Via Francigena – Von Lausanne nach Italien 7. Tag Mittwoch, 26. August 2026 Bourg-Saint-Pierre – Hospiz Grand-Saint-Bernard

Es kündigt sich wieder ein herrlicher Tag an. Ich komme bereits vor acht Uhr aus dem Haus. Die Berge in der Höhe werden schon von der Sonne beleuchtet, herunten im Tal ist es noch kühl.

Bourg-Saint-Bernard – Pfarrkirche
Bourg-Saint-Bernard – Schlucht

Vorerst geht es wieder nach unten, weil wir auf die andere Talseite kommen müssen.

Alm

Vorerst ist der Weg gut ausgebaut, geht aber recht steil nach oben.

Waldweg

Auf der anderen Talseite verläuft die Passstraße, oft auch unter Lawinenverbauungen.

Weg

Zum ersten Mal sehe ich die Staumauer des Lac des Toules. Die Anlage wurde schon 1993 fertiggestellt.

Lac les Toules

Der See hat eine Länge von 2km und fasst ca. 20 Mio. Kubikmeter Wasser. Am oberen Ende hat der See eine schwimmende Solaranlage. Die Anlage ging 2021 in Betrieb, bedeckt etwa 2% des Sees und soll 50 % mehr Elektrizität liefern als vergleichbare Anlagen im Flachland.

Lac les Toules
Lac les Toules – Schwimmende Solaranlage

Entlang des Sees geht der Weg zwar ständig auf und ab, ist aber nicht so anstrengend. Es gibt sogar Preiselbeeren.

Preiselbeeren

Immer wieder rinnen kleine Rinnsale von den Seitenhängen herab und bilden kleine Bäche.

Furt
Bach

Der Hauptverkehrsstrom der B 71 verschwindet hier im Gotthardtunnel. Nur die Touristen fahren auf der Passstraße weiter.

Tunneleingang

Je weiter ich nach oben komme, desto anstrengender wird es (nicht nur für mich).

Fußweg und Passstraße

Der letzte Teil wird nochmals herausfordernd.

Weg

Aber das Ziel ist schon nahe.

Weg kurz vor dem Pass

Am Ziel!

Am Ziel
Am Ziel

Das Hospiz wurde im Hochmittelalter gegründet und wird von den Augustiner Chorherren geführt.

Bereits während der Eisenzeit wurden hier Götter verehrt. Zunächst war für den Gott Pan eine Opferstelle errichtet worden, später erbauten die Römer, welche die Straße wesentlich verbessert hatten, hier einen Jupiter geweihten Tempel. Der Platz, an dem dieser Tempel stand, heisst noch heute Plan de Jupiter und der Pass hieß auch Mons Jovis, woraus später Mont-Joux wurde.

Hospiz Saint-Bernard

Gegründet wurde das Hospiz von Bernhard von Aosta zusammen mit Königin Irmingard von Burgund, um gegen die Sarazenen und gegen Banditen vorzugehen, die die Reisenden an diesem wichtigen Alpenübergang bedrohten. Das Hospiz der Augustiner-Chorherren ist 1125 erstmals bezeugt.

Hospiz Saint-Bernard

Auf der anderen Passseite ist man gleich in Italien. Die Grenze verläuft durch den See

Lac du Grand-Saint-Bernard

Um 12.30 komme ich an, ab 14 Uhr ist die Rezeption geöffnet. Ich habe ein Bett in einem Vierer-Zimmer statt im Schlafsaal gebucht.

Hospiz Saint-Bernard

Um 17.30 gibt es die Messe und dann das Abendessen. Die Kirche schaue ich mir schon vorher an.

Hospiz Saint-Bernard – Kirche
Hospiz Saint-Bernard – Kirche
Hospiz Saint-Bernard – Kirche
Hospiz Saint-Bernard – Krypta
Ring des Bernhard
Kelch und Patene

Natürlich dürfen hier die legendären Bernhardiner nicht fehlen. Die meisten sieht man im Geschäft. Einer war auch in echt zu sehen, allerdings ohne Fässchen. Das gab es ohnehin nur in einem Film.

Bernhardiner
Bernhardiner

Das Abendessen ist sehr geschmackvoll. Zuerst gibt es Linsensuppe, dann Hühnerfleischspieße mit Käsepolenta und als Nachtisch ein warmes Schokoküchlein.

Abendessen.

Mit Ausnahme des Nachtisches gab’s genug Nachschlag.

Tagesstrecke: 12,7 km; ↑975 m; ↓135 m

2 Kommentare zu „Via Francigena – Von Lausanne nach Italien 7. Tag Mittwoch, 26. August 2026 Bourg-Saint-Pierre – Hospiz Grand-Saint-Bernard

  1. Juergen Puchas

    Lieber Gerhard!
    Wir gratulieren zur Überwindung des Grossen Bernhards, noch ohne Schnee!
    Jetzt geht’s bergab aber Achtung da kommt man leicht ins Rutschen.Weiterhin alles Gute
    Irmtraut und Juergen

    Antworten

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