11. Tag Donnerstag, 05. September 2019 Konradsheim/Waidhofen nach Steyr

Was für ein herrlicher Sonnenaufgang. Ich habe recht gut in meinem Bett geruht. Die Landluft macht sich bemerkbar – parfum agriculture. Nein, so schlimm war es nicht. Die Hausfrau erzählt ein bisschen von den Herausforderungen am Hof, dass der Sohn ganz und gar auf den Beruf des Landwirts steht und dass das Anwesen seit dem 15. Jhdt. besteht.

Ich bin um halb acht aus dem Haus, wissend, dass heute eine längere Etappe zu bewältigen ist. Die Landschaft ist vor allem bei diesem Licht traumhaft. Eigentlich habe ich auch schon fast den E4 hinter mir. Von daheim bis zu den Pyrenäen bin ich ja schon, wenn auch nicht auf dieser Route. Zuerst geht es auf kleinen Asphaltstraßen dahin. Außer Schulbussen und ein paar Zulieferern ist es total ruhig. Dann weicht der Weg in den Wald und über Wiesen ab.

Irgendwo da bin ich heimlich über die grüne Grenze von Niederösterreich nach Oberösterreich gewechselt. Wenn das der K. mitgekriegt hätte. Kurz vor Maria Neustift komme ich an dieser Skulptur vorbei. Maria Neustift ist ein kleiner Wallfahrtsort mit langer Geschichte. Um 1124 wurde vorerst eine Holzkirche, im 15. Jhdt. eine Steinkirche errichtet. Nach einem Sturm wurde die heutige Kirche 1886 mit neuer Richtung (N – S) errichtet, wobei die alten Teile integriert wurden



Auch der Taufkessel erscheint mir interessant.Nach Mohnkuchen und Limonade geht es weiter. Es gibt zwei Varianten: die erste ist weit um den Talschluss zu wandern, die zweite ist die offizielle, 100 Höhenmeter runter in den Graben und auf der anderen Seite wieder hinauf. Unterwegs gibt es süße Stärkung. Auch hier komme ich an einem Steinmarterl vorbei.
Die Gläser-Hütte sperrt am Donnerstag erst um 12 Uhr auf. Ich habe Glück, dass der Wirt mir schon um halb elf  eine Limo und ein Schinkenbrot serviert. Es geht ständig auf und ab. Das Wetter ist ideal: Nicht zu heiß, nicht zu kalt.
Schließlich erreiche ich den höchsten Punkt  des heutigen Tages, den Spadenberg mit genau 1000 m. Dort gibt es sogar ein Gipfelbuch.



Nette Menschen sorgen sich um Pilger und Wanderer und kühlen Getränke für sie ein. Einen Obulus entrichtet man in eine Kasse. Ich habe ja noch nicht genug von der Wanderung und besteige die Aussichtswarte am Damberg. Ungefähr 155 Stufen führen 36 m nach oben. Den Rucksack lasse ich unten.
Danach geht es rasch durch den Wald hinunter zum Gasthof Schober, das ein typisches Ausflugsgasthaus ist. Dort wollte ich ursprünglich übernachten. Da es erst kurz nach 15 Uhr und für den Abend Regen angesagt ist, entscheide ich mich nach ausführlicher Stärkung dafür, nach Steyr abzusteigen. Ich komme durch St. Ulrich, dort gibt es eine große Kirche. Auch der Friedensweg mit interessanten Skulpturen fällt mir auf. Künstler verschiedener europäischer Staaten haben ihr Land zu präsentieren versucht. Ich nächtige in der Jugendherberge im Stadtteil Ennsleiten, natürlich auf einem Hügel, inmitten von Hochhäusern. Tagesstrecke: 35,3 km
Bergauf: 1310 m
Bergab: 1338 m

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