Auf dem Grazer Umlandweg II (Etappen 4 – 6)

Etappe 4: Samstag, 16. Mai 2020 Werndorf – Lannach

Mit der Schnellbahn S5 fahren wir in der Früh von Graz nach Werndorf und suchen unseren Weg durch die Unterführung nach Westen.

Bahnhof Werndorf

Nach ein paar Minuten überqueren wir die Pyhrn-Autobahne A9, auf der durch Corona doch weniger Verkehr ist.

A2 bei Werndorf

Schon bald können wir die Straße verlassen und biegen in eine Foststraße ein. Die nächste Abzweigung in den Wald verbirgt sich wie der Bahnsteig 9 3/4 bei Harry Potter.

Nach Werndorf

Nein das ist er nicht!
Hier geht es hinein!
Und dahinter verbirgt sich Natur pur.

Wo geht’s da rein?
Waldweg

Eine Hecke am Waldrand bietet den Vögeln das richtige Biotop.

Hecke bei Ponigl

In den Gärten blühen die Rhododendren.

Garten in Ponigl

Wir kommen in den Kaiserwald mit dem Wundschuher Badeteich. Viele Fischer versuchen hier ihr morgendliches Angelglück.

Wir wenden uns gegen Westen und kommen immer tiefer in den Wald hinein. Dort treffen wir auf eine Tierfährte, die die Experten vom Universalmuseum Johanneum, dem Steirischen Jagdtamt und die Steirische Forstbehörde rätseln lassen: ist es ein junger Luchs aus Slowenien auf dem Weg in ein neues Revier (Joanneum) oder ist es eine Wildkatze (Forstamt)? Sicher ist es kein Dachs (Jagdamt), der hat nämlich fünf Zehen!

Wildspuren im Kaiserwald

In Dietersdorf queren wir bei der Dorfkapelle die Predinger Landstraße L303.

Auf dem Weg zur Kainach kommen wir an einer großen Mufflonherde in einem Gehege vorbei. Der Bock zeigt sich in aller Pracht.

Die Kainach ist heute in einem gesicherten Bett. Früher waren ihre Hochwässer oft verheerend.

Trotz diesigen Wetters ist das Grazer Bergland gut zu sehen. Die Kirche von Dobl und der 146 m hohe Sendemast (1941) sind gut zu erkennen.

Nach einigen Kilometern über Felder und Wiesen kommen wir wieder in einen Mischwald mit frischem Grün.

Nach einem kurzen Anstieg auf den Muttendorgberg kommen wir am Hochbehälter Dobl vorbei, wo man sich einige Informationen über das Trinkwasser holen kann.

Vom Muttendorfberg haben wir eine gute Aussicht auf das Erdöllager, in dem 525 Millionen Liter Rohöl und verschiedene Erdölprodukte gelagert werden können.

Am Bahnhof von Lannach haben wir genügend Zeit, um uns auf die Heimfahrt vorzubereiten.

Link auf Alpenvereinaktiv.com

Tagesstrecke: 15,9 km; ↑ 139 m; ↓ 101 m;
50 % Asphalt oder Straße, 26 % Weg, 6 % Pfad, 18 % Schotterweg
Wenig Verkehr.

Etappe 5: Samstag, 16. Mai 2020 Lannach – St. Bartolomä

Heute starten wir wieder in Lannach. Wir sind mit der Schnellbahn S6 ab Graz gefahren und in Lieboch in die S61 nach Lannach umgestiegen. Gleich nach Lannach geht es am Friedhof vorbei auf den Hügelkamm, dem wir einige Zeit lang folgen.

Am Ortsende von Hötschdorf gehen wir wieder in Richtung Tal und haben die Grazer Hausberge vor uns.

Jetzt folgt ein 900 m langer Streckenabschnitt auf der Mooskirchner Straße L340, der aber nicht sehr stark befahren ist. Der anschließende Gemeindeweg wird viel stärker als „Schleichweg“ benutzt.

Jetzt geht es durch frischgrüne Wiesen und Felder zur Kainach.

Wir queren die Kainach, es gibt hier aber auch am rechten Ufer einen Weg.

Der Wiesenweg ist erfreulicherweise ausgemäht, sodass wir keine Probleme mit hohem Gras haben. Um die Südautobahn A2 zu unterqueren, muss man auf der linken Flussseite sein

Nach Söding finden wir den ersten Hinweis, dass wir nach Österreich kommen. Bald gelangen wir zur Ortstafel und dann liegt der Weiler vor uns. Aus Österreich kommt auch eine alte Weinsorte, die am Hofe Kaiser Franz Josefs begehrt war, aber durch die Reblaus fast gänzlich ausgerottet wurde. Heute wird dieser Wein wieder im Burgenland von einem Winzer gepflegt.

Bei Neureiteregg (460 m) haben wir den perfekten Rundumblick.

Der WunderWanderWeg von Reiteregg ist ein etwa 3,6 Kilometer langer Rundweg, welcher an fünf von in Sankt Bartolomä oder der näheren Umgebung heimischen Künstlern gestalteten Werken vorbeiführt.

Die Osterkreuzkapelle von Reiteregg wurde 2005 errichtet.

Auf dem Kreuzeckkogel steht das Schloss Sonneck, das heute Sitz der Peyer Group ist, die für Philips die Rasierapparate entwickelte und baute.

Unser Tagesziel St. Bartolomä ist erreicht. Wir stärken uns erstmals seit der Coronakrise in einem Gasthaus und fahren dann mit dem Bus nach Graz zurück.

Link auf alpenvereinaktiv.com

Tagesstrecke: 20,2 km; ↑ 254 m; ↓ 116 m;
73 % Asphalt oder Straße, 11 % Weg, 16 % Pfad
Wenig Verkehr.

Etappe 6: Samstag, 16. Mai 2020 St. Bartolomä – Judendorf/Straßengel

Mit dem Bus erreichen wir recht schnell St. Bartolomä, wo wir bei der neuen Kirche starten. Die alte Kirche wurde um 1200 errichtet und immer wieder erweitert. Im 19. Jhdt. verlor sie ihre Funktion und wurde ab 1975 auf Initiative von Dr. Stepan Koren renoviert. Heute hat sie ihre Funktion als Aufbahrungshalle und Konzert- und Museumsraum.

Wir gehen hinunter in die Talsenke des Liebochbaches.

Pilgerschatten – Schattenpilger

Vom Gegenhang haben wir nochmals einen schönen Blick auf St. Bartolomä.

Auf dem nächsten Hügel liegt St. Oswald bei Plankenwarth mit einer netten Kirche.

Das Schloss Plankenwarth, eine umgebaute Burg aus dem 12. Jhdt., ist heute in Privatbesitz, ist prachtvoll renoviert und wird auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt.

Dieser Wegabschnitt ist ident mit dem Weststeirischen Jakobsweg, den ich vor sechs Jahren schon einmal gegangen bin. Dieser Weg führt von Graz nach Lavamünd.

Die Akelei (Aquilegia vulgaris L.) blühen an vielen Stellen.

Über angenehme Waldwege nähern wir uns wieder dem Murtal.

Die Wallfahrtskirche Maria Straßengel überragt das Murtal und ist von allen Seiten ein Blickfang. Die Heutige Kirche wurde von 1346 bis 1355 errichtet und geht auf Vorgängerbauten aus dem 12. Jhdt. zurück. Sie zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten der österreichischen Hochgotik. Die Kirche wäre 1788 nach Streitigkeiten fast abgerissen worden.

Das Bild der Maria mit dem Ährenkleid am Hochaltar wurde 1976 gestohlen und ist nie mehr aufgetaucht. Heut ist dort eine moderne Kopie.

Die Annenkapelle ziert eine überragende „Anna selbdritt“ aus dem 18. Jhdt.

Das „Prälatenhaus“ in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche wurde vom 15. bis zum 17. Jhdt. immer wieder umgebaut und verdankt seinen heutigen, restaurierten Zustand einer Privatinitiative.

Von der Kirche führt ein steiler Weg hinunter in das Murtal. Der Bahnhof ist etwa einen Kilometer entfernt. Von dort fahren wir mit der S-Bahn S1 nach Graz und wundern uns, dass wir fahrpreismäßig schon in der Kernzone von Graz sind.

Link auf alpenvereinaktiv.com

Tagesstrecke: 14,9 km; ↑ 486 m; ↓ 599 m;
53 % Asphalt oder Straße, 16 % Weg, 27 % Pfad, 4 % Schotterweg
Wenig Verkehr.

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