Heute beginne ich meine neue Wanderung unter dem Zeichen des Romwegs, den Schlüsseln Petri. Ich werde auch heuer wieder versuchen, von jeder Etappe einen Bericht mit ein paar Bildern zu verfassen. Ich freue mich auf eure Begleitung.

Der erste Tag steht wohl unter dem Titel „Raus aus der Stadt!“ Gleich zu Beginn komme ich am alten Kriegerdenkmal vorbei, wo der Gefallenen der beiden Weltkriege und der vielen Bombenopfer aus Graz-Liebenau gedacht wird.
Hier wurden in der K.u.K. – Zeit Kadetten für die Armee des Kaisers ausgebildet. Später war hier die NAPOLA des 3. Reiches. Heute ist es ein Gymnasium mit vielen interessanten Ausbildungsmöglichkeiten und dem schönsten Campus Österreichs.


An der Mur wird gerade ein neues Kraftwerk errichtet. Dafür musste viel Natur weichen.

Der tägliche Morgenverkehr hat die Straße fest im Griff. Da muss ich einfach vorbei.

Die altehrwürdige Pfarrkirche Straßgang liegt auf einer Anhöhe und zeigt an, dass ich das Murtal durchschritten habe.
Endlich geschafft: Jetzt bin ich raus aus der Stadt und komme ins Grüne.


Hier wache ich! Da kommt keiner rein!

Über die Hügellandschaft des Grazer Umlandes führt der Weg auch an diesem alten Bauernhäuschen vorbei.

Von Ferne leuchtet die schneebedeckte Koralm herüber. Der Koralmspeik mit 2140 m war der höchste Punkt auf meinem Jakobsweg nach Santiago. Derzeit wäre eine Überquerung wohl nur mit Tourenschi möglich.
Unterwegs treffe ich auf den Kärntner Mariazeller – Weg, dem ich auf den nächsten Etappen folgen werde.
Der Frühling ist ausgebrochen. Überall sind die ersten Frühblüher zu sehen.
Schließlich liegt Söding, mein heutiges Tagesziel vor mir.

Im Gemeindeamt hole ich mir bei einer freundlichen Sekretärin meinen ersten Stempel.

Gegenüber steht eine Skulptur mit einem Text, der als Leitspruch für den Weg gelten könnte: DURST MACHT AUS WASSER WEIN.

Ich gehe noch an den Ortsrand zum Bahnhof, als schon der Zug einfährt, der auf mich wartet und abfährt. Da habe ich viel Glück, denn sonst hätte ich eine Stunde Wartezeit gehabt.
Ich habe mich entschlossen, die ersten drei Tage als Einzeletappen zurückzulegen und mit der S-Bahn nach Hause zu fahren. Da kann ich nochmals das Material (Schuhe) testen, und habe auch kein Problem mit der Quartiersuche.
Der heutige Tag war durch das milde Wetter sehr angenehm. Überraschenderweise habe ich viele Schotter-, Wiesen- und Waldwege gefunden.
Tagesstrecke: 19,3 km
Bergauf: 198 m
Bergab: 198 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com
































Im neuen Kulturzentrum ist auch ein Theater untergebracht.
Einer der großen Söhne der Stadt ist der Seefahrer und Entdecker Lapérouse aus dem 18. Jhdt.
Die Cathédrale Sainte-Cécile ist von unglaublichen Ausmaßen. Sie ist der weltgrößte Kirchenbau aus Ziegeln.
Außen ist sie schlicht und mächtig wie eine Burg, im Inneren bunt bemalt. Der Chor aus feinsten Steinmetzarbeiten erzählt eine durchgehende Geschichte vom Alten und Neuen Testament.
Neben der Kathedrale steht der Bischofspalast, der Palais de la Berbie.
Hier ist auch das Toulouse-Lautrec – Museum untergebracht. Der Maler ist in Albi geboren.
Zahlreiche seiner Werke sind hier zu sehen. Öfters kann man die Entwicklung eines Themas über mehrere Arbeiten hinweg verfolgen.
Schon seine Studien im Alter von elf und zwölf Jahren sind bemerkenswert. Das große Gebäude ist aufwendig restauriert; im Turm ist das Archiv untergebracht.
Die Pont Vieux führt über den Tarn.
Die Eindrücke von dieser Stadt sind gewaltig. Man könnte wahrscheinlich Tage dort verbringen.
Ein anderes Kleinod ist die Église Saint- Salvi mit einem kleinen Kreuzgang.
Es gibt sogar eine öffentliche Duschanlage, ein Tröpferlbad, in Albi.
Den letzten Tag lasse ich gemütlich mit einem Spaziergang durch Toulouse ausklingen. Vielleicht komme ich das nächste Mal mit dem Zug an.
Morgen geht es heim und es folgt wieder eine Rückschau auf den zweiten Teil der Via Podiensis.
Entlang der Garonne stehen schöne, alte Häuser mit Flussblick.
Dann gehe ich an Bord eines Flussschiffes, mit dem ich eine kleine Rundreise auf der Garonne unternehme.
In der Nähe der Pont Saint-Pierre fahren wir in den Canal de Brienne ein.
Durch eine Schleuse ist der Kanal von der Garonne getrennt.
In einer großen Erweiterung, von der der Canal de Midi und der Canal Latéral á la Garonne abzweigen, geht es wieder zurück auf den Hauptfluss.
Die Pont Neuf war lange Zeit die einzige Brücke über den Fluss und strategisch sehr wichtig.
Nach der Fahrt gehe ich zum Hôtel Dieu Saint-Jaques, einer ehemaligen Pilgerunterkunft und Spital. Dort besuche ich eine Ausstellung zur Medizingeschichte.
Im Hof liegt eine riesige Muschel.
Der anschließende Stadtbummel führt mich durch kleine Gassen.
Nicht alles ist immer sauber. Aber die Müllabfuhr arbeitet auch am Sonntag.
Zum Abschluss bemerke ich, dass sich beide Wanderschuhe in Auflösung befinden. Gut, dass die Reise zu Ende geht.
Mit einem guten Abendessen beschließe ich den schönen Tag.















