Via Francigena – 10. Tag Samstag, 09. Mai 2026 Ablain-Saint-Nazaire – Arras

Den heutigen Blogbeitrag schreibe ich vom Place des Héros in Arras. Hier genieße mit vielen hundert Menschen den Samstagabend.

Arras – Abend auf dem Place des Héros

Aber zurück zum Anfang. Heute in der Früh verabschiede ich mich von meiner reizenden Gastgeberin Mme Decoupigny und breche in Richtung Süden auf. Es ist wärmer als an den letzten Tagen und es verspricht, ein schöner Tag zu werden.

Schon vom ersten Hügel aus sehe ich ein turmähnliches Gebäude, das sich später als die Ruine der Kirche von Mont-Saint-Eloi erweist.

Mont-Saint-Eloi

Der Legende nach zog sich der heilige Eligius, Bischof von Noyon und Tournai, regelmäßig auf den Hügel, auf dem später die Abtei errichtet wurde, zurück, um zu beten. Durch die Kirchenreform wurde 1068 aus der religiösen Gemeinschaft von Mont-Saint-Éloi eine Gemeinschaft von Augustiner-Chorherren. In der französischen Revolution wurde das Kloster aufgelassen und geschleift. Von der Kirche stand nur noch die Westfassade. Im ersten Weltkrieg wurden die Türme von der deutschen Armee beschossen, weil die Franzosen dort Beobachter stationiert hatten.

Mont-Saint-Eloi

Ab März 1916 lieferten sich alliierte Truppen im Norden von Arras blutige und endlose Abnutzungsschlachten und Grabenkriege mit den Deutschen. Der Soldatenfriedhof des Dörfchens Écoivres am Fuße des Hügels von Mont-Saint-Éloi mit mehr als 2500 Franzosen, Briten und Kanadiern ist dafür ein trauriges Zeugnis.

Soldatenfriedhof von Écoivres

In Marœuil sitzt der Gambrinus auf dem Kamin und prostet uns zu. Wahrscheinlich war das Gebäude einmal eine Brauerei.

Marœuil – Gambrinus

Ich darf einen kleinen Bach eine Zeit lang begleiten. Der ganze Bereich ist als Naturschutzzone ausgewiesen.

Bachweg

In einer ehemaligen Mühle ist ein Restaurant untergebracht. Das unterschächtige Wasserrad ist noch zu sehen.

Alte Mühle

Auf einem großzügig angelegten Radweg wandere ich gegen Arras.

Radweg

Gegen Mittag komme ich in das Stadtgebiet von Arras und es ist noch ein gutes Stück in das Zentrum, wo auch mein Hotel ist.

Hier verlaufen der Jakobsweg (Via Brugensis Brügge – Lille – Arras) und die Via Francigena parallel.

Hinweis auf den Jakobsweg und die Via Francigena

Zuerst mache ich mich auf die Suche nach der Kathedrale, was schwieriger ist, als man glaubt. Durch Renovierungsarbeiten ist das halbe Viertel abgesperrt und mit großem Umweg finde ich dann einen Eingang. Dort laufen gerade die Vorbereitungen zur Erstkommunion mit etwa dreizehn- bis vierzehnjährigen Halbwüchsigen. Gefühlsmäßig haben einige davon zum ersten Mal eine Kirche von innen gesehen.

Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras

Die Kathedrale wurde Ende des 18. Jhdt. errichtet. In der Revolutionszeit wurde der Bau unterbrochen und erst im 19. Jhdt. fertiggestellt.

Im Ersten Weltkrieg wurde mit der Altstadt von Arras auch die Kathedrale zu drei Vierteln zerstört. Der Wiederaufbau begann 1920 und wurde 1934 abgeschlossen. Im Mai 1944 erhielt die Kathedrale erneut Schäden durch einen Bombentreffer.

Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras

Im Kirchenraum sind viele Reliquien von Heiligen ausgestellt, die eine besondere Beziehung zu Arras hatten. Darunter auch eine des Saint Benoît Josef Labre, den ich schon in Amettes beschrieben habe. Hier handelt es sich offenbar um seine Leber.

Cathédrale Notre-Dame-et-Saint-Vaast d’Arras -Reliquie des Saint Benoît Josef Labre

Ich komme auf den Place des Héros. Hier ist leider der Wochenmarkt schon zu Ende und die Fieranten sind beim Einpacken ihrer Restware. In einer Stunde schaut es hier anders aus.

Place des Héros

Jetzt checke ich in meinem Hotel ein, das keine 70 m in einer Nebengasse liegt. Es ist wieder ein B&B-Hotel, das das beste Angebot hat und das bei der Lage!

B&B-Hotel
B&B-Hotel

Dann nehme ich mir die Zeit für einen kleinen Stadtbummel.

Place des Héros mit dem Rathaus
Place des Héros
Place des Héros
Place des Héros
Gasse
Grand’Place
Grand’Place

Und so genieße ich noch die Abendsonne, esse eine „Brettljause“ und trinke gutes Bier aus den Ardennen.

Place des Héros
Abendgenuss

Tagesstrecke: 22,8 km; ↑174 m; ↓199 m

Ein Kommentar zu „Via Francigena – 10. Tag Samstag, 09. Mai 2026 Ablain-Saint-Nazaire – Arras

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