6. Tag Montag, 22. Juni 2020 Metten – Bogen

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs! Danke für eure netten Kommentare.

Für gestern möchte ich noch eine Ergänzung hinzufügen. Vor der Kirche in Niederalteich treffe ich auf eine nette Frau, die offensichtlich in der Kirche zu tun hat. Nach ein paar Sätzen holt sie ein Sackerl aus ihrer Tasche und bietet mir einen Kiesel aus der Donau an, den sie selbst gestaltet hat. „Eine kleine Erinnerung und als Glücksbringer für den weiteren Weg!“, und schon ist sie in der Kirche verschwunden.

Donaukiesel mit Segenswunsch

Am Morgen ist es strahlend klar, ich starte bereits kurz nach 7:30 Uhr. Ich habe nicht weit zum Weg an der Donau. Die Autobahnbrücke der A3 liegt direkt vor mir.

Brücke der A3

Ich kann es mir aussuchen, ob ich auf dem asphaltierten Radweg rechts, auf dem Grasweg auf dem Damm oder auf dem Fahrweg an der Donau gehen will.

Im Osten sind die Ausläufer (oder die Anfänge) des Bayrischen Waldes zu sehen, der sich bis nach Tschechien hinzieht.

Bayrischer Wald

Das kleine Dorfkircherl von Mariaposching ist Mariae Geburt gewidmet, es hat einen spätromanischen Turm, einen spätgotischen Chor und ein barockes Langhaus.

Mariaposching
Mariaposching

Bauern lassen bewusst Flächen zum Schutz von Bodenbrütern frei. Hier blühen dann die Feldblumen in voller Pracht.

Leichte Schleierwolken ziehen auf und ergeben mit einem leichten Lüfterl ein ideales Wanderwetter. Ich treffe einen älteren Herrn auf dem Damm, so in meinem Alter. Er wohnt unweit von hier hinter dem Damm und erzählt mir ein bisschen vom Wasser und dem Wetter hier. Ein paar Kilometer weiter treffe ich eine Frau mit ihrem Hund, die mit mir ein paar Sätze wechselt und mir ihre Segenswünsche mit auf den Weg gibt.

Ich glaube meinen Augen nicht trauen zu können: da schwimmt mitten in der Donau ein Mensch. Ich winke ihm, er/sie winkt zurück.

Domaunixe?

Mir fallen viele Vermessungspunkte in brachliegenden Grundstücken auf. Dann sehe ich, dass archäologische Ausgrabungen durchgeführt werden. Ich komme mit einer Archäologin aus Rumänien ins Gespräch, die mir erzählt, dass ein neuer größerer Hochwasserdamm errichtet wird und vorher Grabungen in einer Tiefe von 1,2 – 1,8 m durchgeführt werden. Die Wissenschaftler dokumentieren hier Funde aus der Steinzeit bis ins Mittelalter.

Archäologische Sicherungsgrabungen
Archäologische Sicherungsgrabungen

Die Donaubrücke wirkt von unten besonders imposant. Die Paddler nehmen es gelassen. In Verbund treiben sie stromabwärts.

Jetzt wartet noch eine kleine Bergwertung auf mich. Es geht recht steil hinauf auf den Bogenberg zu einer alten Kulturstätte. Zuerst geht es an der Ulrichskapelle vorbei und dann wird es steil. Etwas beunruhigen mich die Hinweise auf den Eichenprozessionsspinner, der hier sein Unwesen treiben soll.

St. Ulrich
Auf den Bogenberg hinauf

Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt auf dem 432 Meter hohen Bogenberg gilt als die älteste Marienwallfahrtskirche Bayerns. Aus diesem Grund wird der 118 Meter über der Donau aufsteigende Bogenberg auch als Heiliger Berg Niederbayerns bezeichnet.

Maria Himmelfahrt

Die Darstellung der schwangeren Maria ist eher selten.

Schwangere Maria mit „Fenster“ im Bauch

Links und rechts an der ersten Säulenreihe ragen zwei 13 m lange „Kerzen“ auf. Diese Holzstangen, mit Wachs umwickelt, werden in einer Dankprozession über 75 km von Holzkirchen hierher getragen, als Dank für die weitere Verschonung vor dem Borkenkäfer gegen Ende des 15. Jhdt.

Querschnitt durch die „Kerze“

Ich steige hinunter in die Stadt Bogen, wo die heutige Wanderung endet. An einem Ende des langen Stadtplatzes steht das Rathaus.

Neues Rathaus von Bogen

Ich nächtige im Gasthof „Zum Weißbräu“.

Tagesstrecke: 23,8 km; ↑ 144 m; ↓  139 m

5 Gedanken zu „6. Tag Montag, 22. Juni 2020 Metten – Bogen

  1. Topler

    Gott sei Dank ist das Wetter besser keine nassen Fùße .Deine Wanderung wird immer interessanter und schöner.Freu mich auf den nächsten Bericht.m.lg.

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  2. Michaela Brantner

    Mit den Haaren des Eichenprozessionspinners musste ich leider bei der letzten Wanderung auch meine schmerzliche Erfahrung machen. Der ganze rechte Arm war komplett mit höllisch juckenden Pusteln übersät. Die Härchen sind mit dem Wind gekommen. Glück, dass wir es nicht in die Atemwege bekommen hatten.

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