationale Pilgerweg I 26
Interessant sind auch die Informationastafeln des „Diexer Abstimmungs- Wanderwegs“, der die Ereignisse der Zeit nach dem 1. Weltkrieg zu erklären versucht.
Diex (Aussprache: [ˈdiːɛks]; slow.: Djekše) wurde in einer Schenkungsurkunde von König Arnulf 895 erstmals als Mons Diehse erwähnt.
Die gotische Wehrkirche wurde anfang des 14. Jhdts. wegen der Gefahr der Osmaneneinfälle und der ungarischen Besatzung mit einer 5 m hohen Ringmauer versehen. Im so entstandenen Kirchhof werden die Toten bis heute bestattet. Leider konnten wir wegen der Feierlichkeiten zum Allerheiligentag nicht in das Innere der Kirche.
Pfarrkirche DiexPfarrkirche DiexDiex – Wehrgang um die Kirche
Wir übernachten im letzten dem Ort verbliebenen Gasthaus „Messner“.
Nach ausgiebigem Frühstück fahren wir mit Taxis an den gestrigen Endpunkt in Ottmanach zurück. Offentliche Verkehrsmittel sind Fehlanzeige.
Bei der Pfarrkirche in Ottmanach beginnen wir die heutige Etappe.
Ottamnach – Pfarrkirche
Nach wenigen hundert Metern beginnt der Aufstieg zum Magdalensberg. Trotz Bewölkung ist es nicht kalt.
Die Kirche am Gipfel des 1058 Meter hohen Magdalensberges ist der heiligen Helena und Maria Magdalena geweiht. Sie geht auf ein Gebäude aus dem 11. Jhdt. zurück, das im 15. Jhdt. erweitert wurde. Der spätgotische Hochaltar von 1502 birgt im Schrein eine große Schnitzfigur, die die heiligen Helena mit Kirchenmodell und Kreuz darstellt.
Kirche am Magdalensberg
Im Restaueanr „Gipfelhaus Magdalensberg“ haben wir uns vorzüglich gestärkt. Leider war hier kein Quartier für die Nacht zu haben. Von der Terrasse des Restaurants haben wir einen Fernblick über die Karawanken und die Hohen Tauern.
MagdalensbergBlick vom MagdalensbergRotwildgehegeBlick zurück
Im Archäologischen Park wird die antike Geschichte der Gegend aufgearbeitet. Die Noriker waren im 3. Jhdt. v. Chr. hier ansässig und bekannt für die Gewinnung des hochwertigen „Norischen Eisens“. Auf dem Gipfelplateau und an den angrenzenden Abhängen siedelten sie in der Stadt am Magdalensberg, ehe sie in die römische Stadt Virunum im Zollfeld absiedelten. Zahlreiche Funde wie der Jüngling vom Magdalensberg zeugen von der hohen Kultur.
Archäologischer Park am MagdalensbergArchäologischer Park am Magdalensberg
Gleich nach dem Abstieg nach Göriach geht es durch den Herbstwald auf den Christofberg auf fast 1000 m Seehöhe. Am 4. Juni 1919 kam es im Vorfeld des KärntnerAbwehrkampfes auf den Höhenlinien des Christofberges zur Besetzung durch jugoslawische Truppen und Vertreibung der ortsansässigen Bevölkerung.
Herbstwald
Auf dem Christofberg steht auch die gleichnamige Kirche St. Christof. Leider ist die im 17. Jhdt errichtete Kirche geschlossen. Im Gasthof „Zum Messner“, direkt neben der Kirche, haben wir sehr gut zu Mittag gegessen.
Filialkirche St. GristofDie Koralm mit WolkenhutDer Magdalensberg von Ferne
Wir machen einen kleinen Abstecher zum Lippekogel, der sogar ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch hat.
LippekogelLippekogel
Das Gurktal liegt unter uns. Da sind noch einige Höhenmeter zu überwinden.
Gurktal
Auf der Westseite des Lippekogels können wir im Tal die Burg Hochosterwitz erkennen.
Hochosterwitz
Der Abstieg nach Brückl ist recht steil. In kurzer Zeit überwinden wir 580 Höhenmeter. Brückl ist Industriestandort. Das Kettenwerk der PEWAG war früher Großlieferant der k.u.k Marine. Im 20. Jhdt. kam Chemieindustrie (Chlorkali-Elektrolyse der Donau-Chemie) dazu. Sie war in weiterer Folge Ursache für den HCB-Skandal im Görtschitztal 2014, wo große Mengen Chlorkohlenwasserstoffe freigesetzt wurden.
Brückl
Heute nächtigen wir im Gasthof Schattleitner, wo wir auch sehr gut verköstigt werden
Die Anreise nach Klagenfurt, natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, erfolgt noch in finsterer Nacht. Mit der S-Bahn geht es zum Grazer Hauptbahnhof und dann schon mit einem kleinen Grüppchen von Mitwanderern im Expressbus ICB 5920 nach Klagenfurt.
Klagenfurt Hauptbahnhof – Vorplatz
Die Bahnhofshalle wurde in den 1050er Jahren von Giselbert Hocke gestaltet. Die inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Gemälde sind rund 22 Meter breit und fünf Meter hoch. Als die Fresken 1956 fertiggestellt wurden, kam es zu Protesten der Bevölkerung.
Klagenfurt Hauptbahnhof – Fresken in der Halle
Am Bahnhof in Klagenfurt treffen wir auf die anderen Teilnehmer unserer Gruppe und nehmen die nächste S-Bahn nach Annabichl.
Klagenfurt Hauptbahnhof
Jetzt sind wir auf dem Mariazellerweg
Mariazellerweg
Beim Weißen Kreuz haben wir eine gute Aussicht auf das noch nebelige Klagenfurt
Weißes KreuzWeißes KreuzBlick auf Klagenfurt
Jetzt geht es durch die Wälder des Maria Saaler Berges.
Herbstlicher Maria Saaler Berg
Am Rande des Glantales liegt die Dom- und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal.
Die ursprünglich karolingische und romanische Kirche wurde im 15. Jhdt. im spätgotischen Stil umgebaut.
Dom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal
In den Außenmauern befinden sich zahlreiche Artefakte aus der römischen Besiedlungszeit auf dem Zollfeld und dem Magdalensberg.
Dom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal – Röm. Steinrelief – Romulus und RemusDom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal – Röm. Grabsteinfragment – Seelenkutsche ins Jenseits
In den Feldern des Netzrippengewölbes im Langhaus ist der Stammbaum Jesu in Freskomalerei (1490) dargestellt.
Dom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal – Langhaus
Der Hochaltar wurde um 1714 errichtet. Die Madonna mit Kind von 1425 im Schrein wird als Gnadenstatue verehrt.
Dom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal – Hochaltar
Herbert Böckls Fresko „Errettung des Heiligen Petrus aus den Fluten des See Genezareth“ (1928) erregte viel Aufsehen, zeigt Petrus doch die Züge Lenins. Dieses Werk sorgte für einen Skandal, da es zu dieser Zeit als sehr provokativ galt, weshalb es bis 1982 verdeckt war. Das Fresko sollte ausdrücken, dass Jesus alle errettet, auch eine umstrittene Figur wie Lenin.
Dom und Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt in Maria Saal – Herbert Böckl „Errettung des Heiligen Petrus aus den Fluten des See Genezareth“
Der Karner neben dem Dom war ursprünglich ein kreisrunder romanischer Bau, der 1416 dem hl. Michael geweiht war und um 1500 mit einem doppelgeschoßigen offenen neunseitigen Arkadenumgang erweitert wurde.
Maria Saal – Karner
Unser Weg führt uns jetzt über die Gmeinkogel zum Stutterer Moos.
Stutterer Moos
Der nächste Anstieg folgt gleich: Es geht hinauf in den Weiler Stuttern, von wo wir wieder eine schöne Aussicht bis zu den wolkenverhüllten Gipfeln der östlichen Karawanken haben.
Aufstieg nach StutternÖstliche Karawanken
Schließlich erreichen wir unser Tagesziel, den kleinen Ort Ottmanach. Der Name leitet sich von Otmanica ab und wurde als „Königshube“ des Kaisers Otto II. bereits 980 erwähnt. Die ursprünglich romanische Pfarrkirche von 1134 wurde immer wieder baulich verändert.
Ottmanach – Pfarrkirche
Im Schloss Ottmanach wuchs Udo Jürgen Bockelmann alias Udo Jürgens mit seinen Brüdern auf. Bis 1959 war das Anwesen im Besitz der Familie Bockelmann. Auf dem Friedhof ist das Familiengrab zu sehen.
Ottmanach – SchlossalleOttmanach – Seitenansicht des Schlosses
Nun geht es mit dem Linienbus wieder zurück nach Klagenfurt-Annabichl, wo wir im Gasthof Neuwirt unsere Quartiere beziehen.
Gasthof Neuwirt/KressnigGasthof Neuwirt/Kressnig
Zum Abendessen fahren wir wieder mit der S-Bahn in die Innenstadt.
Klagenfurt – Alter PlatzKlagenfurt – Pfarrkirche Klagenfurt-St. Egid
Ich darf auch heuer mit einer Gruppe der Alpenvereinssektion „Weitwanderer“ auf dem Kärntner Mariazellerweg oder Kärntner „Zellerweg“ unterwegs sein. Diesmal steht der Abschnitt von Klagenfurt nach Griffen auf dem Programm. Im letzten Jahr war es die Strecke von Griffen nach Eibiswald (siehe Links). Den „Restweg“ bis Mariazell bin ich schon vorher gegangen.
Am Magdalensberg
Dank Gert, unserem „Tourguide“ und Organisator, haben die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Quartierbeschaffung hervorragend geklappt.
Die Zusammenfassung des 1. und 2. Abschnittes des Lutherweges 1521 beschreibt den Weg, den Martin Luther 1521 auf „Einladung“ des Kaisers von Eisenach (Wartburg) nach Worms und retour zurückgelegt hat. Der 1. Abschnitt endete wegen einer Erkrankung 2024 in Niederjossa. 2025 folgte dort die Fortsetzung mit dem Ende in Frankfurt.
Anreise und Rückfahrt: Für beide Reisebewegungen haben wir uns wie meistens für die Bahn entschieden: Graz – München mit dem EC, dann Umsteigen auf den ICE bis Erfurt und von dort nach Eisenach. Bei der Rückfahrt geht es mit dem Bus nach Bad Hersfeld, mit dem RE bis Fulda und drei Tage später mit dem ICE von Fulda via Wien nach Graz. Die 2. Fahrt: wieder mit dem EC bis München, mit dem ICE bis Fulda, mit dem RE nach Bad Hersfeld und mit dem Bus nach Niederjossa. Auf beiden Hinfahrten kommen wir exakt zur richtigen Zeit an! Bei den Rückfahrten gibt es geringfügige Verspätungen.
Der Weg: Vorweg: Die meisten Wegabschnitte sind sehr gut markiert. Öfters verlaufen mehrere Wege auf identer Strecke. Trotzdem ist es kein Nachteil, über ein Offline – GPS-App (OsMand+) zu verfügen, um sich auch alternative Routen aussuchen zu können.
Gegen Frankfurt zu werden die Markierungen auf Feldern durch Hinweistafeln ersetzt. Wahrscheinlich sind sie zu oft den landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer gefallen. Der Asphaltanteil ist zeitweise hoch, aber in guter Relation mit anderen Wegen. Im Osten gibt es noch ein paar Hügel, die aber nie steil werden. Im Westen verlaufen die Wege sehr flach. Stark befahrene Strecken müssen kaum begangen werden.
Unterkunft und Verpflegung: Im Anhang gibt es auch eine Unterkunftsliste, die aber nur eine Anregung sein kann. Die Aktualität ist sehr unterschiedlich. Im Wesentlichen ist man auf Pensionen und Hotels angewiesen. Die Qualität der Quartiere ist nicht immer vom Preis abhängig. Herbergen im Sinne des spanischen Jakobsweges gibt es nicht.
Es lohnt sich, sich rechtzeitig um die Verpflegung zu kümmern. Es kann durchaus sein, dass es zwar eine Unterkunft, aber kein Essen gibt, oder, dass alle Geschäfte geschlossen sind. Sonst gibt es natürlich meist „gutbürgerliche Küche“ = Schnitzel in jeder Form oder Pizza.
Natur und Kultur: Der Lutherweg führt durch seit jeher agrarisch genutzes Gebiet mit teilweise jahrhundertealten Siedlungen. Zum Glück sind nicht alle während des Dreißigjährigen Krieges oder im 2. Weltkrieg zerstört worden. Zahlreiche Naturschutzgebiete, vor allem Feuchtbiotope, sind am Wegesrand interessant. Auch die Vielzahl der Streuobstanlagen ist auffallend.
Die kulturellen Highlights auf der Route sind zahlreich, seien es die vielen Relikte aus dem Mittelalter wie Kirchen und Burgen, oder die Bauten aus dem Barock. Fast jeder Ort kann mit einem mittelalterlichen Kern oder interessanten Gebäuden, meist Fachwerkbauten, aufwarten.
Wanderführer: Für den Lutherweg 1521 gibt es einen aktuellen Wanderführer aus dem Rotherverlag und einen älteren, der auch sehr gut ist. Ich habe zur Planung beide verwendet. Hinweise bekommt man auch auf der Website des Vereins: „Lutherweg 1521“ bzw. auf dessen Facebook-Präsenz.
Claus-Günter Frank, Lutherweg 1521: Ein deutscher Pilgerweg von Worms zur Wartburg. 24 Etappen. Mit GPS-Tracks (Rother Wanderführer) Taschenbuch – 6. Oktober 2021
Statistik: An den 14 Gehtagen haben wir mehr als 280 km zurückgelegt, für die „nackten Nettokilometer“ bleiben nach Abzug der Stadtbesichtigungen und diverser „Ehrenrunden“ 265 km übrig. Dabei fielen etwa 2800 Bergauf- und 3150 Bergab- Höhenmeter an. Die bereinigten Tagesstrecken ohne Besichtigungen lagen zwischen 13,5 und 25,3 km, im Median 18,9 km.
Alle Angaben bezüglich der Quartiere und Distanzen sind ohne Gewähr. Es liegt in der Eigenverantwortung des Benutzers, sich von der Richtigkeit zu überzeugen.
In der Früh machen wir noch einen kleinen Spaziergang entlang des Mains, versorgen uns mit Proviant für die Heimreise und warten auf unseren Zug.
Am Mainufer – Westhafen
Wir lassen uns nicht stören!
KanadagänseUnter der Friedensbrücke Jüdisches MuseumHauptbahnhof
Unser Zug aus Dortmund kommt mit nur 10 Minuten Verspätung an.
ICE 27 Dortmund – WienAbschied von Frankfurt
Die Fahrt mit dem ICE 27 in Richtung Wien verläuft äußerst ruhig, wenngleich der Zug sehr voll ist. Die Verspätung verringert sich bis Linz auf sieben Minuten und der Anschlusszug IC 603 nach Graz steht schon auf dem Perron. Jetzt hoffen wir, dass wir pünktlich in Graz ankommen und wir das Ende einer schönen Reise zu Hause genießen können.
Heute wollen wir uns ein bisschen in Frankfurt umsehen und gehen es gemütlich an. Obwohl unser Hotel in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofs ist, ist es recht ruhig. Auf der anderen Seite befindet sich auch gleich die Polizeistation.
Die Frankfurter Innenstadt war, wie die meisten deutschen Städte, nach dem 2. Weltkrieg total zerstört. Fast alle historischen Gebäude wurden danach im alten Stil wiedererrichtet.
Der „Kaiserdom“, der eigentlich nie Dom war, weil er nie Bischofssitz war, wurde nach schweren Bombentreffern wieder aufgebaut. Er ist die ehemalige Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser. In der Wahlkapelle wurden die Kaiser durch die Kurfürsten gewählt.
KaiserdomKaiserdom
Patron des Domes ist seit 1239 der Apostel und Märtyrer Bartholomäus. Seine im Dom verwahrte Schädeldecke ist die wertvollste Reliquie der Kirche.
Altar mit Bartholomäus-Reliquie
Die Inneneinrichtung des Domes wurde in der Kriegszeit rechtzeitig in Sicherheit gebracht.
Kaiserdom„Alt“ und neu
Der „Römer“ ist das Rathaus von Frankfurt und beherbergt auch die „Kaiserhalle“.
Frankfurt – Rathaus
Der wohl bekannteste Saal des Römers befindet im zweiten Obergeschoss. Hier fanden im Heiligen Römischen Reich seit 1612 die Krönungsbankette nach der Kaiserwahl statt. Heute ist der Kaisersaal vor allem berühmt durch die Bilder aller 52 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.
Kaisersaal
Der Platz vor dem Rathaus ist auch bei Regen sehenswert.
Am Römerberg (vor dem Rathaus)„Schwarzer Stern“
Es ist nicht weit zum Geburts- und Wohnhaus des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe. Die Möbel sind angeblich noch original aus der Zeit seiner Eltern, die schon recht wohlhabend gewesen sind.
GoethehausGoethehaus
Vor der Europäischen Zentalbank fährt gerade ein größeres Polizeiaufgebot vor. Wahrscheinlich werden ein paar Promis erwartet.
PolizeiEuropäische Zentralbank
Unsere nächste Station ist der „Main-Tower“, Mit 18 km/h geht es mit dem Lift bis zur Aussichtsterrasse auf 198 m Höhe.
Durch das windige Wetter haben wir gute Fernsicht.
Aussicht vom MAIN TOWERAussicht vom MAIN TOWERAussicht vom MAIN TOWERAussicht vom MAIN TOWERAussicht vom MAIN TOWER
Unser Abendessen nehmen wir in einem urigen Lokal ein. Das Haus Wertheim, auch Wertheym, ist ein um 1600 errichtetes Fachwerkhaus. Es ist das einzige im Originalzustand erhaltene Haus mit freiliegendem Fachwerk in der Frankfurter Altstadt, das die Luftangriffe auf Frankfurt am Main nahezu unversehrt überstand.
Gaststätte im Haus Wertheym
Einigermaßen müde kehren wir in unser Hotel zurück.