18. Tag Samstag, 04. Juli 2020 Rothenburg ob der Tauber – Herrentierbach

Nach angenehmer Nacht bin ich kurz nach 7 Uhr beim Frühstück in einem Cafe nahe dem Marktplatz. Das Wetter ist wieder schön. Es gibt leichten, kühlen Wind – ideal zum Wandern. Ich starte heute mit dem nächsten Abschnitt des Jakobswegs, der sich am Verlauf der „Hohen Straße“, die in frühgeschichtlicher Zeit ein Fernverbindungsweg war, orientiert.

An der Befestigungsmauer über der Tauber

Auf einem kleinen Steig geht es hinunter in das Tal der Tauber, die eher ein müdes Bächlein ist. Vorbei am Kirchlein „Unsere liebe Frau zu Kobolzell“ komme ich zur Tauber-Doppelbrücke. Diese ursprünglich mittelalterliche Brücke (um 1330) wurde 1945 einen Tag vor der Besetzung der Stadt durch US-Truppen von der Deutschen Wehrmacht gesprengt.

Nach der Überquerung kommt man auf den Gegenhang der Tauber und hat schöne Ausblicke auf das Panorama der Stadt.

Nach kurzem Marsch durch Wald öffnet sich die Hochebene mit vielen Feldern. Grenzüberschreitung: Hier verlasse ich Bayern und wechsle nach Baden-Württemberg!

Die Windräder sind aus der Landschaft nicht mehr wegzudenken.

Die Auswahl an verschieden Wegen ist groß. Ich orientiere mich am blauen Schild mit dem gelben Muschelsymbol und der Roten Markierung für den Fernweg 8, dem Frankenweg.

Es ist Kirschenzeit. Auch die Vogelkirschen schmecken sehr gut. An die kommen auch wir Kleinen.

Ich sehe meine ersten Orchideen am Wegrand, eines der vielen Knabenkräuter. Auch eine Unzahl von Schmetterlingen begleitet mich ein Stück des Weges.

Kaisermantel (Argynnis paphia L.)

Die Feldränder sind noch nicht / nicht mehr niedergespritzt und dürfen bunt sein.

Was dieser Karpfen mitten auf dem Feldweg  wollte, wird ungeklärt bleiben. Der war mindestens 40 cm lang.

Dann geht es lange durch Wälder, immer flach, mit kerzengeraden Wegen. Erst als ich die schöne Sequoia sehe, weiß ich, dass ich mich dem nächsten Ort nähere.

Schrozberg ist der erste Ort, wenn man von ein paar Weilern mit drei Höfen absieht. Im Zentrum steht eine Schlossanlage, die für kommunale Zwecke genutzt wird.

Vor der geschlossenen Kirche wartet schon wieder ein Pilger auf mich, auch wenn er nicht gerade begeistert wirkt.

Mein Ziel nähert sich langsam. Auch wenn es dauert, bis die Kirche von Herrentierbach wirklich erreicht ist, gesehen habe ich sie schon aus vier Kilometern Entfernung.

In der Kirche komme ich mit der Mesnerin ins Gespräch, die mir ein bisschen aus der Geschichte erzählt. Besonders interessant ist der bemalte Altar, der 1683 aufgestellt wurde und Wendetafeln hat. Er lag lange Zeit in dem Lager der Kirche, bis er 1967 wieder aufgebaut wurde.

Ich residiere heute im alten Rathaus. Das ehemalige Bürgerhaus wurde zum Rathaus und nach der Zusammenlegung der Gemeinden wurde es von einer privaten Initiative „Besondere Unterkünfte in Hohenlohe-Franken“ zur Ferienwohnung umfunktioniert und restauriert. Per Anruf bekomme ich eine Mail mit Schlüsselcode und kann das Etablissement benutzen. Der Schnäppchenpreis wird am Küchentisch deponiert.

Tagesstrecke: 29,5 km; ↑ 311 m; ↓ 298m

Ein Gedanke zu „18. Tag Samstag, 04. Juli 2020 Rothenburg ob der Tauber – Herrentierbach

  1. Eckl

    Wieder sehr schön, da wird man richtig neidisch.
    Der Karpfen wurde vermutlich von einem Menschen weggeworfen oder verloren, denn es gibt meines Wissens dort keine Raubvögel oder andere Tiere, die so große Fische angehen.

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