Resumé über den  Jakobsweg von Flensburg nach Köln 1. Abschnitt

Das ist eine Zusammenfassung des 1. Abschnittes meines Weges von Flensburg nach Köln, der mich auf der Via Jutlandica von Krusau/Kruse in Dänemark über Flensburg, Oeversee, Schleswig, Rendsburg und Glückstadt nach Harsefeld bringt, wo ich auf die Via Baltica stoße. Von dort geht es über Zeven nach Bremen, Visbek und Vechta nach Osnabrück

Anreise und Rückfahrt:
Für die Anreise habe ich mich für die Bahn entschieden: Graz – Wien mit dem Railjet, Wien – Hamburg mit dem Liegewagen im Nightjet und Hamburg – Flensburg mit dem Regionalexpress. Vom Bahnhof bis nach Krusau bringt mich der Bus der Linie 1. So bin ich um 12.30 an der dänischen Grenze startbereit. Mit dem Flugzeug gäbe es eine kürzere Reisezeit, wäre aber umständlicher. Die Rückreise von Osnabrück nach Graz untertags hätte auch ähnlich verlaufen können, wenn nicht ein technisches Problem eine Verspätung ergeben hätte. 

Nightjet
ICE

Der Weg:
Auf diesem Weg sind Höhendifferenzen eine willkommene Abwechslung. Es sind maximal ein paar Hügel zu überwinden. Weite Felder und viele Wälder wechseln sich ab. Zum Leidwesen der Wanderer gibt es viele asphaltierte Radwege. Ich war trotzdem überrascht, wieviele Schotterwege und Wiesenpfade noch zu finden waren. Stark befahrene Straßen sind eher selten und werden fast immer von abgetrennten Fuß-/Radwegen begleitet. Auf den anderen Straßen sind Fahrzeuge oft eine Abwechslung. 

Ochsenweg

Für meine Wegplanung habe ich die großen Routen, die Via Jutlandica, fast identisch mit dem Ochsenweg, die Europäischen Fernwanderwege E1 und E6 und die Via Baltica zum Vorbild genommen und nach meinen Ideen adaptiert. Auch noch unterwegs habe ich noch Korrekturen an der Planung vorgenommen.

E! , E6
Jakobsweg
Ochsenweg
Pickerweg

Meine geplanten Routen habe ich lokal am Smartphone gespeichert und kann sie mir auf der ebenfalls lokal gespeicherte Karten von Osmand anzeigen lassen. Damit habe ich mehr Sicherheit und Freiheit zur Umplanung unterwegs.

Die Markierungen auf dem Weg sind ausgezeichnet und eindeutig.  Im ersten Abschnitt fehlt öfters die Jakobsmuschel als Markierung, weil viele andere Wege parallel markiert sind. Den Wegverantwortlichen für die gesamte Strecke kann ich nur meine höchste Anerkennung und meinen Dank aussprechen.

Unterkunft und Verpflegung:
Im Anhang gibt es auch eine Unterkunftsliste. Pilgerherbergen nach spanischem oder französischem Vorbild habe ich keine gefunden. Es gibt Möglichkeiten, in kirchlichen Einrichtungen unter einfachen Bedingungen zu übernachten. Ich übernachtete vor allem in Gasthöfen, Pensionen und selten in Privatquartieren. Stellenweise ist es nicht einfach, ein geeignetes Quartier in entsprechender Entfernung zu finden. So habe ich auch manche überlange Etappe hinnehmen müssen, weil es keine Unterkunft gab.

kirchliche Unterkunft in Engter
kirchliche Unterkunft in Engter
Jugendherberge in Damme
Jugendherberge in Damme
Hotel Bremer Tor in Vechta
Hotel Bremer Tor in Vechta


Ruhetage in den Quartieren lassen es ratsam erscheinen, sich vorher telefonisch zu erkundigen. Ich habe im Notfall auch bei den Gemeindeämtern nachgefragt, ob es eine Unterkunftsmöglichkeit gibt und bin immer bestens beraten worden. Auch an Wochenenden kann es an neuralgischen Punkten (Radwege) zu Quartierproblemen kommen. Die Relation von Preis und Qualität stimmt nicht immer – das betrifft sowohl das Essen als auch die Quartiere.

Viele Quartiere bieten kein Frühstück an (auch Corona bedingt). Dann bin ich in die nächste Bäckerei ausgewichen, was auch einmal 15 km gedauert hat. Die Möglichkeit zum Abendessen war fast immer gegeben. Ich bin auch in Privatquartieren am Abend bestens versorgt worden, weil es im Ort keine Gastronomie gibt.
Da der Weg erstaunlich oft weit von Ortschaften entfernt vorbeiführt, sollte man sich rechtzeitig um notwendige Einkäufe kümmern. Unterwegs kann es auch längere Strecken ohne Infrastruktur geben.

Natur und Kultur:
Ich war überrascht wieviel ruhige Natur mir auf dieser Route geboten wurde. Viele Wildbeobachtungen und lautes Vogelgezwitscher begleiteten mich abseits der großen Verkehrswege. Auch die großen Wälder hätte ich nicht erwartet.


Die vielen kulturellen Highlights auf der Route kann man gar nicht alle wahrnehmen, sonst wäre man Jahre unterwegs. Flensburg, Schleswig, Bremen und Oldenburg sind die großen kulturellen Zentren. Dazwischen gibt es viele kleinere Orte, die mit Großartigem aufwarten können.

Unterwegs gabe ich nur zwei Jakobswegpilger getroffen, die zu Fuß unterwegs waren. Es waren mehr Leute zu sehen, die längere Touren mit dem Rad machten.

Statistik:
An den 20 Gehtagen habe ich mehr als 530 km zurückgelegt, für die Statistik bleiben nach Abzug der Stadtbesichtigungen und diverser „Ehrenrunden“ 510 km übrig. Dabei fielen etwa 1050 Bergauf- und 1000 Bergab- Höhenmeter an. Die Tagesstrecken lagen zwischen 7 und 35 km, im Median 25,7 km.

Alle Angaben bezüglich der Quartiere und Distanzen sind ohne Gewähr. Es liegt in der Eigenverantwortung des Benutzers, sich von der Richtigkeit zu überzeugen.

Tagesstrecken Flensburg – Osnabrück

Quartierliste Flensburg – Osnabrück

Zum Start Auf dem Jakobsweg von Flensburg nach Köln – 1. Teil

Zur Kartenübersicht auf alpenvereinaktiv.com

3 Gedanken zu „Resumé über den  Jakobsweg von Flensburg nach Köln 1. Abschnitt

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