Diese Zusammenfassung beschreibt die Via Francigena von Lausanne, Schweiz über den Großen St. Bernhard-Pass nach Ivrea in Italien.
Anreise und Rückfahrt: Als Eisenbahnfreund und aus Kostengründen wählte ich die die Bahn. Von Graz fährt normalerweise ein Nightjet mit Liege- und Schlafwagen bis Zürich. Aus bautechnischen Gründen war aber in Feldkirch, Vorarlberg, Schluss und der Rest der Reise bis Lausanne ging mit normalen Zügen weiter. Die Gesamtfahrzeit hat sich dadurch geringfügig erhöht.


Für die Rückreise mit der Bahn hatte ich durch Bauarbeiten im Kanaltal eine ähnliche Situation. Ich musste auf der Gesamtstrecke von Ivrea bis Graz insgesamt sechs Mal umsteigen und kam trotzdem pünktlich an.
Der Weg:
Im wesentlichen habe ich mich an den „offiziellen“ Wegverlauf gehalten. Zwischendurch habe ich aber die Routen meinen Bedürfnissen angepasst.

Die meisten Wegabschnitte sind sehr gut markiert. Öfters verlaufen mehrere Wege auf identer Strecke. Das sind in der Schweiz vor allem der 13er (Alpenpanorama-Weg), der 113er (Terrasses de Lavaux), der 6er (Alpenpässe-Weg), die VA (Via Alpina) und der 70er (Via Francigena).
In Italien sind die Leitwege der 13er, der 103er und der 13Ber. Auf Grund des Geländes ist die Verfolgung des Weges nach Aosta manchmal schwieriger.
Es ist von Vorteil, über ein Offline – GPS-App (OsMand+ o.ä. ) zu verfügen, um sich auch alternative Routen aussuchen zu können oder in Städten die gewünschte Route zu finden.

Der Asphaltanteil ist zeitweise hoch (besonders entlang des Genfersees), aber in guter Relation mit anderen Wegen. Stark befahrene Strecken müssen kaum begangen werden, wenn die Pfade schneefrei sind.
Ein gewichtiger Anteil dieses Abschnittes verläuft im hochalpinen Bereich, wo sich das Wetter und die äußeren Bedingungen rasch ändern können. Auch im Aostatal verläuft der Weg streckenweise auf anspruchsvollen Wanderpfaden mit großen Höhenunterschieden.
Unterkunft und Verpflegung:
Im Anhang stelle ich auch meine Unterkunftsliste zur Verfügung, die aber nur eine Anregung sein kann. Die Aktualität ist sehr unterschiedlich. Es gibt einige typische „Pilgerherbergen“. Vorreservierung ist immer empfehlenswert, da die Unterkünfte nicht nur von Pilgern auf der VF, sondern auch von Wanderern auf anderen Weitwanderwegen und von Nichtpilgern benutzt werden. Dann ist man auf wesentlich teurere Pensionen und Hotels angewiesen. In der Schweiz ist das sehr kostspielig.

Die Qualität der Quartiere entspricht dem versprochenen Standards: Pilgerquartiere einfach, Schlafsackpflicht, sauber – Pensionen guter Standard.
Es lohnt sich, sich rechtzeitig um die Verpflegung zu kümmern. Es kann durchaus sein, dass es zwar eine Unterkunft, aber kein Essen gibt, oder, dass alle Geschäfte geschlossen sind. Sonst gibt es natürlich meist Kebab, Pizza oder Asia-Food.
Natur und Kultur:
Der Weg führt sowohl in der Schweiz als auch in Italien durch seit jeher agrarisch genutzes Gebiet. Die ausgedehnten Weinanbaugebiete in der Schweiz und im Aostatal und die karge Hochgebirgsregion um den Großen St. Bernhard-Pass mit Viehzucht stehen in starkem Kontrast.

Viele Orte haben eine lange Geschichte von der Römerzeit bis ins frühe Mittelalter wie Lausanne, Saint-Maurice oder Aosta.


Wanderführer:
Für die Via Francicena ab Lausanne ist das Angebot an Wanderführern größer.
Ingrid Retterath; Via Francigena von Lausanne nach Rom Wandern auf Pilgerwegen: Routen, Wegbeschreibungen und Reise-Infos
Stein, Conrad, Verlag; Erscheinungsdatum: 24.03.2025; ISBN 978-3-86686-842-7

Es gibt es einen aktuellen englischen Wanderführer.
Sandy Brown; Walking the Via Francigena Pilgrim Route – Part 2; Lausanne and the Great St Bernard Pass to Lucca;
Cicerone Press Limited; Erscheinungsdatum: 23.06.2021; ISBN 978-1-78631-086-6

Auch im Internet gibt es Apps und Links, die teilweise hilfreich sein können:
https://www.gronze.com/via-francigena
Diese Seite begleitet die Via Francigena von Lausanne bis Rom und bietet viele Quartieradressen für Pilger. Sie ist ursprünglich spanisch, was aber kein Problem darstellt.
https://www.viafrancigenasuisse.ch/de/via-francigena/
Hier findet man im Untermenü eine Liste von Unterkünften auf der VF in der Schweiz.
https://www.viefrancigene.org/
Diese Seite ist im Aufbau begriffen, Sie bietet die „offiziellen“ Routen und einige Quartiere.
Die App „Camino Ninja“ ist auch gerade im Aufbau. Sie ist sehr „Booking.com“-lastig.
Statistik:
An den 13 Gehtagen habe ich etwa als 270 km zurückgelegt, für die „nackten Nettokilometer“ bleiben nach Abzug der Stadtbesichtigungen und diverser „Ehrenrunden“ 250 km übrig. Dabei fielen etwa 4915 Bergauf- und 5000 Bergab- Höhenmeter an. Die Tagesstrecken lagen zwischen 12,7 und 30,9 km, im Median 20,7 km.
Alle Angaben bezüglich der Quartiere und Distanzen sind ohne Gewähr. Es liegt in der Eigenverantwortung des Benutzers, sich von der Richtigkeit zu überzeugen.
