Die Nacht war wieder ruhig. Seit drei Tagen ist der Internetzugang in diesem Abschnitt gestört. Telefonieren geht über die Mobilfunkleitungen auch nur schlecht. Datenrate: 0.34 kB! Außerhalb des Dorfes war’s dann wieder ok.
Das Frühstück wurde mir um 7.00 Uhr ins „Haus“ serviert:

So bin ich um 7.45 Uhr aufgebrochen, habe am Ortausgang meinen Blog abgesetzt und bin dann losgegangen. Es geht heute ständig hügelauf – hügelab, nicht sehr steil, aber ständig. Da kommen trotzdem einige Höhenmeter zusammen.


Die Wege sind wieder sehr unterschiedlich. Es waren überraschend viele Wiesen- und Feldwege dabei. Die Feldgrößen erinnern an Agrarindustrie.


Hier gibt es auch riesige Leinfelder, deren zarte, blaue Blüten die Äcker einfärben.

In einiger Entfernung stehen einige Windmühlen oder Überreste davon.

Im kleinen Dorf Cormette treffe ich in der Dorfkirche Arbeiter bei der Renovierung der Kirche Église Saint-Folquin an.

Seit zwei Jahren arbeiten sie, offensichtlich ehrenamtlich, um die Kirche wieder in Schuss zu bekommen.

Derzeit wird gerade der neue Sternenhimmel montiert. Einer der Arbeiter erzählt mir, dass hier bereits vor Karl dem Großen eine Kirche mit Friedhof existiert haben soll. Der jetzige Bau stammt aus dem 13. Jhdt.

Er sucht noch nach dem Pilgerstempel und findet ihn unter einem Stapel „Sternenhimmel“- Paneele. Das Stempelkissen bleibt unauffindbar.
Der Hl. Folquin war Enkel von Karl Martell und von 817 bis 855 Bischof von Thérouanne. Er wurde in seiner Funktion von Heinrich dem Frommen bestätigt, war also ein richtiger VIP der damaligen Zeit.
In dieser Kirche spielte auch der Hl. Lambertus eine wichtige Rolle. Neben einer Statue seht auch ein (leerer) „Reliquienschrein“ inmitten des Baustellenwirrwarrs.

Dass die Römer hier keinen leichten Stand gehabt haben, wissen wir von Asterix. Einer davon ist noch übrig.

Heute komme ich schon früh in meinem Tagesziel Wisques an. Viele der Ortsnamen haben hier eine flämische Wurzel.
Wisques hat zwar nur 222 Einwohner, dafür aber zwei Klöster: eines für Benediktiner und eines für Benediktinerinnen.

Die Abbaye St. Paul de Wisques wurde 1889 gegründet und ist heute in einem ehemaligen, umgebauten Schloss untergebracht.

Nicht weit davon steht das weibliche Pendant, die Abbaye Notre-Dame de Wisques.

Dieses Kloster ist seit 1894 selbstständige Abtei.

In der Kirche ist der Chortrakt der Nonnen von dem der weltlichen Besucher streng abgetrennt.
Derzeit gibt es 17 Benediktinerinnen und 17 Benediktiner in den beiden Klöstern.

Ich wohne im netten Gästehaus „Saint Charles“ neben dem Hauptgebäude.



Tagesstrecke: 18,1 km; ↑233 m; ↓163 m

Es hört sich alles sehr französisch an. Habe ich etwas übersehen: Sie sind doch in Canterbury gestartet?
Können Sie ich aufklären?
Du hast zwei Tage übersehen!🥰😀