1. Tag Sonntag, 2. September 2018 Bologna – Varignana

Mit minimaler Verspätung fährt der Zug in Bologna ein. Die Statione Centrale ist um halb sechs in der Früh sehr ruhig. Noch ruhiger ist es in den Straßen der Stadt.

Die kilometerlangen Arkaden werden nur von Obdachlosen und wenigen Jugendlichen, die von der Nacht noch herumhängen, bevölkert.

Vor dem Neptunbrunnen werde ich Zeuge eines eigenartigen Rituals. Zwei ältere Männer mit talarähnlichen Umhängen und Gitarre stehen vor einem in gebückter Haltung knienden Mann, ähnlich gekleidet und befragen ihn. Dann singen sie ein Lied, dass einer mit der Gitarre begleitet. Es erinnert ein bisschen an Geheimbund und Bruderschaft.

Allein auf der Straße breche ich gegen Osten auf, vorbei an den alten Bauten im Mondlicht.

Die Porta die Strada Maggiore gehört mir allein. Es ist wirklich schön, eine Stadt an einem Sonntagmorgen zu erleben.

Ich verlasse die Stadt auf der Geraden Richtung Osten als erste spärliche Autos auftauchen.

Zwischen den Häuserblöcken gibt es immer wieder schöne Parkanlagen.

San Lazzaro die Savena ist eine eigenständige Kommune, aber vollständig mit Bologna verwachsen. Die Kirche öffnet gerade ihre Tore.

Es hat etwa 18°C und ein paar Wölkchen zeigen sich am Himmel.

Im Tal des Torrente Idice stoße ich wieder auf den Antonius-Weg.

Eine Zeit lang gehe ich auf einer gemütlichen Schotterstraße entlang des Flüsschens.

Da ich die erste Brücke ausgelassen habe, überquerte ich das Wasser an einer Furt. Keine Angst, das Wasser ist vielleicht 3 – 5 cm tief.

Danach kommt die erste Bergwertung, wie ich in den nächsten Tagen sicherlich noch einige vor mir habe. Neben einem Weingarten mit biologischem Weinbau führt der Weg nach oben. Bei jedem Ried ist die Sorte mit einer Infotafel ausgewiesen. Hier ist es Pinoletto, einer autochtone Sorte.

Oben wird man mit einem schönen Ausblick belohnt.

Ich komme in den Parco regionale dei Gessi Bolognesi e Calanchi dell’Abbadessa, ein Landschaftsschutzgebiet für die eigenartige Landschaftsform der Calanchi. Calanchi bedeutet „Furche“ u d entspricht den“Bad lands“. Alte Ablagerungen wurden durch die Erosion zu wilden Geländeformen umgewandelt.

Auch Zitrusgewächse können einen wirksamen Zaun bilden. Die Früchte haben etwa 3 – 4 cm Durchmesser.

Auch in anderen Ländern gibt es „Türl mit Seitenteilen.

Es wird Herbst und verschiedene Samen und Früchte werden reif.

Kurz vor meinem Tagesziel Varignana geht es steil bergan, wenn man sich den langen Umweg über die Straße ersparen will.

In Varignana finden an diesem Wochenende die „Nächte von Varignana“ statt. Gegenüber vom Hotel ist ein kleiner Festplatz mit Biertischen vorbereitet.

Ich bekomme ein Zimmer im „Terantiga“, dessen riesiges Restaurant zu Mittag voll ist.

Am Nachmittag besuche ich die Kirche, die von außen eher unscheinbar ist.

Auch der Innenraum bietet auf den ersten Blick nichts besonderes.

Vor dem erhöhten Chor weist eineTafel auf die Krypta aus dem 9. Jhdt. hin. Bei der Generalsanierung bzw dem Neubau hat man die neue Kirche auf die alte Krypta gesetzt, was man auf der Außenseite gut erkennen kann.

Tageskilometer: 26,9
Bergauf: 393 m
Bergab: 253 m

Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

5 Gedanken zu „1. Tag Sonntag, 2. September 2018 Bologna – Varignana

  1. Dr. werner Grathwol

    Lieber Gerhard,
    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg nach Rom. Deine Bilder und Kommentare sind sehr interessant.
    Viele Grüße
    Werner

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  2. Gernot

    25 km zum Aufwärmen. Auch nicht schlecht! Sonntag Morgen alleine auf Bolognas Straßen war sicher auch eine besondere Erfahrung

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