Resumee über den 2. Abschnitt – Südösterreichischer Jakobsweg Lavamünd nach Bruneck/I

Nach dreizehn Tagen habe ich meine zweite Teilstrecke auf dem südösterreichischen Jakobsweg abgeschlossen und möchte für euch und für mich meine Eindrücke zusammenfassen.

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Eines ist man fast sicher auf dieser Strecke und zu dieser Zeit: allein unterwegs. Na ja fast, denn vier GrazerInnen waren zur gleichen Zeit auch auf der Strecke. Ich habe sie in Spital eingeholt und in Lendorf noch einmal getroffen.
Die Leute unterwegs waren meist erstaunt über Wanderer am Jakobsweg. Es sind ihnen noch nicht so viele untergekommen. Auch meine ursprüngliche Befürchtung, am Drauradweg von Radlern niedergeführt zu werden, hat sich als unbegründet herausgestellt. Erst ab Lienz ist dies zu beachten. Wenn man aber früh unterwegs ist (vor 11 Uhr) oder Alternativrouten auswählt, ist das kein Problem.

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Schwieriger ist es vor allem im Bereich des unteren Drautals entsprechende Infrastruktur zu finden (Einkaufsmöglichkeiten, Unterkünfte), da hier das Greißler- bzw. Wirtesterben bereits zum Tragen kommt. Zwischen Gallizien und Unterferlach (ca 20 km) gibt es kein offenes Gasthaus oder Geschäft. Die Angaben im Pilgerführer Kärnten sind leider schon überholt.
Unterkünfte gibt es in Gasthöfen, Pensionen und manchmal Privatzimmern. Nur in Villach steht ein Jugend- und Familiengästehaus zur Verfügung. Meistens hat man keine Auswahl; man muss nehmen was da ist (Preise zwischen 20 und 55 Euro).

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Die Beschilderung bzw. Markierung des Jakobsweges ist regional sehr unterschiedlich. Teilweise hervorragend, teilweise unterdurchschnittlich bis kaum. Ich war froh, mein GPS-Handy mitzuhaben um mich immer wieder versichern zu können, nicht vom Pfad abgekommen zu sein. Manches Mal ist trotzdem passiert, absichtlich und unabsichtlich.
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Die Landschaft ist vor allem jetzt im Frühsommer wunderschön; die vielen bunten Wiesen, die duftenden Hollunderbüsche (wenn man nicht gerade darauf allergisch ist) und die vielen Blumen, die am Wegrand stehen, können einen froh stimmen.
In Sachen Kultur gelangt man von einem Juwel zum nächsten. Leider sind viele kleine Kirchen und Kapellen versperrt und lassen nicht einmal durch ein kleines Guckloch Einblick gewähren. Auch Burgen und Schlösser, aber auch nette Ortschaften sind es wert, beachtet zu werden.wpid-wp-1433273553781.jpeg
Wer glaubt es geht ohnehin „nur“ dem Draufluss entlang, da gäbe es keinen Höhenunterschied zu bewältigen, wird bald eines Besseren belehrt. Obwohl ich einige „Bergwertungen“ ausgelassen habe, bin ich trotzdem in 13 Tagen auf ca. 8700 Bergauf-Meter bei einer Gesamtstrecke von ca. 340 km gekommen. Der Asphaltanteil ist streckenweise auch abseits des Radweges hoch, führt der Weg doch über weite Strecken auf öffentlichen, wenn auch spärlich befahrenen Wegen und Straßen.

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Mit dem Wetter hatte ich überwiegend Glück. Ein bisschen Regen am Anfang und drei Tage bei größerer Mittagshitze (um die 30°C) ließen richtig Camino-Stimmung aufkommen.
Ich konnte wieder viele Flecken auf meiner „weißen“ Landkarte mit Erinnerungen und Erlebnissen füllen und habe es genossen, in die Natur und in die Kultur dieses Teils Österreichs und Südtirols einzutauchen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Abschnitt des Weges nach Innsbruck und nach Vorarlberg, den ich noch heuer in Angriff nehmen will.
An guat’n Weg – Buen Camino – Ultreia!

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Wer an näheren Infos interessiert ist, kann sich gerne per email oder Kommentar an mich wenden.

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