Am Abend zieht kurz ein Gewitter über Orsières, das ein bisschen Erfrischung bringt. In der Nacht zieht eine größere Regenfront rasch vom Südwesten her auf, bringt viel Regen, ist aber um fünf Uhr wieder durch. Ich gehe mit einer Mitpilgerin in ein Kaffeehaus um ein kleines Frühstück zu bekommen. Kaffee und Croissant gibt es. Dann folge ich den Spuren des Pilgers.

Die Nebelschleier und Restwolken lösen sich rasch auf und der blaue Himmel lacht herab.

Die Bäche sind alle graubraun gefärbt und rauschen laut.

Der erste Anstieg lässt nicht lange auf sich warten, sein Ende umso mehr. Noch ein letzter Blick auf Orsières, bevor wir ins Seitental ausweichen.

Ich treffe beim Aufstieg auf eine Druckwasserleitung für ein Kraftwerk.

Mir kommt ein Mann mit einem riesigen Hund entgegen. Es ist ein Herdenschutzhund auf dem Weg zur „Arbeit“.

Wie gestern – auch heute: Zuerst geht’s hinauf und dann gleich wieder hinunter. Hier bin ich richtig – auf dem Weg nach Rom

Im Südosten zeigt sich immer wieder der Grand Combin, den ich schon vor drei Tagen gesehen habe.

Manchmal sind am Wegrand vereinzelt Blumen zu finden. Die Kulturwiesen sind reines Zuchtgras.

Dann folgt der Zustieg zu einem recht anstrengenden Stück. Es geht über Steine und Holztreppen nach oben. Der Boden ist zudem rutschig. Da bin ich froh, dass ich mich für die Bergschuhe entschieden habe. Nach ein paar hundert Metern geht es wieder gemütlich weiter.




In Liddes mache ich in einem Café eine kurze Rast. Ich bin schon auf 1349 m aufgestiegen.

Im Ortsgebiet gibt es noch alte Scheunen aus Holz, die oft aus dem 17. Jhdt. stammen.

Solche schön renovierten Gebäude sind eher Ausnahmen.

Nach Liddes beginnt es sich zu ziehen. Bei der Chapelle Notre Dame de Lorette erreiche ich den höchsten Punkt des heutigen Tages: 1630 m.


Jetzt geht es nur noch leicht bergab nach Bourg-Saint-Pierre.

Die Kirche ist im Inneren eher enttäuschend.

Gleich neben der Kirche steht die Herberge, in der ich heute nächtige. Sie gehört zum Hospiz am St. Bernhard-Pass. Heute habe ich ein Vierbettzimmer. Wir sind drei Steirer im Zimmer; ein Bett bleibt frei.


Da ich heute schon um 12 Uhr ankomme, brauche ich etwas zu essen. Im nahen Restaurant gibt es nur mehr kalte Küche. Macht auch nichts.

Am Abend gibt es dafür Spareribs und als Dessert Marillensorbet.
Noch ein Blick auf die 4300-er des Grand Combin – Massivs.

Tagesstrecke: 15,9 km; ↑837 m; ↓94 m
