15. Tag Dienstag, 28. September 2021 St. Margarethen – Apetlon

Nach kurzen Verhandlungen mit dem Wirt konnten wir die Frühstückszeit auf 7.00 Uhr vorverlegen. Damit bleibt uns heute genug Zeit, ohne Eile zu wandern.

Wir starten um 7.45 Uhr mit unserer heutigen Etappe und verlassen St. Margarethen durch einige kleine Gassen.

Feldgasse

Da finden wir gleich eine etwas steife Gottesanbeterin, die sich nicht wirklich bewegen will.

Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa L.)

Durch die Weingärten, in denen oft noch die Trauben hängen, geht es ostwärts.

Weingarten am Hang des St. Margarethen-Berges
Reiche Rotweinernte

Eine uralte Eiche ist als Naturdenkmal ausgewiesen und könnte sicherlich vieles aus der Geschichte erzählen.

Traubeneiche (Quercus petraea LIEBL.)

Die heutige Bergwertung: harte 80 Höhenmeter auf den Goldberg!

Aufstieg zum Goldberg

„Vidi mare!“ – „Ich habe das Meer gesehen!“ Wenn auch nur das Meer der Wiener, den Neusiedlersee.

Blick auf den Neusiedlersee
Blick auf den Neusiedlersee

Die Weingärten wurden früher von vereidigten Flurwächtern bewacht, die gegen Bezahlung die ganze Saison im Weingarten wohnen mussten. Da waren sie in spärlichen Erdkellern untergebracht.

Hüterhütte vom Beginn des 19. Jhdt.

Wir treffen ein Paar, das die heurige Mandelernte einbringt. Uns erscheinen die Früchte groß, sie sind damit weniger zufrieden.

Mandeln

Wir kommen nach Mörbisch, das am Schilfgürtel des Neusiedlersees liegt und wie die meisten Orte hier vom Weinbau und vom Fremdenverkehr lebt.

Mörbisch – Seitengasse

Die Evangelische Kirche stammt aus dem späten 18. Jhdt., nachem es bereits 1578 eine evangelische Gemeinde in Mörbisch gab.

Evangelische Kirche Mörbisch
Evangelische Kirche Mörbisch

Vom Ort führt ein langer Damm durch den Schilfgürtel hinaus zum See mit der Anlagestelle, dem Seebad und der Seebühne. Die gesamte Region ist wegen ihrer einzigartigen Natur UNESCO – Welterbe und steht unter strengem Naturschutz.

Der Damm trägt die Straße, zwei Radfahrstreifen und einen Gehweg. Ein wahrer Luxus in der Natur. Links und rechts säumen hohe Schilfwände den Damm.

Dammstraße Mörbisch
Schilfgürtel

An manchen Stellen kann man auch einen Blick „hinter die Kulissen“ erspähen. Heuer ist der Wasserstand extrem niedrig.

Neusiedlersee

Beim Seebad steht auch die Mörbischer Seebühne, wo Operetten- und Musicalaufführungen große Tradition haben. Die Miss Liberty aus der „Westside-Story“ steht noch im Hafen.

Mörbisch – Seebühne
Mörbisch – Seebühne

Gemeinsam mit vielen Radlern überqueren wir per Schiff den Neudiedlersee zum Ostufer.

Neusiedlersee
Neusiedlersee

Von dort geht es wieder durch den Schilfgürtel zur Zicklacke, die wenig Wasser, dafür aber eine eindrucksvolle Färbung durch kleine Blüten hat.

Zicklacke
Die Strand-Aster (Tripolium pannonicum, Syn.: Aster tripolium L.), auch Salz-Aster und Pannonien-Salzaster genannt

Nach Illmitz ist noch eine schöne Wegstrecke zurückzulegen. Einige größere Radlergruppen, ganze Schulklassen und viele Einzelpersonen sind auf der Strecke unterwegs.

Radweg zum See

Die Wahrzeichen der „Puszta“: Ziehbrunnen und Schilfunterstände

Am Ortsrand von Illmitz besuchen wir das Besucherzentrum des Nationalparks Neusiedlersee und vergessen in unserer Begeisterung auf ein Erinnerungsfoto.

Illmitz ist auch stark touristisch geprägt. Mitten im Ort steht das Quellhaus der St. Bartholomäus-Quelle, wo man den Säuerling auch verkosten kann.

Illmitz – St. Bartholomäus-Quelle
Illmitz – St. Bartholomäus-Quelle

Die katholische Pfarrkirche aus dem 18. Jhdt. erfuhr eine große Erweiterung und bekam 1977 einen eindrucksvollen neuen Zubau.

Illmitz – Pfarrkirche
Illmitz – Pfarrkirche

Im alten Kirchenteil wird gerade eine spannende Ausstellung über den Umgang mit „beeinträchtig5en Personen“ gezeigt.

Illmitz – Pfarrkirche

Überall ist die Weinlese im Gange. Die Reben werden hier meist durch Maschinen geerntet und in großen Anhängern zur Weiterverarbeitung gebracht. Die Weine werden hauptsächlich in großen Stahltanks vergoren.

Illmitz – Kellerei

Schließlich nehmen wir das letzte Stück unserer Tagestour nach Apetlon in Angriff. Das Wetter hat sich von dicht bewölkt auf sonnig umgestellt und bei leichtem Rückenwind geht es flott dahin.

Auf dem Weg nach Apetlon

Apetlon ist auch eine Weinbaugemeine im Nationalpark Neusiedlersee. Zwischen neuen Wohnhäusern finden sich immer wieder kleine Häuser aus dem 19. Jhdt.

Apetlon

Auch diese Pfarrkirche aus dem Barock hat 1976 eine interessante Erweiterung erfahren.

Apetlon – Pfarrkirche
Apetlon – Pfarrkirche

Eine Gedenksäule erinnert an einen gemeuchelten Nachtwächter.

Apetlon
Apetlon

Heute gehen wir richtig gut essen. Im „Gasthaus zum fröhlichen Arbeiter“, eimem Traditionsgasthaus mit vielen Auszeichnungen, werden wir verwöhnt.

Apetlon – Zum fröhlichen Arbeiter
Fischsuppe
Geschmortes Fleisch von der Steppenrindkalbin auf Kürbispüree, Einkorn und Eierschwammerln
Zwiebelrostbraten von der Kalbin mit Kartoffeln

Heute übernachten wir im Gästehaus der Familie Klinger. Der Heurige ist aber nur Donnerstag bis Sonntag geöffnet.

Gästehaus Klinger

Tagesstrecke: 23,4 km; ↑ 72 m; ↓ 104 m

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