5. Tag Samstag, 6. Mai 2017 Yenne nach Saint-Genix-sur-Guiers

Der Wetterbericht löst Diskussionen aus. Um 11 Uhr soll der Regen kommen. Originalroute oder Alternativroute? Aber dazu später.

An einem Tisch treffen sich heute Wanderpilger aus USA, Schweiz, Deutschland und Österreich. Dazu kommen zwei Radpilger aus der Weststeiermark.

Gegen viertel neun breche ich auf und wähle wegen des vorerst schönen Wetters die Originalroute wie vor mir Gertrud aus der Schweiz und Paul aus Kalifornien.

Am Eingang in die Rhôneschlucht führt eine interessante Brücke über den Fluss. Unser Weg geht aber gleich auf den Berg.

Ein letzter Blick auf Yenne zeigt wie klein der Ort eigentlich ist.

Über der Stadt thront eine Marienstatue mit Kapelle, die in den 1860er-Jahren im Zuge der Katholisierung des Landes errichtet wurde.

Von der Stadt aus sind mir große braune Flecken am Berg aufgefallen. Was ich von weitem für Brandschäden hielt, entpuppt sich als Fraßschaden der Buchsbaumminiermotte, die auch bei uns Verbreitung findet. Kein einziger der Buchsbaum-Sträucher, die hier ganze Flächen bedecken, treibt aus.

Auf dem Weg, den wir zu gehen haben, hängen tausende von Raupen von den Bäumen. Wo vor wenigen Minuten ein Wanderer die Raupen entfernt hat, sind sofort neu da, die die Chance, vertragen zu werden, nutzen.

Ich nutze noch die letzten Minuten vor dem Regen, um in die Rhôneschlucht und die Landschaft zu schauen.

Aus einem Kloster hat sich die wehrhafte Anlage Pierre Châtel an der Grenze Savoyens entwickelt.

Das alte Steinkreuz hoch über dem Tal war einst ein Wallfahrtsziel. Es soll um die 700 kg wiegen.

Dann kommt der versprochene Regen und wird uns bis an unser Ziel begleiten.  Da hilft nur gute Kleidung und Ruhe.

Unser Weg führt uns auf über 800 m hinauf. Hätten wir die Alternativroute genommen, hätten wir uns keine Höhenmeter erspart, uns aber um die schöne Aussicht gebracht.

Der Abstieg auf ungefähr 210 m Seehöhe ist glücklicherweise nicht so schwierig wie der Aufstieg. Ein Pilgerfreund hat in seiner Scheune eine Labestation eingerichtet. Von Kaffee, Bier Wasser, alles ist gegen Einwurf von Münzen zum Selbstkostenpreis zu haben.

Nach etwas mehr als sieben Stunden erreichen wir unser Ziel und finden in einem geräumigen Bungalow eine trockene Bleibe.

Ein Höhepunkt des Tages: Ich habe meine ersten reifen Walderdbeeren gefunden und gegessen. Einfach köstlich…

Tagesstrecke: 25 km

Corr

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