Unterwegs auf dem Grabenlandtrail 7; Montag, 11. Jänner 2021 von Kirchbach in Steiermark nach Allerheiligen bei Wildon

Heute früh fahren wir mit dem Bus nach Kirchbach. Die längste Zeit sind wir die einzigen Passagiere. Die Straße ist nach dem leichten Schneefall vom Vorabend noch matschig, sodass der Fahrer sein Fahrzeug sehr behutsam über die beiden Berge lenkt. In Kirchbach hat es -6 °C, ist aber strahlend schön.

Vorerst nehmen wir eine Route abseits des offiziellen Grabenlandtrails und streben der Filialkirche St. Anna zu. Als Kind war ich oft hier, steht doch das Heimathaus meines Vaters gleich in der Gegend. Seit damals sind nicht nur viele Häuser hinzugekommen, auch die Wegverläufe haben sich deutlich geändert. Aus schmalen Wegen sind breite Straßen geworden.

Kirchbach – Filialkirche St. Anna

Die Kapelle, die auf gotische Wurzeln zurückzuführen ist, ist ein schlichter Barockbau aus 1656, der gotische Elemente aufweist. Leider ist die Kirche verschlossen, da muss man zum Anna-Sonntag hierherkommen.

Kirchbach – Filialkirche St. Anna
Kirchbach – Filialkirche St. Anna „Anna lehrt Maria das Lesen“

Wir genießen den Ausblick auf Kirchbach und die Umgebung.

Kirchbach nach Osten
Kirchbach nach Südosten
Kirchbach – Bergjoslweg, Wegkreuz

Jetzt geht es hinunter in den Pöllinggraben, in eine wunderschöne Winterlandschaft. Anschließend steigen wir am Gegenhang wieder hinauf bis zum Oberbreinberg.

Am Königsleitenweg in den Pöllinggraben
Pöllinggraben
Pöllinggraben

Jetzt liegt der nächste „Graben“ vor uns, der der Landschaft den Namen Grabenland gegeben hat: das Tal des Labillbaches. Von Kleinfrannach schauen wir nach Frannach hinunter.

Frannach
Labillbach

Neben der alten Dorfkapelle ist eine neue, größere Mess-Kapelle St. Valentin 1966 errichtet worden, die vom steirischen Künstler Franz Weiss gestaltet wurde.

Frannach – Mess-Kapelle St. Valentin
Frannach – Mess-Kapelle St. Valentin

Die Aposteln auf dem linken Bild sollen die Züge von Frannacher Männern tragen.

Frannach – Mess-Kapelle St. Valentin

Wir gehen entlang der Dorfstraße, die ich als Kind als schmale Schotterstraße erlebt habe, auf der zwei Fuhrwerke gerade so aneinander vorbeigekommen sind. Vor dem Kultursaal steht ein Brunnen, der zur Eisskulptur geworden ist.

Frannach – Kultursaal

Nach Frannach durchwandern wir ein kleines Nebental und steigen auf die Langleiten. Unterwegs werden wir bei einem einsamen Haus von zwei freilaufenden Hunden verbellt, von denen uns der Hausherr dann befreit.

Am Ulzweg auf die Langleiten
Am Ulzweg auf die Langleiten
Am Ulzweg auf die Langleiten

Auf dem Langleitenweg kann man sich nicht verlaufen. Auch der sogenannte „Grazer Jakobsweg“, einen Neukreation, geht hier durch.

Wegweiser am Langleitenweg
Jakobswegweiser

Dann schlängelt sich die Straße hinunter in das Stiefingtal, das wir in seiner vollen Breite durqueren werden.

Abstieg ins Stiefingtal

Der nächste Graben ist da: das Stiefingtal. Tausende Male bin ich mit dem Auto durch dieses Tal in den vergangenen Jahren zur Arbeit gefahren.

Stiefingtal in Richtung Siebing und Allerheiligen
Stiefingtal in Richtung Großfelgitsch
Stiefing, Stiefenbach

„Kapellen-Wanderung“ könnte man den heutigen Tag nennen, wenn es diese nicht schon gäbe. Wenn es sonst nichts in einem Dorf gibt, eine Kapelle ist immer da,

Dorfkapelle Siebing

Nun beschleunigen wir unser Tempo, in der Hoffnung den nächsten Bus zu erreichen. Der „Umweg“ über Neudorfberg ist doch zeitraubender als angenommen.

Kapelle in Neudorfberg

In Kulmberg schaffen wir es gerade bis zur Bushaltestelle und nach zwei Minuten ist der Bus (mit Verspätung) da. So brechen wir unsere Etappe hier ab, anstatt 700 m weiter bis Allerheiligen zu wandern und dort eine volle Stunde im Freien zu warten. Das Gasthaus, und das ist ein gutes, hat ja wegen Corona zu. So werden wir für die letzte Etappe eine Busstation für unseren Start weiterfahren. Ehrenwort!

Tagesstrecke: 14,3 km; ↑ 570 m; ↓ 513 m

Route auf alpenvereinaktiv.com

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