13. Tag Freitag, 11. Mai 2018 Chiusaforte nach Gemona

Ein neuer Tag bricht an. Erstmalig verlasse ich schon um sieben Uhr das Haus, aber nur um 300 m weiter in der nächsten Bar zu frühstücken. Auf der SS13 geht es entlang einer Häuserzeile nach Villanova.

Mitten zwischen den Häusern kommt ein Bach aus einer Schlucht. Zur Zeit ist der Wasserfall ja romantisch. Nach einer Regenwoche sieht das sicher anders aus.

Innerhalb von wenigen Metern umspannen nicht weniger als vier Brücken die Fella. Die vierte ist die Autobahnbrücke hinter mir.

Um 9.10 Uhr kommen mir die ersten Radfahrer entgegen, die nächsten holen mich ungefähr zwanzig Minuten später ein.

Der Tunnel hat eine Länge von 942 m. Ein weiterer mit über 600 m folgt. Die Tunnel sind mit LED – Leuchten ausgestattet, die nur den Teil beleuchten, der gerade frequentiert wird (oder sie leuchten auch nicht – dann ist finster). Ich bin etwa so lange in dem Tunnel unterwegs, wie mit dem Auto im Plabutschtunnel. Die Ausleuchtung auf dem Bild täuscht. So hell war es nie. Das Ganze ist jedenfalls nichts für Klaustrophobiker.

Bei Moggio Udinese beginnt es kurz zu nieseln, aber nie so viel, dass ich an den Regenschutz denken muss. Die Berge schauen trotzdem freundlich her.

Für den Naturpark Prealpi Giuliae wird eifrig geworben.

Plötzlich endet der Radweg an einer orangen Absperrung. Es ergeben sich drei Möglichkeiten: 1. einen großen Umweg über Muggio Udinese zu nehmen. 2. auf der SS13 mehrere Kilometer auf dem schmalen Bankett zu gehen oder 3. etwas kreativ zu werden. Ich habe mich für letzteres entschieden, als ich gesehen habe, dass Baustellenfahrzeuge von der Gegenseite zufahren können.

So gehe ich auf der alten Straße, auf der gerade Felssicherungsarbeiten durchgeführt werden, 10 bis 30 m über der neuen SS13.

Als die alte Straße in die neue mündet, erkundige ich die Trasse des neuen Radweges entlang der Pontebbana – Trasse inklusive Tunnel.

Schließlich gelange ich ohne weitere Hindernisse auf den Radweg.

Carina ist wie ausgestorben. In einer Bar bekomme ich dann doch einen Kaffee. Die Kirche, dem Hl. Petrus geweiht, ist wie üblich geschlossen.

Ich komme jetzt in das Gebiet, wo die Fella in den Tagliamento mündet. Dämme sichern das Land vor Überflutungen.

Wer bin ich? Ich habe diese Orchidee auf der Wiese gefunden und habe keine Ahnung, was das ist.

Am Wegrand steht die Chiésa di Santa Lucía.

Wie es sich für einen Pilger gehört, werde ich mit Glockengeläut in Venzone empfangen. Bei den großen Erdbeben im Mai und September 1976 wurde die gesamte Region völlig zerstört. Alles, was man heute sieht, wurde aus den Überresten von damals rekonstruiert.

Das alte Rathaus und die Bürgerhäuser waren nur Schutthaufen.

Der Dom wurde beim Mai-Beben nur teilweise zerstört. Den Rest besorgte das September-Beben, wie das alte Foto zeigt.

Ich gehe durch von Robinienblüten süß duftende Auwälder des Tagliamentos.

Eine über 800 Meter lange Brücke überspannt das Überschwemmungsgebiet des Flusses, ohne dass man ihn zu sehen bekommt.

Endlich komme ich nach Gemona, das das gleiche Schicksal wie Venzone ereilte. Alles, was an Gebäuden zu sehen ist, wurde nach 1976 wieder neu errichtet.

Ich bekomme im Hotel Da Si-Si gerade noch ein Zimmer. Eine Viertelstunde später geht plötzlich ein schweres Gewitter nieder.

Danke Petrus, dass du solange damit gewartet hast.

Tagesstrecke: 30,2 km

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