2. Tag Mittwoch, 07. Mai 2014 Roncesvalles nach Larrosoaña

Um 6.00 Uhr gibt’s den Wecker! Nein, nicht mit der Klingel oder einem Lautsprecher – drei Hospitaleros, wie die freiwilligen Helfer in den Unterkünften genannt werden, gehen  mit Gitarren durch den Saal und singen in angenehmer Lautstärke „Morning has broken“ und wünschen vielsprachig einen guten Tag. Die meisten Wanderer nehmen das freudig überrascht auf. Ohne viel Stress packe ich zusammen und mache mich auf den Weg. Dichter Morgennebel hängt etwas über unserem Standort.
Ich wundere mich, wie fit ich bin und dass ich so wenig vom Vortag spüre. Bis ins nächste Dorf wandere ich allein und suche dort nach einem Frühstück: Es wird ein Cafe mit einem Croissant. Ich setze mich zu D. aus Hamburg an den Tisch und wir gehen dann gemeinsam weiter. Er hat mein Tempo und wir ratschen viel. Es geht immer wieder auf und ab, durch gut gepflegte Dörfer, an Bauernhöfen mit Rindern, Pferden und Schafen vorbei und durch Laub- und Mischwälder. Die Nebel lichten sich und es ist angenehm warm. Es geht wieder auf 801 m hinauf zum Alto de Erro. Der Abstieg nach Zubiri ist recht schottrig, bei Regen ist er sicher sehr unangenehm. Wir essen ein Kartoffelomlett mit köstlicher Fülle und gleichen unseren Salzhaushalt mit einem kleinen Bier aus.  Wir wandern bis Larrasoaña weiter und kommen über eine mittelalterliche Brücke in den Ort wie aus dem Bilderbuch. Viele der gutgepflegten Häuser tragen Jahreszahlen um 1700. Die kleine Herberge ist bald voll, im nahen Gasthof gibt es für das Pilgermenü je drei bis vier Speisen zu Auswahl. Ich wähle mir Pasta, Rindsgulasch und Eis.
Die Nacht ist angenehm ruhig. Es gibt keine Schnarcher – ich höre mich ja nicht.

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