15. Tag Dienstag, 19. September 2017 Saint-Antoine nach Esparzot

Eine herrliche Nacht: Allein im Fünfbettzimmer. Da nur zwei Paare und ich in der Herberge übernachten, bekomme ich ein eigenes Zimmer. Ich kann schnarchen, so laut ich will. Die Wände des ehemaligen Kellers haben Verliesstärke. Um 6.45 Uhr gehe ich ins Nebengebäude, draußen ist ein sternklarer Nachthimmel. Als ich dann um halb acht aufbreche, ist es schon hell. Auf den Hügeln ist die Sonne dann da. Es ist zwar schön, aber ein kühler Wind weht vor allem oben auf den Hügeln. Wenn man in die Runde blickt, sieht man viele Orte auf den Hügelkämmen liegen. Hier schaut schon Flamarens herüber. Heute ein kleines Nest, im Mittelalter durchaus von überregionaler Bedeutung. Das ist Camino: Ein noch warmer Obstkuchen auf dem Weg, um 1 € das Stück. So kurz nach dem Frühstück mag ich noch nicht, einpacken will ich auch nicht, was ich später noch bereue. Das musste ja kommen: ULTREIA! Ich habe die schönen Herbstfarben als Hintergrund gewählt. Das warme Licht der Herbstsonne bringt die Hagebutten so richtig zum Leuchten. Von der Kirche in Flamarens stehen nur mehr die Außenmauern. Dafür ist das befestigte Schloss in gutem Zustand. Es ist in Privatbesitz. Die nächste „Bergfestung“ ist das Städtchen Lectoure. Weithin ist der Turm der ehemaligen Kathedrale zu sehen. Die Gässchen sind sehr eng, trotzdem fahren die Autos durch. Hinter dieser unscheinbaren Mauer geht es lustig zu. Es ist gerade Mittagspause in der Klosterschule. Auf der Hauptstraße ist nichts los: Mittagspause! Nur die Restaurants haben gerade noch offen. Ich will mir etwas Proviant kaufen – Fehlanzeige. Dafür finde ich eine tolle öffentliche Toilette, die vielleicht Maßstab für uns in Österreich sein könnte. Im Hôtel de Ville gibt es einige Gemälde berühmter Bürger der Stadt. Von der Stadt sieht man weit über das Land. Ich wandere noch eine kleine Strecke. Wieder ist Boden tief. Mein Ziel, die Ferme d’Esparzot, liegt auf einer Anhöhe. Der Blick auf die Stadt ist toll. Die kleinen, gelben Blumen dürften Herbstkrokusse sein . Tagesstrecke: 29,3 km

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