12. Tag Sonntag, 28. Juni 2020 Hohenburg – Sindlbach

Was hilft der beste Plan, wenn sich die anderen nicht daran halten. Naja, so negativ ist es nicht. Eigentlich war mein Plan heute nur 14 km bis Kastl zu gehen und morgen weiter bis nach Sindlbach. Das einzige Gasthaus hat aber Montag und Dienstag Ruhetag und so muss Plan B zur Ausführung kommen: von Hohenfels bis Sindlbach in einem Zug. Nun aber zu den Einzelheiten.

Ich bekomme ein umfangreiches Frühstück, das ich bei weitem nicht wegessen kann. Dann geht es um 7.30 Uhr los. Es hat etwa 18 Grad und der Himmel ist leicht bewölkt. Ich gehe wieder gegen den Strom der Lauterach und komme bei der Hammermühle vorbei, einem landwirtschaftlichen Betrieb, der auf Nachhaltigkeit setzt. Das Mühlrad wurde schon lange gegen eine Turbine getauscht.

Hammermühle

Die Lauterach ist auch die Heimat von Wasserfledermäusen, die unter besonderem Schutz stehen.

Jetzt steht mein Weg unter dem Zeichen der Pilgermuschel. Um es vorwegzunehmen: der Weg ist erstklassig markiert und oft ist der Grasbewuchs gemäht.

An der Mündung des Mühlhauser Bachs hat sich ein kleines Moor gebildet.  Ich gehe an der Lauterach weiter.

Nach zweieinhalb Stunden komme ich in Kastl an, das von der Burganlage auf dem Klosterberg überragt wird. Dafür bleibt mir bei meinem Vorhaben keine Zeit.

Am alten Bahnhof, heute ein Restaurant, zweigt der Weg nun aus dem Lauterachtal ab und führt in die Hügel nach Westen.

Die Wege sind zum Wandern ideal. Der Asphaltanteil hält sich in Grenzen. Lange Strecken geht es durch den Wald.

Flurkreuze wie dieses sind reich geschmückt und vergoldet.

Ich bemerke, dass hinter mir zwei flinke Wanderer nachkommen und warte, bis sie zu mir aufgeschlossen haben. Die beiden sind am Jura-Steig unterwegs und wir haben eine Zeitlang den gleichen Weg. Nach fünf Kilometern und lustigen Getratsche trennen sich unsere Wege. Auch eine Gruppe von fünf Pilgerinnen habe ich getroffen, die eine dreitägige Wanderung auf dem Jakobsweg machen.

Ich komme nach Trautmannshofen mit einer Wallfahrtskirche Maria Namen, Das Innere ist wie oft höchstes bayrisches Barock.

Hier bei Trautmannshofen verläuft auch die europäische Wasserscheide: nach Osten rinnt das Wasser in die Donau und ans Schwarze Meer, nach Westen in den Rhein und in den Atlantik.

Mitten im Wald steht dieser Bildstock.

Der Baumstamm wirkt wie ein Kletterturm.

Ich komme nach acht Stunden in Sindlbach an. Vor der Kirche steht der neubarocke Gusseisen-Brunnen mit der Figur des hl. Laurentius, der für die Weltausstellung 1878 in Paris geschaffen und 1921 hier aufgestellt wurde.

Die Dorfkirche ist dem Hl. Jakobus geweiht.

Ich komme im Gasthaus Geier unter und beziehe ein schönes Zimmer. Trotz Ruhetag bekomme ich ein gutes „Mittagessen“.

Tagesstrecke:  36,8 km; ↑ 709 m; ↓ 619 m

3 Gedanken zu „12. Tag Sonntag, 28. Juni 2020 Hohenburg – Sindlbach

  1. Topler

    Bravo du bist so flotter Wanderer. Soviele km an einem Tag ; da müßte sich so mancher ein Beispiel nehmen. Und die tollen Bilder . Alles Gute.

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