7. Tag Samstag, 5.Mai 2018 St. Kanzian nach Strau

Ein Pilgertag wie man sich ihn wünscht! Um sechs Uhr regnet es noch. Dann ist es den ganzen Tag bewölkt bei angenehmer Temperatur, zwischendurch spendet die Sonne zarten Pilgerschatten.

Nach einem guten Frühstück bei Ramiza und ihrer Familie werden wir an den Endpunkt unserer gestrigen Etappe gebracht und starten mit dem Besuch der Kirche.

Die Kirche von St. Kanzian weist eine interessante Architekturvariante auf. Sie wurde im 20. Jhdt. quer zur Hauptachse erweitert, sodass der ehemalige Hauptaltar ein Nebenaltar wurde. Er ist den frühchristlichen Märtyrern Kanzian, Kantius und Kanzianilla (290 n. Chr.) geweiht.

Das spätgotische Kruzifix stammt von 1520.

Durch das Dorf führt der Weg in den Ortsteil Seelach am Klopeinersee, der mit Temperaturen bis zu 29°C zu den wärmsten Badeseen Europas zählen soll.

Nicht weit davon liegt der idyllische Kleinsee.

Der Blick ins Jauntal wird nur durch zahlreiche Hochspannungsleitungen gestört.

Auch kleine Aufmerksamkeiten können Freude bereiten.

Ein Stück gehen wir auf der Hauptstraße. Da es Samstag Früh ist, ist kaum Verkehr vorhanden. So ersparen wir uns einige unnötige Höhenmeter.

Durch einen dichten Auwald nähern wir uns der Drau, die sich in den Sandstein eingegraben hat.

Die Felsklippen lassen einen im Elbsandsteingebirge vermuten.

Die milchige Farbe des Flusses ist seiner Herkunft aus dem Kalkstein geschuldet.

Der wunderschöne Drauradweg, in diesem Bereich fast nur feiner, fester Schotter, ist unser Weg für den ganzen Tag.

Die Drau wird seit Jahren durch hohe Dämme in ein enges Korsett gepresst. Zahlreiche Kraftwerksstufen haben der DKW (Draukraftwerke) nicht unbedingt Umweltschutzpreise eingebracht. Beim Kraftwerk Annabrücke wechseln wir auf das linke Drauufer. Der Jakobsweg über St. Margareten ist wegen Sturmschäden gesperrt.

Ich finde meinen ersten Frauenschuh in freier Natur. Diese wundervolle Großorchidee kommt mir an einer Stelle in das Blickfeld. Die Knabenkräuter sind wesentlich häufiger.

Bei Linsendorf ist wieder Uferwechsel angesagt.

Der Biber hat sich sein Revier an der Drau wieder zurückgeholt. Überall ist sein mühevolles Werk zu sehen.

Vor den aufwändig errichteten Draubrücken brachten Fährleute Personen und Güter über den Fluss.

Die Schottergewinnung aus dem Geschiebe der Nebenflüsse, wie hier bei Unterferlach, sind ein wichtiger Wirtschaftszweig.

Das Grenzland zu Slowenien, früher Jugoslawien und noch früher SHS, stellte immer eine „heiße Zone“ dar. Dem Kärntner Abwehrkampf und der Volksabstimmung 1920 ist dieses Denkmal gewidmet.

Bei Strau an der Loiblpass-Straße endet unsere heutige Etappe.

Auf der gesamten Tagesetappe gab es an der Strecke keine Infrastruktur, keine Verpflegung! Wasser bekamen wir gegen Ende bei einem Privathaus. Der Weg liegt zum größten Teil abseits der Siedlungen. Schön, aber einsam.

Tageskilometer: 31,6 km
Bergauf: 81 m
Bergab: 93 m
Route:  Route auf alpenvereinaktiv.com

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