In der Nacht hat es geregnet und auch merklich abgekühlt. Wir haben ein ausgiebiges Frühstück und machen uns gegen 8.15 Uhr auf den Weg.
Ein paar kurze Schlenkerer durch die Gassen bringen uns kleine Einblicke hinter die Kulissen der Stadt.
Eine Fahrradstraße mit Anrainerverkehr und Bäumen oder eine Allee mitten in der Straße sind interessante Ansatzpunkte für bewohnerorientierte Verkehrsplanung.


Die kath. Kirche St. Josef trägt ein schönes Turmkreuz. Die Kirche wurde in Form einer Basilika im Stil des Eklektizismus mit neuromanischen und auch byzantinischen Einflüssen 1910/11 nach einem Entwurf des Architekten Hans Rummel gebaut.
Neben der Kirche steht eine große Menge von Menschen die darauf wartet, dass die „Speisekammer“, eine Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen, öffnet.


Wir verlassen Neu-Isenburg im Südwesten und müssen entlang einer stark befahrenen Straße über die Bahnlinie. Da war ein kleiner Planungsfehler mit im Spiel.

Die Irritation dauert nur kurz, dann sind wir fast allein im Wald.


Der Gehspitzweiher ist ein Relikt einer alten Ton- und Kiesgrube und steht unter Naturschutz.

In Zeppelinheim stehen wir beim Museum vor geschlossenen Toren. Leider gibt es keine Möglichkeit zum Einkehren. So muss eine Bank im Wald als Ruhestätte dienen.
Zeppelinheim wurde 1934 mitten im Wald als Basis für die Luftschifffahrt gegründet und war bis zum Unglück der „Hindenburg“ Ausgangspunkt für die Transatlantikflüge der „Hindenburg“ und der „Graf Zeppelin“. 1940 würden die beiden Luftschiffhallen gesprengt und danach eine Start-Landebahn von Zwangsarbeitern errichtet- die Basis für den heutigen Frankfurter Flughafen.

Gleich nach dem Ort geht es im Wald weiter, bis wir zum Walldorfer Badesee kommen, wo für morgen ein Winterschwimmen angekündigt ist.

Dann geht es vorerst über die Autobahn A5 und dann über die Bahnanlagen der Riedbahn. Auf der Autobahn ist richtig die Hölle los.


Jetzt sind wir schon in Walldorf, dem Ziel des heutigen Tages.
Walldorf ist ein Gründung der Waldenser aus dem Piemont. Landgraf Ernst Ludwig erlaubte1633 den Glaubensflüchtlingen sich auf seinem Land anzusiedeln, das wegen des 30-jährigen Krieges entvölkert war. Bis 1717 entstanden 15 Häuser mit Scheunen und Stallungen sowie die Kirche mit Pfarrhaus, allesamt in Fachwerk errichtet, am grand chemin (der heutigen Langstraße) gelegen. Die Waldenser brachten auch die Kunst der Obstveredelung mit.



Die Häuser hatten ursprünglich alle die gleichen Ausmaße und Ausstattungen. 7 x 7 m war der Grundriss.



Heute nächtigen wir im Hotel zum Löwen direkt in der historischen Langstraße.


Tagesstrecke: 17,2 km; ↑ 65 m; ↓ 83 m

Danke, Gerhard! Sehr interessant iund informativ!
Liebe Grüße Paula
Es ist wieder toll das ihr unterwegs seid habe ich was zu lesen interessant.