In der Früh werde ich von den Hunden ruhig begrüßt. In der Nacht waren sie völlig ruhig, obwohl sie im Nebenzimmer waren.
Zum Abschied gibt es noch ein Foto mit der Hausherrin.

Am Abend hat es nochmals geregnet, jetzt ist es feucht, aber es regnet nicht. Vorsichtshalber habe ich den Regenschutz nicht eingepackt.
Die heutige Route weicht von der „offiziellen“ an mehreren Stellen ab, um die Tagesstrecke zu reduzieren. Sie ist mit einer Ausnahme, der Kreuzung mit der TGV – Linie und der Autobahn A1, gut und gefahrlos zu gehen.


Vorher komme ich noch am Gefängnis von Bapaume vorbei. Hier haben einige der bis 600 Strafgefangenen länger Vollpension gebucht.

Der nächtliche Regen hat seine Spuren merklich hinterlassen. Zum Glück sind nur ganz wenige Teilstücke davon betroffen.

Aus der Ferne sehe ich einen Turm, den ich nicht zuordnen kann.

Das Dorf Rocquigny wurde im 1. Weltkrieg praktisch dem Erdboden gleichgemacht.
Die Église Notre-Dame de Rocquigny wurde 1929 nach den Plänen von Jean-Louis Sourdeau errichtet. Im Inneren zeigt der Jugendstil seine Handschrift. Die tragenden Elemente sowie der Turm sind aus Beton.



Auch an die PilgerInnen hat man gedacht: Es gibt eine Ecke mit Kaffeemaschine, Keksen und Pilgerstempel.

Die wenigen Orte werden von den Wanderwegen umgangen. Die Weite der Felder ist beeindruckend. Wenige große Landwirte haben die früheren Bauern abgelöst.

Die Kirchen sehen wie Wehrtürme aus, sind aber meist nicht sehr alt.
Die Gemeinde hieß bis 1920 lediglich Bouchavesnes. Im Ersten Weltkrieg völlig zerstört, wurde sie teilweise auf Kosten des norwegischen Unternehmers Haakon Wallem und der Stadt Bergen wiederaufgebaut. Aus Dankbarkeit ergänzte Bouchavesnes seinen Namen auf die heutige Form.

Auf dieser Brücke überquere ich den Canal Seine-Nord Europe. Dies ist das Projekt eines 106 km langen Kanals in Süd-Nord-Richtung durch Nordfrankreich zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Seine und Schelde, es ist ein Europaprojekt. Es könnte daran scheitern, dass die Flussschiffe schneller größer werden, als die Baufortschritte erfolgen.



Noch ein Hügel, dann bin ich in Péronne. Erst auf dem Hügel wir mir gewahr, dass das der Mont Saint Quentin ist, wo die heftigsten Kämpfe des 1. Weltkrieges stattgefunden haben.

Ich bin zwar müde, schaue mich aber trotzdem in der Stadt um. Das Château de Péronne, eine uralte Burganlage aus dem Mittelalter, wurde nach dem 1. Weltkrieg rekonstruiert und 1992 um ein eindrucksvolles Museum erweitert.




Ich bin heute wieder auf Campingbasis in einem Mobilehome untergebracht. Hotels sind Mangelware.



Draußen ist es richtig kalt geworden, dafür haben wir eine schöne Abendstimmung. Es hat nur mehr 9° C.

Tagesstrecke: 31,0 km; ↑136 m; ↓198 m

Die Höhenmeter halten sich hier sichtlich in Grenzen.