Archiv für den Monat: Juni 2014

Nachlese

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs!
Liebe Begleiterinnen und Begleiter auf meinem Weg!
In den letzten Wochen habe ich ein wunderbares Erlebnis machen dürfen. Ja, es ist anstrengend. Aber wenn man sich mit offenen Augen UND Ohren auf den Weg macht, findet man so viele große und noch mehr kleine Überraschungen, dass man aufpassen muss, dass man sich nicht verzettelt.
Die vielen Begegnungen mit Menschen aus aller Welt – ich habe übrigens keinen einzigen Bekannten getroffen – sind ein schönes Erlebnis. Man ist nie allein, außer man will es, man bekommt Hilfe von Unbekannten, wenn man sie braucht und jeder versucht sich in diese Gemeinschaft zu integrieren. Zumindest fast jeder.

Ich möchte mich bei den vielen Leuten bedanken, die mir dieses Erlebnis ermöglicht haben:
Bei Heidrun, die fünf Wochen allein sein musste, die jeden Tag den Blog redigiert und formatiert hat, denn über das Mobilephone ist das schwer möglich.
Bei Moritz, der in buchstäblich letzter Minute mir den Blog auf seinem Webspace eingerichtet hat.
Bei Jürgen, der mich an seinem Erfahrungsschatz vom Camino teilhaben hat lassen und mich motiviert hat.
Bei euch, liebe Leserinnen und Leser. Ihr habt mit euren Kommentaren mir immer Motivation gegeben, weiterzuschreiben. Ich wollte ganz bewusst nicht auf eure Kommentare antworten, weil das den Rahmen gesprengt hätte.
Sollte jemand von euch einmal Lust verspüren, es mir gleichzutun und sich auf den Weg zu machen, teile ich gerne meine Erfahrungen.
So bleibt mir nur noch eines zu wünschen:
¡BUON CAMINO!

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Tag 5 danach (Santiago – Barcelona – Wien – Graz)

Heute geht es Richtung Heimat. Um sechs Uhr am Morgen startet der Bus zum Flughafen bei völliger Dunkelheit. Am Stadtrand taucht das erste Dämmerlicht auf und am Flughafen gibt es strahlenden Sonnenaufgang.

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Mit vueling Airlines geht’s nach Barcelona.

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Unterwegs haben wir gute Sicht auf Nordspanien.

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Dann nehmen uns Wolken die Sicht, bis wir kurz vor Barcelona das Meer sehen.

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Der Flughafen von Barcelona ist eindrucksvoll.

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Der Weiterflug nach Wien ist ruhig, obwohl wir eine Störungsfront durchqueren. Kurz vor Genua haben wir wieder Sicht auf Grund und als der Wörthersee auftaucht ist auch Graz nicht mehr ferne.

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Endlich in Wien angekommen, werde ich schon von Heidrun erwartet. Nun sind es nur mehr 200 km oder zwei Stunden (oder doch 40 Gehstunden?) nach Hause.
Es ist schön, wieder gesund und um viele positive Erinnerungen reicher wieder zu Hause zu sein!

Tag 4 danach (Santiago)

Das Wetter in der Früh ist eher trüb. In der Nacht hat es offenbar geregnet. Ich versuche eine Gelddruckmaschine sprich  Bankomat zu finden. Es schaut aus, als hätten gestern alle Touristen die Automaten geleert. Erst der dritte war bereit, mich zu bedienen.
Beim Frühstück komme ich mit Schwaben ins Gespräch, die eine Woche vor mir in St. Jean gestartet und gestern angekommen sind.
Heute möchte ich mich ein bisschen in den Winkeln der Altstadt umsehen.

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Noch ist’s recht ruhig.

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Ein wunderschöner Olivenbaum mitten in der Stadt.

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Den Weg bin ich am Freitag auch gegangen.

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Der Eingang zum Markt.
Ohne Worte…..

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Nach dieser Schlemmerreise gehe ich ins Museo des Peregrinacións, das die Pilgerbewegung der verschiedenen Kulturkreise und die Jakobswege im speziellen darstellt.
In der Kirche des Monasterio San Martin Pinario ist heute ein Museum untergebracht. Vor lauter Begeisterung habe ich aufs Fotografieren vergessen.
Am Nachmittag breche ich nochmals zum Monte do Gozo auf.
Ich will zu den Statuen der Pilger, die wir schon vor sechs Jahren besucht haben. Letzten Freitag habe ich sie durch das Schlechtwetter und durch die total geänderte Situation am Berg nicht gesehen. Heute nehme ich aber den Bus, der bis zum Fuße des Monte do Gozo fährt. Dort haben wir bei unserer ersten Reise übernachtet (ein bisschen Nostalgie).

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Von hier aus kann man zum ersten Mal die Kathedrale von Santiago sehen.

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Auf dem heutigem Weg sind es 300 m vorher.

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Die Aussicht heute ist beeindruckend. Auch ich freue mich mit meinen beiden Pilgerbrüdern.

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Für das heutige Abendessen suche ich mir ein paar lokale Fischspezialitäten aus.

Tag 3 danach (Fahrt nach Finisterre)

Viele Pilger setzen ihre Wanderung noch fort und besuchen das etwa drei Tagesmärsche entfernte Finisterre oder auf Galizisch Fisterra.
Das Wetter hat leider wieder auf regnerisch umgeschlagen. Ich gehe die dreiviertel Stunde zum Busbahnhof im Trockenen, aber auf der Fahrt fängt es bald zu regnen an. Wenn man durch die Stadtteile im Südwesten fährt, sieht man die Ausmaße der Stadt, die derzeit etwa 95.000 Einwohner hat.
Unsere Fahrt führt uns vorbei an Noia über Muros,  Carnota und Cee nach Finisterre.

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In den geschützten Buchten werden Miesmuscheln gezüchtet.

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Die Strände sind leer. Kein Wunder bei 15 Grad!

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Die Wolken haben sich auf Höhe des Busdaches festgesetzt. Nein, so schlimm ist es nicht, aber die Hügelspitzen sind nicht zu sehen.

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In Finisterre habe ich meinen Schirm dabei, so kann ich beim Wandern zum drei Kilometer entfernten Cap Finisterre auf die Regenjacke verzichten.
Dort erwartet uns Besucher heftiger Wind, der den Schirm unbrauchbar macht.

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Aber wie es am Atlantik ist, man muss abwarten können. Bald zeigt sich am Westen ein heller Streifen und nach einem Kaffee ist wenigstens eine Seite des Kaps im Sonnenlicht.

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Viele Leute hinterlassen hier ihre Schuhe, verbrennen Kleidungsstücke oder ähnliches. Aus Umweltschutzgründen belasse ich es bei einem Bild dieses symbolischen Schuhs.

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Der Leuchtturm an der Costa del morte, der Todesküste, hat viele Schiffe vor Katastrophen bewahrt.

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Beim KM 0,00 beginnt die Welt.

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Zurück im Ort haben wir herrlichen Sonnnschein und ich nehme ein Fußbad im klaren Atlantikwasser.

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Auf der Rückfahrt können wir die schönen Buchten mit dem klaren Wasser genießen, die am Vormittag in düsteres Grau gehüllt waren.

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In Muros haben wir schon vor Jahren gut zu Mittag gegessen.

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Der Bus braucht für die Strecke entlang des Meeres rund drei Stunden.

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Hügelauf, hügelab geht es wieder auf Santiago zu, wo die Fahrt ihren Abschluss findet.

Tag 2 danach (Santiago)

Auch heute war wieder relaxen angesagt. Beim Frühstück habe ich zufällig zwei Mitpilger aus Deutschland getroffen und getratscht. Egal wo man hingeht, fast an jeder Ecke ist wer, mit dem man ein paar Kilometer gegangen ist, mit dem man gemeinsam gegessen hat oder den man in einer Herberge getroffen hat. Das ist ein wesentliches Merkmal des Jakobsweges.

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Heute war die Pilgermesse gleichzeitig das Hochamt zum Pfingstfest. Beim Einzug wurde unter interessanter Blasmusik eine Büste mitgetragen. (Christus oder Jakobus?) Beim Hochamt war auch unser Freund Peter aus China Mitzelebrant. Die tolle Akustik der Kirche ließ die Musik von Palestrina und Monteverdi richtig zur Geltung kommen.

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Danach war die Altstadt voll, obwohl es zu regnen begann. Am Nachmittag zog es mich in den Vergnügungspark. Nicht, weil ich so begeistert davon bin, sondern weil dort ein sehr hohes Riesenrad mit direktem Blick auf die Stadt steht.

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Wenn die Sonne herunterlacht, schaut alles viel freundlicher aus.

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Die Augustinerkirche

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Der Hl. Franziskus war im Jahr 1214 (!) nach Santiago zum Grab des Jakobus gepilgert. Das ist fast unvorstellbar.

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Immer wieder entdecke ich neue Perspektiven der Kathedrale.

Das Abendessen war das letzte Treffen der Oldies in Santiago. Pierre und Paolo fahren morgen nach Hause. Daher nochmals entsprechendes galizisches Essen:

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Messermuscheln

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Miesmuscheln

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Jakobsmuscheln

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Gebratene Paprika

Tag 1 danach (Santiago)

Heute kann ich Santiago erstmals genießen. Doch gleich in der Früh (7.30) stelle ich mich zuerst beim Pilgerbüro an, um die Compostela zu bekommen. Das Büro ist glücklicherweise direkt gegenüber meiner Pension. Nach nur einer Stunde bin ich im Besitz des begehrten Dokuments.

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Dann gibt es einmal Frühstück und einen ausgiebigen Stadtbummel zur Orientierung.

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Gemütlich in der City

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Blick von meinem Zimmer

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Beim Rundgang durch das sehenswerte Museum der Kathedrale komme ich in den Kreuzgang, der einen schönen Blick auf die Türme bietet.

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In der Kathedrale liest der Erzbischof eine Extramesse für die Teilnehmer eines Ärztekongresses. Dabei darf der Botafumeiro natürlich nicht fehlen. Da ich im Mittelgang des Querschiffes sitze, saust er direkt neben und über mir vorbei. Das Video kann ich derzeit nicht uploaden.

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Die „Oldies“ Paolo aus Roma, Pierre aus Avignon, Jan aus Maribor und ich vor dem Pilgerbüro.

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Auch der Weißwein ist in Spanien ausgezeichnet. Wer schlechten Wein trinkt, ist selber schuld.

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Typische Süßspeisen

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Am Abend deponieren die Lokale ihren Müll auf der Straße. Um fünf ist alles sauber und die Straßen sind nicht nur durch den Regen gewaschen.

Tag 32 (Pedrouzo nach Santiago de Compostela)

Schön, in einem ruhigen Einzelzimmer aufzuwachen. Ich sehe, dass draußen die Straße trocken ist. Bei den schlechten Wetterprognosen beschließe ich zur normalen Zeit aufzubrechen, um möglichst weit im Trockenen zu gehen. Durch die dichten Wolken ist es um sieben richtig finster.

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Im Eukalyptuswald herrscht richtig gespenstische Stimmung.

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Es ist diesig, aber es regnet nicht, und so marschiere ich die ersten Kilometer viel schneller als sonst zu dieser Zeit. Erst nach elf Kilometern muss ich in die Regenjacke, da Wind und Regen zu lästig werden.

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Wir müssen am Flughafen von Santiago vorbei.

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Aus einer Quelle kommt stark eisenhaltiges Wasser, das den Boden der ganzen Umgebung rot färbt.
Auf dem Monte Gozo schlägt dann der Regen für zehn Minuten zu. Ein feiner Sprühregen sorgt für feuchte Hosen.

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Von Santiago ist nichts zu sehen, obwohl in der Landschaft immer wieder sonnige Flecken zu sehen sind.

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Beim Abstieg in die Stadt ist es wieder trocken. Der Stadtrand von Santiago ist erreicht. Trotzdem dauert es noch über zwanzig Minuten, bis ich am Ziel ankomme, zu dem ich vor 32 Tagen aufgebrochen bin: die Kathedrale von Santiago de Compostela.

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Es ist ein wunderbares Gefühl hier zu stehen und zu erleben, dass man den Weg geschafft hat. Nach einem kurzen Besuch der Kathedrale begebe ich mich auf Quartiersuche und finde direkt gegenüber dem Pilgerbüro eine Pension zu einem angemessenen Preis.
Dann gehe ich zurück in die Kathedrale zur Pilgermesse. Die Kirche ist voll. Vor dem Entlasssegen kommt dann die Überraschung: der Botafumeiro wird geschwenkt. Auch vom Hauptschiff aus ist das eine eindrucksvolle Vorstellung.

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Am Bild ist der Weihrauchkessel leider nicht zu sehen.

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König müsste man sein, dann hätte man ein entsprechendes Quartier in Santiago.

Tag 31 (Mélide nach Pedrouzo)

Auch heute geht es quer durch die galizische Gegend.

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Das Wetter meint es gut mit mir. Schon bald kann ich mit kurzem Hemd gehen, ohne dass es zu heiß wird.

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In den Dörfern findet man öfters renovierte Gebäude und ich habe den Eindruck, dass auch mehr Menschen hier leben.

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Die Kirchen sind jedoch alle zu. In manchen findet einmal im Monat ein Gottesdienst statt.

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Am Waldrand gibt es eine Überraschung. In Stand mit frischem (naja) Obst und Kaffee zur Selbstbedienung.

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Das Geld wirft man in eine Stahlkasse.

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Bäche werden mit einfachen Steinbrücken überwunden, wer zu groß ist, muss durchs Wasser.

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Obwohl die Landschaft wunderschön ist, zieht es sich auf den ersten zehn Kilometern.
Dann taucht er auf:

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Noch 40 km bis Santiago. Die Angaben sind etwas zu kurz, da man jetzt um den Flughafen gehen muss und Änderungen die Strecke verlängert haben. Das tut der Freude keinen Abbruch.

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Schön langsam komme ich ins Rollen. Vielleicht liegt es auch daran, dass jetzt mehr Leute auf der Strecke sind als in der Früh, wo es auffallend ruhig war.

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Kurz vor Kilometer 30 mache ich bei einem Straßencafe Pause und esse eine herrliche Empanada. Da schließt Jan, ein Techniker aus Maribor, zu mir auf. Wir sind schon gestern miteinander (sehr schnell) gegangen. Er spricht ausgezeichnet Deutsch. Seine Frau hat mit den Beinen Probleme bekommen und wartet immer am Tagesziel. Wir gehen auch heute wieder gemeinsam. Bis zum Kilometer 20 brauchen wir nicht ganz zwei Stunden.

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Nach 33 km ist unser Tagesziel Pedrouzo erreicht. Jans Frau hat ein günstiges Quartier gefunden. Ich gehe auch schnell hin und sichere mir ein Zimmer.

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Am späteren Nachmittag beginnt es leicht zu regnen. Bei Kaffee und Kuchen lässt sich das aushalten. Beim Abendessen sitze ich mit einer deutschen Seniorin am Tisch, die sich trotz Armbruch, Bandscheibenvorfall und Beinproblemen nicht abhalten lässt weiterzuhatschen.
Ich hoffe, dass ich morgen ein paar Regenlücken finde, um nach Santiago zu kommen. Die Wettervorhersage ist nicht gerade gut, aber bei dem Wetterglück, das ich bisher hatte, darf ich nicht klagen. Bis morgen, hoffentlich in Santiago! ¡Buon Camino!

Tag 30 (Gonzar nach Mélide)

Die heutige Tagesetappe führt durch das ländliche Galicien. Trotzdem ist das Land immer wieder für Überraschungen gut.
Gleich in der Früh geht es bergwärts und schon bald setzt leichter Nieselregen ein.

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Nicht viel, gerade soviel, dass die Regenjacke heraus muss.

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Davon lasse ich mich nicht entmutigen, nach zwei Stunden kommen die ersten Anzeichen von Sonnenstrahlen hervor. Bis Mittag passt das Wetter wieder.

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Die ländliche Idylle trügt, aus dem Hinterhalt greifen die Killerameisen an.

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„Formicula“ kennen wahrscheinlich nur die älteren Semester unter uns.

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Dann kommen die Japaner. Auch sie wollen ein Stück des Jakobsweges kennenlernen.

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Raus aus dem Bus, brav wie eine Schulklasse aus den 50er- Jahren (angeblich) folgen sie ihrem Guide und winken fröhlich wenn man sie überholt.

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Nach vier oder fünf Kilometern wartet wieder der Bus.

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Wenn man sich von Palas de Rei einen Königspalast erwartet, wird man enttäuscht. Den gibt es längst nur mehr im Namen.

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Die Pflanze erinnert mich an unseren Australien-Aufenthalt. Darum haben die beiden Bilder hier einen Platz gefunden.
Häufig tauchen jetzt die Hórreos auf, das sind Getreidespeicher, die durch ihre Konstruktionsweise Mäuse und anderes Getier abhielten.

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Sie haben große Ähnlichkeit mit unsern „Woazhapfn“, wie sie früher im Gebrauch waren. Diese hier sind teilweise oder zu Gänze aus Stein.

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Auf dem Jakobsweg findet man überall die sogenannten „Pilgerkreuze“, über die es sicher einige Dissertationen gibt. Das hier in Mélide soll eines der ältesten sein und aus dem 14. Jhdt. stammen.

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Mélide ist eine kleinere Stadt mit wenig Flair.

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Wer braucht sowas, wenn es das auch gibt:

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Melone mit Schinken

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Raxo – geschnetzeltes Schweinsfilet (galicische Spezialität)

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Und natürlich Pulpo, den besten gibt es angeblich in Mélide.

Tag 29 (Sarria nach Gonzar)

Es hat auch Vorteile, wenn Jungpilger (ich meine, die neu in den Jakobsweg einsteigen) glauben,  um 5 Uhr in normaler Lautstärke mit ihren Partnern sprechen zu können, als ob sonst niemand da wäre. So stehe ich früher als sonst auf und mache mich zum Abmarsch fertig. Mit Pierre gehe ich in eine Bar zum Frühstück. Es gibt Riesencroissants, einen guten Kaffee und frisch gepressten Orangensaft.
Dann geht’s schon um 7.45 auf die Strecke.

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Vorbei am Monasterio di Magdalena, das ich schon am Vortag besichtigt habe. Ans Kloster ist auch eine große Schule angeschlossen.

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imageDer Weg führt durch eine sanfte Hügellandschaft. Wir kreuzen die Eisenbahn und die Autobahn, bis wir in den Wald einbiegen. Aus den vielen Kastanienbäumen sticht wieder einer hervor.

 

 

Der Himmel wird von Nebel und Wolken verdeckt. Da es nicht kalt ist, ich gehe im kurzärmligen T-Shirt, es sind ideale Bedingungen fürs Wandern.

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Die kleine Kirche von Barbadello sticht durch ihren romanischen Stil hervor.

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Auf dem Jakobsweg ist der Volkswandertag ausgebrochen.

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Ich möchte nicht wissen, was hier in der Hochsaison los ist.

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Einige Obstbäume blühen hier noch, obwohl sie auch schon kleine Früchte tragen.

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Immer wieder werden kleine Bäche durch Furten für die Tiere und für Fahrzeuge durchgängig gemacht, während die Fußgänger auf bequemen Granitplatten spazieren können.

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Digitalis purpuraea gibt’s soviel, dass man damit halb Spanien ausrotten könnte.

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Dann kommt der Moment: Einer der als Marke für die 100 km – Entfernung nach Santiago gekennzeichneten Punkte. Pierre und ich haben diese Marke übertroffen. Am Ende des Tages können wir mit Sicherheit sagen, dass wir seit Saint-Jean-Pied-de-Port mehr als 700 km zu Fuß zurück gelegt haben und dass weniger als 90 km vor uns liegen.

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Wir wandern durch mystische Kastanien- und Eichenwälder und
durchstreifen grüne Wiesen.

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Und immer wieder gibt es Kurioses zu sehen. Irgend jemand hat seine Sachen abgelegt und andere haben ihre dazu gegeben. Einmal im Jahr kommt wahrscheinlich die Müllabfuhr und beseitigt das Ganze.

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Jetzt habe ich sicher einen schweren Frevel in den Augen einiger Camino-Jünger begangen.
Der Weg selbst ist auffallend sauber. Alle bemühen sich offensichtlich, dass das so bleibt.

 

 

 

Dann leuchtet der Embalse de Belesar, ein Stausee des Rio Miño aus dem Tal herauf.

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Das alte Portomarin verschwand in den 1960ern in den Fluten, nur zwei Kirchen wurden abgbaut und an sicherer Stelle wieder errichtet.

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Über eine Brücke gelangt man in den Ort, über eine andere gehe ich dann wieder über den Monte Torros nach Gonzar, einem kleinen Weiler mitten im Gemüse.

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Beachtenswert ist die Dachkonstuktion unserer Herberge.

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Ein Nachtrag zu gestern: Eine Holländerin und ich sind auf dem Weg von „wilden“ Hunden angefallen worden. Normalerweise liegen die Hunde hier irgendwo im Schatten oder in der Sonne und kümmern sich überhaupt nicht um Pilger.
Die sieben Exemplare haben uns durch ihr Verhalten so aus der Fassung gebracht, dass wir sogar kurz eine Abzweigung übersehen haben. Dass wir unbeschadet davon gekommen sind, ist der Tatsache zu verdanken, dass die beiden großen Exemplare gerade an Dackelgröße herankamen und die übrigen fünf ihre grade lauffähigen Welpen waren. Der Krach, den sie verursachten, war aber gewaltig.