Es kündigt sich wieder ein herrlicher Tag an. Ich komme bereits vor acht Uhr aus dem Haus. Die Berge in der Höhe werden schon von der Sonne beleuchtet, herunten im Tal ist es noch kühl.


Vorerst geht es wieder nach unten, weil wir auf die andere Talseite kommen müssen.

Vorerst ist der Weg gut ausgebaut, geht aber recht steil nach oben.

Auf der anderen Talseite verläuft die Passstraße, oft auch unter Lawinenverbauungen.

Zum ersten Mal sehe ich die Staumauer des Lac des Toules. Die Anlage wurde schon 1993 fertiggestellt.

Der See hat eine Länge von 2km und fasst ca. 20 Mio. Kubikmeter Wasser. Am oberen Ende hat der See eine schwimmende Solaranlage. Die Anlage ging 2021 in Betrieb, bedeckt etwa 2% des Sees und soll 50 % mehr Elektrizität liefern als vergleichbare Anlagen im Flachland.


Entlang des Sees geht der Weg zwar ständig auf und ab, ist aber nicht so anstrengend. Es gibt sogar Preiselbeeren.

Immer wieder rinnen kleine Rinnsale von den Seitenhängen herab und bilden kleine Bäche.


Der Hauptverkehrsstrom der B 71 verschwindet hier im Gotthardtunnel. Nur die Touristen fahren auf der Passstraße weiter.

Je weiter ich nach oben komme, desto anstrengender wird es (nicht nur für mich).

Der letzte Teil wird nochmals herausfordernd.

Aber das Ziel ist schon nahe.

Am Ziel!


Das Hospiz wurde im Hochmittelalter gegründet und wird von den Augustiner Chorherren geführt.
Bereits während der Eisenzeit wurden hier Götter verehrt. Zunächst war für den Gott Pan eine Opferstelle errichtet worden, später erbauten die Römer, welche die Straße wesentlich verbessert hatten, hier einen Jupiter geweihten Tempel. Der Platz, an dem dieser Tempel stand, heisst noch heute Plan de Jupiter und der Pass hieß auch Mons Jovis, woraus später Mont-Joux wurde.

Gegründet wurde das Hospiz von Bernhard von Aosta zusammen mit Königin Irmingard von Burgund, um gegen die Sarazenen und gegen Banditen vorzugehen, die die Reisenden an diesem wichtigen Alpenübergang bedrohten. Das Hospiz der Augustiner-Chorherren ist 1125 erstmals bezeugt.

Auf der anderen Passseite ist man gleich in Italien. Die Grenze verläuft durch den See

Um 12.30 komme ich an, ab 14 Uhr ist die Rezeption geöffnet. Ich habe ein Bett in einem Vierer-Zimmer statt im Schlafsaal gebucht.

Um 17.30 gibt es die Messe und dann das Abendessen. Die Kirche schaue ich mir schon vorher an.






Natürlich dürfen hier die legendären Bernhardiner nicht fehlen. Die meisten sieht man im Geschäft. Einer war auch in echt zu sehen, allerdings ohne Fässchen. Das gab es ohnehin nur in einem Film.


Das Abendessen ist sehr geschmackvoll. Zuerst gibt es Linsensuppe, dann Hühnerfleischspieße mit Käsepolenta und als Nachtisch ein warmes Schokoküchlein.

Mit Ausnahme des Nachtisches gab’s genug Nachschlag.
Tagesstrecke: 12,7 km; ↑975 m; ↓135 m

Lieber Gerhard!
Wir gratulieren zur Überwindung des Grossen Bernhards, noch ohne Schnee!
Jetzt geht’s bergab aber Achtung da kommt man leicht ins Rutschen.Weiterhin alles Gute
Irmtraut und Juergen
Das muss eine tolle Etappe gewesen sein! Sehr interessant das Hospiz Saint Bernard!
Alles Gute weiterhin und liebe Grüße Paula