Peter Lindenthal, ein Urgestein der Jakobswegpilger in Österreich, hat 2002 erstmals einen Führer für einen Jakobsweg durch Südösterreich aufgelegt, der 2007 letztmals überarbeitet wurde. Seitdem ist viel Wasser die Mur nach Süden geflossen und vieles hat sich an den örtlichen Gegebenheiten geändert.
Ich habe mich mit meiner Frau Heidrun im Winter 2019/20 auf den Weg gemacht und versucht, die Strecke von Graz nach Marburg zu gehen und dabei den Spuren Lindenthals zu folgen. Das war größtenteils möglich, manchmal habe ich eine, meiner Meinung nach bessere Strecke gefunden, die 2002 noch nicht möglich gewesen sein wird.

Ich habe die Gesamtstrecke auf kleine 5 -6 Tagestouren aufgeteilt, die jeweils Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz haben. So ist es möglich, jede der Touren von Graz aus mit Bus oder Bahn zu sinnvollen Zeiten zu erreichen.
In letzter Zeit sind teilweise Markierungen in Gelb (Punkte, Striche mit Richtungspunkt, Muscheln und in Slowenien Punkte und Pfeile) angebracht worden. Sie sind teilweise sehr gut sichtbar, manchmal spärlich und dann wieder überhaupt nicht vorhanden. Es ist sicherlich einfacher, mit einer guten GPS-Vorlage zu gehen.
Stempel für einen Jakobsweg-Ausweis bekommt man unterwegs eher nicht. Man kann sicher in Gemeindeämtern und Pfarrhöfen danach fragen, aber das muss dann auch die Dienstzeit passen.

Ich wünsche euch:
AN GUATN WEG!































Durch die Blätter zu waten ist so richtig lustig (solange sich darunter kein Stein oder keine Wurzel versteckt). 

Da lässt sich’s leben. Der Landsitz der Wittgenstein in Hochreit wurde von Josef Hoffmann 1906 eingerichtet.
Rasch führt ein steiler Weg hinunter ins nächste Hochtal.
St. Aegyd ist eine kleine Gemeinde, die einst durch Kleinmetallindustrie zu Wohlstand kam. Heute leben hier 1860 Menschen. Der Ort zieht sich lange durch das schmale Tal. 
Der Bahnhof ist zu einem Cafe/Restaurant umfunktioniert worden. Allein das Mehlspeisbuffett würde einen längeren Aufenthalt rechtfertigen. 
Nach einer kurzen Stärkung besuche ich die schlichte Pfarrkirche St. Aegyd, wo ich auch auf Jakobus und Petrus treffe. 


Hier geht alles seinen eigenen Gang. Gendarmerie gibt es in Österreich schon seit 2005 nicht mehr. Dafür feiert die Gemeinde ihre neuen Erdenbürger am Kirchplatz. 
Durch das Tal der Unrechttraisen führt der Weg schließlich auf das Gscheid, wo zahlreiche Tafeln an die Pilgerfahrten erinnern. 
Noch einmal gehen wir einer Almwiese entlang bis in den „Ort“ Gscheid. 




Heute geht es Gupf um Gupf durch die Landschaft. Jeder einzelne Mugel will bis zum Gipfel erklommen werden. 

Die Aussicht ist in jede Richtung nicht enden wollend.
Beim Untersberg – Schutzhaus kehren wir zum ersten Mal ein. Die Wirtin hören wir aus der Küche jodeln. Dort gibt es auch monatlich Jodelkurse. 

Im Tal angekommen gehen wir vorerst auf einer verkehrslosen Straße in Richtung Hauptstraße, auf der wir auch keinem einzigen Fahrzeug begegnen. 
In Rohr im Gebirge machen wir im Hotel/Restaurant Kaiser Franz Josef Mittagsrast. Wie das Haus zu seinem noblen Namen kommt, erschließt sich nicht einmal aus deren Website. 




Mich zieht ein Mercedes 300 SL in seinen Bann. 























































Wir starten gleich hinter dem Ardezenbergtunnel an der Ill-Brücke, weil sich dort ein Parkplatz ohne Zeitlimit befindet. Die ersten zwei Kilometer geht es am Dammweg der Ill dahin, die mehr einem Schwemmkanal als einem Fluss gleicht.
Nach Nofels weichen wir nach Westen in das Europaschutzgebiet Bangs-Matschels aus und gehen durchs Unterried nach Bangs.






Was ist da schon ein Fürstentum….






In Ermangelung einer gekennzeichneten Bushaltestelle gehen wir an der Rheinstraße L53 fast bis Nofels, bis sich ein netter Busfahrer unser erbarmt und uns außerhalb der Haltestelle einsteigen lässt. Dankeschön! 




