19. Tag Samstag, 23. September 2017 Lanne-Soubiran nach Aire-sur-d’Adour

Gestern war die kleine Herberge bis auf den letzten Platz voll. Für heute ist eine kleine Etappe geplant, weil es auf der nächsten Strecke keine Herbergen gibt. Langsam beißt sich die Sonne durch den Nebel. Es ist nicht kalt, sodass ich gleich im Kurzarmshirt gehen kann. Zugleich auf der Strecke sind mit mir drei Französinnen unterwegs. Eine hat ihren Australian Shepherd mit, der immer versucht die „Herde“ Pilger zusammenzuhalten. Er gehorcht aufs Wort und hat sich auch von einem Wildschwein nicht beirren lassen. Wieder geht es durch endlose Weingärten und Felder. In der ehemaligen Schule gibt es heute einen kleinen Imbiss. In der Sonne lässt es sich gut aushalten. Ramissa aus Klagenfurt und ich gehen den heutigen Tag gemeinsam. Hier werden Fisolen, Buschbohnen oder Strankalan im Großen geerntet. Wieder eine Bahnlinie, die nicht mehr betrieben wird. Die Bahnstation ist ein Wohnhaus geworden. Die Kakifrüchte sind noch nicht reif, da sind wir noch zu früh dran. Ein komfortabler Waschplatz für das ganze Dorf. Da war einmal das Gefängnis! Wir erreichen den d’Adour, der träge dahinfließt. Er wird bei Bayonne in den Atlantik münden. Aire sur d’Adour ist ein verschlafenes Nest. Die Cathédrale Saint-Jean-Baptiste ist oft schon beschädigt worden und hat kaum mehr etwas von ihrem romanischen Ursprung. Im kleinen Pilgerhotel „Hôtel de la Paix“ sind bis zum Abend fast alle Plätze besetzt. Heute ist ein Hauch von Sommer zurück gekommen. Mitten durch die Stadt fließt ein Mühlgang, der vom d’Adour gespeist wird. Eine alte, offene Markthalle wurde durch eine neue ersetzt. Blumenschmuck darf natürlich auch nicht fehlen. Weiter geht es auf dem Weg, Tagesstrecke: 20,2 km

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