2. Tag Mittwoch, 10. April 2018 Söding nach Deutschlandsberg

Ich habe mich kurz entschlossen, heute meine nächste Etappe zu gehen. Mit der S-Bahn komme ich über den Grazer Hauptbahnhof wieder nach Söding.

Am Hauptbahnhof wartend, kommt für mich die große Überraschung: Gert Kienast, der Chef der Sektion Weitwandern im Alpenverein, fragt an, ob er mich begleiten könnte. Da sage ich natürlich nicht nein und wir treffen uns am Bahnhof in Söding.

Der heutige Weg geht entlang des Kärntner Mariazellerwegs, nur eben in die Gegenrichtung.

Der erste Ort ist gleich Mooskirchen, wo ich mir in der Gemeinde einen Stempel für den Pilgerpass abhole.

Der alte Ortskern lässt auf wohlhabende Bürger schließen.

Bald können wir die Hauptstraße verlassen und wandern über die Hügellandschaft in Richtung Gundersdorf. Der Frühling hat voll Einzug gehalten. Einerseits sieht man blühende Bäume, andererseits riecht es manchmal intensiv nach ausgebrachter Gülle.

Die Buschwindröschen sind allgegenwärtig.

In St. Stefan ob Stainz interessiert sich Gert für die Info-Tafel für die Wanderer, die in einem alten Gebäude attraktiv untergebracht ist.

Der Ort liegt an einem Hügel und wirbt intensiv mit seiner Lage in der Schilcher-Weingegend. Schilcher ist der Wein, der aus der uralten Wildbacher Traube gekeltert wird und meist eine Rosé-Farbe hat. Es gibt ihn aber von weiß bis rot. Früher war der Direktträger, auch wegen seiner Säure, gefürchtet. Heute hat er manchmal etwas von Kultstatus.

Mitten im Wald kommen wir zu einer Gedenkstätte anderer Art, dem Franzosenkreuz.

„Erinnerung
An dem Franzosenkrieg
im Jahre 1809
Ferne von den theueren lieben
Sind hier 3 Franzhosen Verschieden.
Von den Bauern da erschlagen
und von ihnen hier begraben.
Die Bauern kämpften mit Heldenmut
für das Land und für ihr Gut.“

Das Schloss Stainz, ein ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift, steht repräsentativ in der Landschaft.

Erzherzog Johann, der „Steirische Prinz“ und Bruder von Kaiser Franz II., hat es 1840 erworben und war sogar Bürgermeister von Stainz. Heute ist das Schloss in Privatbesitz. Hier sind auch das Jagdmuseum und das Landwirtschaftsmuseum des Universalmuseums Joanneum untergebracht.

Ein Kleinod der besonderen Art ist auch die Stiftskirche St. Katharina, die in ihrem barocken Glanz erstrahlt.

Der große Musiker und Dirigent Nikolaus Harnoncourt, ein Nachfahre Erzherzog Johanns, gab hier öfters Konzerte.

Nach Stainz streben wir die Stainzer Warte an, die rund 250 m über Stainz liegt und auch heute, bei trübem Wetter, eine gute Aussicht bietet.

Links der Schöckl, der Grazer Hausberg.

Blick nach Slowenien.

Blick zurück nach Stainz.

Hier haben schon um 4000 v. Chr., in der Kupferzeit, Menschen gesiedelt. Im 2. Jhdt v. Chr. besiedelten die Kelten den Berg, um hier Eisen zu schmelzen, bevor vor sie von den Römern assimiliert wurden.

Wir genießen kurz die Aussicht, bevor wir uns auf den Weg ins Tal machen.

Der Mariazellerweg 06 ist immer sehr gut markiert.

Am Weg wurden an markanten Stellen Kunstwerke positioniert. Diese Schilchertraube wurde von der BULME Deutschlandsberg, einer Maschinenbauschule, gefertigt.

Das alte Stellwerk in Deutschlandsberg zeigt auch das Ende unserer heutigen Wanderung an.

Es sind doch 29,5 km geworden, die wir seit Söding zurückgelegt haben.

Mit der S-Bahn geht es wieder zurück nach Graz.

Ich danke Gert für seine angenehme und ortskundige Begleitung, die mir viel Orientierung abgenommen und nette Gespräche gebracht hat.

Tagesstrecke: 30,3 km
Bergauf: 652 m
Bergab: 634 m
Route:  Route auf alpenvereinaktiv.com

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