Die Nacht in der Herberge war trotz vollem Zimmer sehr ruhig. Im Frühstücksraum treffe ich auf Mitpilger und alle sind schon neugierig, was der Tag bringen wird. Dann geht’s auch schon gleich nach acht Uhr los.
Die erste gute Nachricht: der Grand-Saint-Bernard ist frei.

Gleich neben der Bahn beginnt der Wandersteig entlang des Dransetals.

Anfangs ist es ganz gemütlich. Schon bald geht’s aber rauf und runter.


Ein kleine Hutschpartie auf der Stahl- Hängebrücke ist sicher eine Herausforderung für Nicht-Schwindelfreie.

Mein Weg ist der 70er.

In Valettes ist noch Napoleon gegenwärtig. Auch eine Gartengestaltung ist mir aufgefallen.


Der Verkehr im engen Tal erzeugt seht viel Lärm. Zum Glück bin ich als Fußgänger gut vom Schnellverkehr abgegrenzt. Der Lokalverkehr ist minimal.

Die kleine Kirche in Bovernier hat ein schönes barockes Marienbild am Hochaltar.

Dann wird es richtig anstrengend. Irgendwann in den vergangenen 100 – 300 Jahren ist ein großer Bergsturz heruntergekommen und hat einen heute bewaldeten Steinhaufen hinterlassen. Über den führt heute unser Weg. Zum Glück ist es sehr gut markiert, sonst würde man sich sofort vergehen.



In Sembrancher, einem alten, wichtigen Handelsort, mache ich eine Pause.


In einer Nebengasse stehen einige alte Holzbauten. Eine trägt sogar die Jahreszahl 1608.



Dann geht’s wieder geradewegs nach oben. Da fallen mir kleine Felder in etwa 900 m Höhe mit Heil- und Gewürzpflanzen auf. Hier werden die Kräuter für Ricola produziert.


In einer Kapelle im Weiler La Garde steht dieser entzückende Altar.

Ein Russischer Bär dürfte ziemlich an seinem Lebensende angekommen sein.

Vor mir liegt schon mein Zielort Orsières, aber es geht noch ständig auf und ab. Aus dem Hintergrund leuchtet schon der nächste Gletscher herunter.

Hier wäre ein Erfinderziel angesagt: Energierekuperator für Wanderer. Aus der geänderten Lagernergie sollte doch die Energie dem Wanderer wieder zugeführt werden können. Ich glaube, da werde ich vergebens darauf warten. Besser mit Hopfensaft nachtanken.


Ich erreiche Orsières, auf 890 m ü.M., das durch seine Lage nahe des Passüberganges wichtig war. Heute wirkt der Ort eher verschlafen.




Zur Belohnung gibt es heute Pizza!

Tagesstrecke: 20,7 km; ↑607 m; ↓216 m
