Heute setze ich meinen Weg als Etappenwanderung fort. Das heißt, ich werde nicht mehr nach jedem Wandertag nach Hause fahren, sondern in Unterkünften am Weg nächtigen.
Noch etwas Besonderes gibt es für die nächsten vier Etappen: ich gehe erstmals in einer Gruppe.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des KIT Steiermark (Kriseninterventionsteam des Landes Steiermark) findet erstmals eine Fußwallfahrt nach Mariazell statt, der ich mich gerne angeschlossen habe.
Ich starte am Bahnhof beim Murpark in Graz – Liebenau und fahre über den Hauptbahnhof Graz mit der S-Bahn nach Mixnitz.

Mit neun netten Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Steiermark brechen ich in Mixnitz auf. 
Mit viel Schwung geht es durch den Ort in Richtung Bärenschützklamm. 

Gleich beim Einstieg sehen wir in einiger Entfernung eine Steinbockgeiß mit zwei Jungen.
Die Klamm wurde 1901 als touristische Attraktion erschlossen und ist seit 1978 Naturdenkmal. Insgesamt überwinden nun 164 Leitern einen Höhenunterschied von etwa 350 Metern zwischen ca. 750 m und ca. 1100 m.

Der Aufstieg ist wirklich eine Attraktion und mit dem Gepäck auch recht anspruchsvoll. 


Wir haben Glück, dass nach der Trockenheit der letzten Wochen noch Wasser durch die Schlucht rinnt und einen besseren Eindruck des Naturschauspiels vermittelt.
Gleich nach dem Ausstieg vermitteln die Wegweiser beim Gasthaus „Zum guten Hirten“ einen guten Überblick über die Wandermöglichkeiten. 
Der weitere Weg zur Teichalm ist eher gemütlich und bietet auch noch einige Blumen zum Bewundern. Die ersten Herbstzeitlosen lugen durch das Gras.
Auf der Teichalm genießen wir die zweite Rast.
Begleitet von vielen Blüten des Schwalbenschwanzenzians erreichen wir unseren ersten „Gipfel“, den Heulantsch. 


Von dort haben wir einen herrlichen Blick über eines der größten, geschlossenen Almengebiete Europas.


Diese mächtige Kuh wartet geduldig, bis sie in den Melkstall eingelassen wird.
Endlich liegt der Stroßegger Hof am Straßegg vor uns und wir freuen uns auf Speis, Trank und ein Bett.
Route: Mixnitz – Teichalm auf alpenvereinaktiv.com
Teichalm – Straßegg auf alpenvereinactiv.com
Tagesstrecke: 20,7 km
Bergauf: 1338 m
Bergab: 618 m










Am Wegrand finde ich dieses Marterl, das der Dreifaltigkeit gewidmet ist.



Die letzten Meter hinunter zum Tal haben es in sich.
Hier wurde Silber, Blei und Zink abgebaut. Vom frühen Mittelalter ( vor 1240) bis ins letzte Jahrhundert (1927) wurden hier Erze abgebaut und verarbeitet. 







In der Tober (aus dem Slawischen „dobre“ = gut) haben sich ein paar ehemalige Bauernhöfe erhalten. 








Von hier geht ein Netz von gut markierten Wegen aus. Mein Weg ist gleich doppelt markiert: einerseits als Weitwanderwege 06, andererseits als Marienweg oder Mariazellerweg.
Nach etwa hundert Metern biegt der Weg von der Hauptstraße ab und führt über kleine Zubringerwege und landwirtschaftliche Wege ins Umland. Auf dieser Wiese sind drei Rehe versteckt. Zwei haben sich beim Äsen nicht stören lassen, ein drittes hat sich zum Widerkäuen hingelegt.
Im Hügelland, im Schutz der Berge, gibt es einige Obstplantagen.
In der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft Haidegg werden seit vielen Jahren junge Menschen auf Berufe in der Landwirtschaft vorbereitet.
Zum ersten Mal habe ich einen unbehinderten Blick auf mein Tagesziel, den Schöckl.
Zwischendurch geht’s durch schattige Wäldchen.
Endlich kommt einmal ein Wiesenweg, das noch dazu einen besonderen Namen trägt.



Ich gewinne rasch an Höhe und habe noch gute Fernsicht in Richtung Süden. 









Es gäbe natürlich die Alternative die Gondelbahn zu benutzen. Die behalte ich mir für den Rückweg vor. Es gibt auch hier einen Weg entlang der Trasse auf den Berg.
Der Sturm „Paula“ hat um den Schöckl 2008 große Schäden angerichtet.
Ich weiche auf dem Plateau vorerst in Richtung Westgipfel aus.
Vom Gipfelkreuz hat man eine hervorragende Aussicht nach Norden.


Im Stubenberghaus kann man nicht nur sehr gut speisen, sondern auch übernachten. 































Auch für die Rückreise war die Bahn für mich die erste Wahl.
Die Markierungen waren im Großen und Ganzen ausreichend. Als Alleinwanderer habe ich trotzdem gerne die Bestätigung durch einen GPS- Track, vor allem dann, wenn ich lokale Alternativen wählen muss.
Die Strecke ist als durchaus anspruchsvoll einzustufen, wenngleich sie mit zunehmender Nähe zu Rom immer flacher wird. Dafür gibt es dann immer mehr Asphalt.
Eine Anfrage am Tag vorher ist auch hier ratsam, denn nicht alle Beherberbungsbetriebe aus den Listen haben gerade offen oder existieren noch.
Auch die Verpflegungssituation ist entspannt. Wasser findet man immer genügend, wenn man ein bisschen plant und die Vorräte rechtzeitig auffüllt.
Auch die Natur hat vieles zu bieten. Es müssen ja nicht immer Begegnungen mit Wölfen oder Wildschweinen sein. Auch wunderschöne Orchideen und Vogelstimmen können einen erfreuen.







































































































