6. Tag Sonntag, 10. September 2017 Figeac

Heute habe ich einen eher unfreiwilligen Ruhetag eingelegt. Ein akuter Schnupfen und eine Halsentzündung haben die Vernunft bestärkt und mich in Figeac bleiben lassen. In der Herberge war das kein Problem, und ich habe den Tag schön langsam angehen lassen. Gegen Mittag bin ich dann auf einen Stadtbummel und ein Mittagessen in die Altstadt gegangen. Das Zentrum besteht aus vielen alten Gebäuden, engen Gässchen und kleinen und größeren Plätzen. Jean-François Champollion, der den Stein von Rosette und damit Schriften des Altertums entschlüsselte, stammt von hier. Ihm zu Ehren wurde das Musée Champollion errichtet, ein modernes, dezentes Gebäude hinter einer alten Fassade. Am Place de Écritures kann man den Stein von Rossette buchstäblich ergehen. Ein amerikanischer Künstler hat ihn übergroß nachgebildet. In der großen Markthalle kann man sich aus den umliegenden Lokalen bewirten lassen. Im ehemaligen Stadthaus, dem Hôtel de la Monnaie, ist heute das Tourismusbüro. Die Église Saint-Sauveur war Teil der ehemaligen Benediktinerabtei. Schließlich schlendere ich noch entlang der Célé. In einer Bäckerei entdecke ich ein riesenhaftes Brot. Je näher man der Oberstadt kommt, desto enger werden die Gässchen. Von der Église Notre-Dame-du-Puy habe ich eine schöne Aussicht auf die Stadt. Das Innere der Kirche beeindruckt durch seine Nussbaumschnitzereien und dem Altar  der Himmelfahrt Mariä. Auch der Pilgerpatron Jakobus darf nicht fehlen. Schließlich ist es Zeit, dass ich mir ein Mittagessen gönne. Da habe ich freie Menüwahl, da ich die meisten Speisenbezeichnungen nicht kenne und mich auf mein Gefühl und die Nachbartische verlasse. So beginne ich mit einem gemischten Salat mit gerösteten Getreidekörnern und pikantem Dressing. Danach folgt geschmortes Fleisch vom Stier (nicht von dem aus dem gestrigen Bericht!) mit Gemüse, Kartoffeln und einem Käsepüree. Vor dem Dessert, einem Karamelleis, bekomme ich noch köstlichen Ziegenkäse aus der Region. Ein Gläschen Rotwein rundet das Festmahl ab. Auf dem Rückweg zur Herberge sind die Straßen so leer, wie sie nach Mitternacht nicht sein könnten. So hoffe ich, dass der Ruhetag seine erwartete Wirkung nicht verfehlt und ich morgen meinen Weg in Richtung Süden fortsetzen kann.

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