Resumé: 530 km Via Gebennensis und Via Podiensis 

Wieder zu Hause! Nach 21 Wandertagen und ein paar „Anhängseln“ ist es auch wieder schön, zu Hause zu sein und kurz über die letzten Wochen zu reflektieren.

Um es vorweg zu nehmen: Ich dachte nicht, dass ich so weit kommen würde, dass es so viele Höhenmeter werden würden und dass die Wege zeitweilig sehr schwierig zu begehen sind.

Der Anteil an asphaltierten Straßen ist relativ gering. Starker Verkehr ist nur auf einigen Stellen gegeben. Auf Nebenstraßen habe ich oft nur ein Auto in einer Stunde erlebt. Allerdings fühlen sich viele Franzosen mit den Rallyeweltmeistern Sébastien Loeb und Sébastien Ogier verwandt. Da sollte man als Fußgänger immer Vorsicht walten lassen. Auch an Fußgängerübergängen bleibt selten wer stehen.

Markierungen sind allesamt gut bis sehr gut. Da der Weg meistens der GR 65 mit ihrer weiß-roten Markierung folgt, ist es auch kein Problem, wenn zwischendurch keine Muschel zu finden ist. Diese folgen meistens der neuen Lesart: Alle Wege führen nach Santiago! Nur vor Saint-Julien-Chapteuil fehlen an wichtigen Stellen klare Markierungen, sodass man ohne Navi vielleicht eine ungewollte „Ehrenrunde“ einlegen könnte.

Leider ist der vorgeschlagene Weg auf der ausgezeichneten Website
https://www.camino-europe.eu/de/eu/fr/
in Frankreich nicht aktuell. Die GPS – Daten entsprechen öfters nicht mehr den GR 65 – Markierungen!!! Die Projektverantwortlichen verweisen auf fehlende neue Daten aus Frankreich und Spanien.

Die Herbergen, die ich besucht habe, sind in einem guten Zustand. Oft habe ich ein Einzelzimmer bekommen, ohne dafür mehr bezahlen zu müssen. Auch die Preise waren moderat – verglichen mit der Schweiz billig, im Vergleich mit Spanien und Portugal etwas teurer.
Für die Via Gebennensis ein „MUSS“ ist eine aktuelle Ausgabe des Gelben Heftes. Hier finden sich wirklich fast alle aktuellen Herbergen mit Telefonnummer und Adressen. Die Autoren der anderen Führer schreiben offensichtlich hier ab, wie die Fehlerüberträge in Rother und Outdoor zeigen.
http://chemins.amis-st-jacques.org/?page_id=104

 

Für die Via Podiensis gibt es den Miam Miam Dodo in zwei Heften, aber auch im Internet eine Ablegerseite
http://www.chemindecompostelle.com/Selection/CarteFrance.html
Auf dieser interaktiven Seite kann man sich Abschnitt für Abschnit von Le Puy bis Saint-Jean durchhanteln und alle verzeichneten Unterkünfte und Restaurants mit Adresse und Telefonnummer und Internetzugang abrufen. Nach Abschaffung der Roaminggebühren wird das für die spontane Änderung auf dem Weg noch interessanter.

Auch die Seite
http://haltesverscompostelle.fr/index.php/nos-hebergements/voie-du-puy
ist interessant, da diese Unterkünfte in anderen Listen oft nicht aufscheinen.

Nicht immer sind die gewünschten Unterkünfte verfügbar, sodass spontane Umplanung notwendig wird. Eine Reservierung am Vortag oder spätestens in der Früh ist empfehlenswert. Das übernehmen oft die Herbergsleute gerne, was besonders bei fehlenden Sprachkenntnissen ein Gewinn ist. Am Telefon helfen Hände und Füße wenig.
Oft gibt es auch Unterkünfte, die in keinem Führer Verzeichnet sind, weil sie zu neu sind oder weil sie sich nicht eintragen haben lassen.

Zum Essen und zum Trinken gibt es am Weg genug Möglichkeiten, wenn man die Sperrzeiten der Restaurants und Läden im Auge behält. In den Herbergen bekommt man ein recht unterschiedliches Angebot an „Pilgermenüs“, von „ausgezeichnet“ bis „naja“. Wein, wie in Spanien, ist nicht immer inbegriffen, dafür gibt es vor dem Dessert häufig köstlichen Käse aus der Region.

Für die Anreise und Abreise zu bestimmten Zielen am Weg ist es nicht immer einfach, gute Verbindungen zu finden. Mir hat da
https://www.rome2rio.com/de/
gute Dienste geleistet.
Bahnkarten habe ich am Bahnhof zu günstigeren Preisen als auf der Onlineplattform der SNFC erstanden. Wie genau die Fahrtpreise zustande kommen, wissen auch Franzosen nicht.
Den Rückflug habe ich mir erst durch meine „Bodenstation“ buchen lassen, als ich mir über den Termin sicher war.

Ich möchte mich ganz besonders bei meiner „Bodenstation“ Heidrun, meiner Frau, bedanken, die die Blogeinträge regelmäßig redigiert hat und mir bei einigen Recherchen, die über das Smartphone schwer machbar waren, geholfen haben. So war für „Houston“ kein Problem zu kompliziert, um es zu lösen.

 

 

3 Gedanken zu „Resumé: 530 km Via Gebennensis und Via Podiensis 

  1. Gernot

    Das waren wieder herrliche Einträge von Deiner Reise und hat einem diese wunderschöne Landschaft, die man zu Fuß sicher am besten kennen lernt, nähergebracht. Vielen Dank an Dich und Heidrun, dass Du uns an Deinem Weg teilhaben lässt.

    Antworten
  2. Pingback: Weitwander-Rückblick Mai 2017 – gehlebt

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