9. Tag Donnerstag, 25. Juni 2020 Bach a. d. Donau – Regensburg

Auch heute bin ich wieder früh aus dem Haus (präsenile Bettflucht?) und genieße das Frühstück ganz im spanischen Caminostil im nächsten Kaffeehaus. Danach geht es an die Donau.

Der Himmel ist so, wie wir Pilger es mögen: ein paar zarte Wolken, ein bisschen Sonne und ein Schatten, diffus wie ein Aquarell.

Eine Gänsesägerfamilie lässt sich durch mich nur wenig stören und geht auf Sicherheitsabstand.

Wieder hindern mich zahlreiche Vogelkirschbäume (Prunus avium L.) am raschen Weitergehen. Die Früchte schmecken zu gut.

Diese Früchte reifen auf den ebenso häufigen Steinweichselbäumen. Sie werden nicht zum Genuss verwendet und schmecken sehr herb, obwohl sie voll ausgereift sind.

Steinweichsel, Felsen- oder Weichselkirsche (Prunus mahaleb L.)

Dieser Falter begleitet mich ein Stück des Weges, ehe ich ihn fotografieren kann. Das gelingt mir bei den vielen Stieglitzen nicht.

Schachbrett (Melanargia galathea L.)

In der Ferne sehe ich in der Sonne Walhalla aufblitzen, an dem ich vorbeigehe. Da ich mir dieses Bauwerk nahe Donaustauf vor ein paar Jahren angesehen habe, habe ich keine Lust, den Umweg dorthin zu machen. Außerdem ist es zu dieser Zeit nur von außen zu besichtigen. Walhalla war auch eine der Ideen von König Ludwig I., der den Bau veranlasste, um Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ zu ehren. Das 1842 eröffnete Denkmal ist dem Parthenon-Tempel nachempfunden und wurde Ludwigs teuerstes Projekt.

Walhalla
Walhalla
Walhalla
Gerhard und Walhalla

Die Begründer des europäischen Postwesens Thurn und Taxis hielten sich bevorzugt in Donaustauf auf, nachdem sie gegen viel Geld die Postverwaltung an die verschiedenen Staaten abgetreten haben. Donaustauf brannte im 19. Jhdt. völlig ab, nur der „Chinesische Turm“ blieb erhalten.

Chinesischer Turm
Bürgerhaus

Hier sollte wirklich jeder einen geeigneten Weg finden.

Wegmarkierung in Donaustauf

Bis kurz vor dem Zentrum von Regensburg hat die Natur viel Raum.

Graureiher (Ardea cinerea)

Das ist „Soko Donau“ auf Bayrisch.

Polizeiboot

Der Dom St. Peter überragt die Altstadt von Regensburg. Seine Geschichte beginnt im 13. Jhdt., um 1450 war er benutzbar und seine beiden Türme wurden erst 1869 fertiggestellt. Er gehört mit dem Kölner Dom zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauten Deutschlands. Leider ist seine Hauptfront im Gerüst.

St. Peter
Silberaltar im Chor

In dieser Woche wird der Schrein mit den Reliquien des Hl. Wolfgang hier im Dom den Gläubigen präsentiert. Sonst ist er in der Kirche St. Emmeram zu finden. St. Wolfgang war ab 972 Bischof von Regensburg und Erzieher Kaiser Heinrichs II.

St. Wolfgang

Viele der Glasfenster stammen aus dem Mittelalter. Es sind sogar noch welche aus dem romanischen Vorgängerbau erhalten.

Brunnen im Dom

In der Jakobskirche hole ich mir einen schönen Stempel.

Eingangsportal

Ich will die Kunstsammlung der Thurn und Taxis, die heute dem Bayrischen Staat gehört, besichtigen. Wegen Corona geschlossen!

Kunstsammlung im Schloss

Ich besuche noch das Reichskloster St. Emmeram, eine um 739 gegründete und bis zur Säkularisation 1803 bestehende Benediktinerabtei in Regensburg. St. Emmeram war im 7. Jhdt. zunächst Bischof von Poitiers, ehe er in den bayrischen Raum als Wanderprediger und Missionar zog. Hier starb er als Märtyrer.

Kirche und Kloster St. Emmeram
Barocker Innenraum

Mit dem Baubeginn 1135 gilt die Steinerne Brücke als ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands.

Steinerne Brücke

Für die Ausflugsboote finden sich leider keine Passagiere.

Am Landungsdeck an der Donau

Ich bin heute in der Jugendherberge von Regensburg untergebracht, die zu den ältesten in Deutschland zählt. Das Gebäude wurde 1939 fertiggestellt. Sie liegt auf der Unteren Wöhrd, einer Insel in der Donau und nahe dem Zentrum. Die Pläne für einen Neubau liegen schon vor. Ich habe ein ruhiges Einzelzimmer und bin einer der wenigen Gäste.

JHB Regensburg

Tagesstrecke:  18,3 km; ↑ 107 m; ↓ 94 m

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