Ein schöner Tag erwartet mich für meinen Start. Das Frühstück im Haus ist erst um 8.00 Uhr. So kann ich in der Früh noch trödeln. Das Angebot ist nicht reichhaltig, auch nicht mickrig.
Ich hole schnell meinen Rucksack und es geht vorerst einmal zur Kathedrale, dem Ausgangspunkt der Via Francigena.

In der Kathedrale findet gerade ein Morgengottesdienst statt, der gerade zu Ende geht. Die reguläre Öffnungszeit ist um 10 Uhr, viel zu spät für einen Pilger.
Auch der North Downs Way startet hier.

Durch die Gassen des „alten“ Canterbury ziehe ich gegen Süden.
Die Ruinen der St. Augustine’s Abbey, gegründet 598, habe ich durch den Zaun gesehen. Die Abtei war bis 1538 aktiv, wurde aber dann als Baustoffquelle verwendet.

Auch die Stadtmauer und Befestigungstürme sind noch zu sehen.

Markierungen für die Via Francigena sind vorerst nur sporadisch zu finden, der North Downs Way ist da besser vertreten. aber einen Pilgrims Way, einen Pilgerweg gibt es hier sogar mit Hausnummern.

Dann endlich bin ich aus der Stadt und auf dem freien Land. Die Wege sind sehr unterschiedlich. Alles ist vertreten: Asphalt, Feldweg, Schotter.



Die Blüten des Atlantischen Hasenglöckchens leuchten aus dem Grün. Auch der Bärlauch steht in Vollblüte.

Mehrere kleine Orte, fast Weiler, liegen auf meinem Weg. Jeder hat eine alte Kirche mit viel Geschichte und einen Friedhof mit windschiefen Grabsteinen. In Patrixbourne gibt es in der Kirche sogar eine Pilgerschlafstelle mit Dusche!



Zwischendurch bekomme ich Beobachtung aus der Luft

Schließlich komme ich an mein heutiges Tagesziel, Shepherdswell. Von hier fahre ich mit der Bahn zurück nach Canterbury. Shepherdswell ist ein kleiner Ort, der außer einer Dorfkirche nicht viel zu bieten hat.

Zurück in Canterbury gehe ich gleich zum Pilgerbüro bei der Kathedrale, um mir den Pilgerstempel, ein schönes Siegel, zu holen. Danach darf ich gratis in die Kathedrale. Das kostet sonst stolze 19 Pfund (22 Euro).






In der Kathedrale wurde Thomas Beckett im Auftrag des Königs Heinrich II. ermordet. Daraufhin bildete sich hier eine Wallfahrtsstätte für den bald heiliggesprochenen Hl. Thomas. Daraufhin hat König Heinrich VIII. den Schrein des Heiligen zerstören lassen.

Morgen stelle ich euch noch einen anderen berühmten Mann aus Canterbury vor.
Wenn ich schon auf der Insel bin, muss ich einmal Fish’n’Chips gegessen haben. Es war sehr köstlich.

Tagesstrecke: 20,0 km; ↑ 186 m; ↓ 122 m

Spätestens bei den Ansichten aus der prachtvollen Kathedrale tut es mir besonders leid, nicht mit dir gfehen zu können.