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Resumé: Jakobsweg – Extension 2.2 Perchtoldsdorf nach Mariazell 118 km

Eigentlich habe ich die heurige Weitwandersaison schon innerlich abgeschlossen, da bietet sich eine Schönwetterperiode an, eine „Baustelle“ in meiner Planung fertigzustellen. Ich gehe die Strecke von Perchtoldsdorf, wo ich im Frühjahr meine Jakobsweg – Extension 2.1 beendet habe, bis nach Mariazell.

Anreise und Verkehr:
Von Graz aus reise ich mit der Bahn bis Wr. Neustadt, weiter mit der Regionalbahn bis Wien-Liesing und mit dem Bus zurück nach Perchtoldsdorf. Der Verkehr auf den Wegen war sehr gering, wenn überhaupt vorhanden.

Unterkunft und Verpflegung:
Ich habe alle Unterkünfte im Voraus reserviert, nicht weil ich Angst hatte, dass sie überfüllt sind, sondern dass sie gar nicht geöffnet haben. Auch in der Pilgerhochsaison ist es ratsam, vorher anzufragen. Sehr viele Varianten hat an Quartieren hat man auf der Strecke nicht. Wir sind zumeist in Einbettzimmern untergekommen. Einmal (Enzianhütte) hatten wir ein Lager pro Person allein. Verpflegung ist unterwegs immer wieder in Geschäften, Gasthäusern und Cafes zu bekommen. In unseren Unterkünften wurde für uns gekocht.

Wege:
Die Wege sind durchwegs gut und eindeutig markiert. Sie sind zumeist gut begehbar. Immer wieder sind längere Asphaltstrecken zu bewältigen, aber ohne größeres Verkehrsaufkommen. Weite Strecken verlaufen auch auf Feld- und Wiesenwegen. Wanderwege sind meist gut und ohne Hindernisse begehbar, können aber durch ihre Steilheit auch sehr herausfordernd sein. Ausreichende Trittsicherheit ist an wenigen Stellen unbedingt notwendig.

Kultur und Natur:
Das Wetter hat es gut mit uns gemeint. Die Laubbäume strahlten in all ihrer Farbpracht in der Sonne. Weite Strecken geht man im Wald oder durch Felder.
Auch die Kultur kommt nicht zu kurz. Auch wenn wir das Chorgebet der Heiligenkreuzer Zisterzienzermönche versäumt haben, ist doch der Klosterkomplex beeindruckend.
Auch die versteckte Abtei von Klein Mariazell hat ihre Reize. Die Basilika von Mariazell ist natürlich ein Highlight am Ende des Weges.
Schlösser und Burgen wären einen eigenen Besuch wert.

Wegstatistik:
118 km (ohne Besichtigungen oder Irrwege), 3785 m bergauf und 3179 m bergab, 5 Tage zwischen 17,8 und 27,2 km, Mittelwert: 23,6 km, Median: 26,4 km

Quartierliste: Quartierliste Perchtholdsdorf – Mariazell

Streckenplan: Streckenplan Perchtholdsdorf – Mariazell

Damit hat sich der Jakobsweg auf 3668 km bis Santiago verlängert, bis Porto auf 3868 km.

5. Tag Samstag, 26. Oktober 2019 Gscheid nach Mariazell

Heute in der Früh liegt zum ersten Mal Reif auf dem Boden. Für die Jahreszeit normal, für uns Verwöhnte ein Novum. Wir sind hier aber auch auf 1000 m Seehöhe.

Da heißt es vorerst mit der Jacke wandern, auch die Handschuhe sind nicht zu warm. Wir waren die einzigen Gäste im Haus und bekommen das Frühstück erst um 8 Uhr. Da wir heute nur eine kurze Strecke übrig haben, macht uns das nichts aus. Heute ist außerdem Nationalfeiertag.

Am Weg liegt die kleine Kirche Maria am Gscheid.

Zwei „lange“ Wanderer im Morgenlicht.

Flotten Schrittes gehen wir entlang der B21 Richtung Südwesten.

Bald sind wir am Krummbachsattel und genießen die Ruhe auf dem Forstweg.

Beim Josef und Maria-Bildstock treffen der Wiener und der niederösterreichische Mariazellerweg aufeinander.

Hier ist auch die Grenze zur Steiermark nicht weit. Ein Besuch bei der Wuchtelwirtin ist Pflicht.

Wir gehen entlang des Hubertussees, ein Stausee, der anlässlich der Silberhochzeit des damaligen Jagdherren Arthur Krupp im Jahr 1906 angelegt wurde und das Geschenk von Margret Krupp an ihren jagdbegeisterten Mann war.

Am Seeufer steht auch die Bruder Klaus-Kapelle, die Nikolaus von Flühe gewidmet wurde. Die Glasfenster und das Eingangstor sind besonders eindrucksvoll.

Noch einmal müssen wir einen Bergrücken bezwingen, den Habertheuersattel.

Jetzt geht es wirklich nur mehr bergab. Die Gemeindealpe habe ich beim letzten Mal nur in Wolken erahnen können.

Vor dem ehemaligen Gemeindehaus von St. Sebastian feiere ich einen besonderen Moment. Ich treffe hier auf den Punkt, wo sich meine Wege von Westen und Osten treffen.

Ich habe hier den Weg vom östlichsten Punkt mit dem westlichsten Punkt Österreichs vereint, wenngleich ein bisschen durch die alte Monarchie, durch Südtirol. Gleichzeitig habe ich auch meinen Jakobsweg über 240 km verlängert.

Der Einmarsch in Mariazell ist wunderschön.

Ich danke Gert, meinem treuen Wanderbegleiter, für die fünf schönen und unterhaltsamen Tage. Das Wetter war phänomenal.

Tagesstrecke: 17,8 km
Bergauf: 311 m
Bergab: 405m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

4. Tag Freitag, 25. Oktober 2019 Kalte Kuchl nach Gscheid

Um halb acht gibt es Frühstück. Draußen ist es etwas frisch, sodass wir mit langer Jacke losgehen, aber nur etwa 500 Meter. Dann wird uns von der ersten Steigung warm. Wenn der Sepp Forcher (österr. TV-Moderator) schon da war, gehört das gefeiert. Durch die Blätter zu waten ist so richtig lustig (solange sich darunter kein Stein oder keine Wurzel versteckt).
Bald kommen wir in das Gebiet der Wittgenstein’schen Forstverwaltung.
Hoch oben auf dem Grat zwischen zwei Gräben schlängelt sich ein wunderschöner Weg dahin. Da lässt sich’s leben. Der Landsitz der Wittgenstein in Hochreit wurde von Josef Hoffmann 1906 eingerichtet. Rasch führt ein steiler Weg hinunter ins nächste Hochtal.

St. Aegyd ist eine kleine Gemeinde, die einst durch Kleinmetallindustrie zu Wohlstand kam. Heute leben hier 1860 Menschen. Der Ort zieht sich lange durch das schmale Tal. Der Bahnhof ist zu einem Cafe/Restaurant umfunktioniert worden. Allein das Mehlspeisbuffett würde einen längeren Aufenthalt rechtfertigen. Nach einer kurzen Stärkung besuche ich die schlichte Pfarrkirche St. Aegyd, wo ich auch auf Jakobus und Petrus treffe. Hier geht alles seinen eigenen Gang. Gendarmerie gibt es in Österreich schon seit 2005 nicht mehr. Dafür feiert die Gemeinde ihre neuen Erdenbürger am Kirchplatz. Durch das Tal der Unrechttraisen führt der Weg schließlich auf das Gscheid, wo zahlreiche Tafeln an die Pilgerfahrten erinnern.
Noch einmal gehen wir einer Almwiese entlang bis in den „Ort“ Gscheid.
Im Alpengasthof Gscheid bei der Familie Gruber beziehen wir unser Quartier.
Tagesstrecke: 25,7 km
Bergauf: 737 m
Bergab: 521 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

3. Tag Donnerstag, 24. Oktober 2019 Enzianhütte /Kieneck nach Kalte Kuchl

Der Wind, der die Hütte in der Nacht zum Singen gebracht hat, ist abgeflaut. Vor dem Frühstück mache ich bereits die ersten Dämmerungsfotos. Hier, auf 1100m, gibt es jetzt keinen Nebel.

Wir brechen wieder um 7 Uhr 45 auf. Es ist angenehm warm. Heute geht es Gupf um Gupf durch die Landschaft. Jeder einzelne Mugel will bis zum Gipfel erklommen werden. Die Aussicht ist in jede Richtung nicht enden wollend.

Beim Untersberg – Schutzhaus kehren wir zum ersten Mal ein. Die Wirtin hören wir aus der Küche jodeln. Dort gibt es auch monatlich Jodelkurse.
Hier ist mit etwa 1200 m der höchste Punkt unserer gesamten Strecke erreicht.
Nun trennen wir uns vom Weitwanderweg 04 und steigen stetig in gerader Strecke ins Tal hinab. Zwischendurch kommen die Felsen sehr nahe an einander.

Im Tal angekommen gehen wir vorerst auf einer verkehrslosen Straße in Richtung Hauptstraße, auf der wir auch keinem einzigen Fahrzeug begegnen. In Rohr im Gebirge machen wir im Hotel/Restaurant Kaiser Franz Josef Mittagsrast. Wie das Haus zu seinem noblen Namen kommt, erschließt sich nicht einmal aus deren Website.
Der Weiterweg ist gut markiert und führt im wahrsten Sinn durch Wald und Flur.
Unserer guten Kondition ist es geschuldet, dass wir schon um 14 Uhr 30 am Ziel in der „Kalten Kuchl“ ankommen.
Hier beherrschen die Biker das Feld.


Mich zieht ein Mercedes 300 SL in seinen Bann.

Tagesstrecke: 20,1 km
Bergauf: 553 m
Bergab: 988 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

2. Tag Mittwoch, 23. Oktober 2019 Hafnerberg nach Kieneck/Enzianhütte

Beim Aufstehen herrscht draußen noch tiefe Finsternis. Erst um sieben Uhr, beim Frühstück, setzt sich die Dämmerung langsam gegen den Nebel durch. Bis wir aus dem Haus kommen, ist es zwar grau, aber durchaus trocken und warm.

Durch einen kleinen Seitengraben gewinnen wir rasch an Höhe und können über die Hügel schauen.

Unser erstes Ziel ist die Basilika von Klein Mariazell. Diese Filiale von St. Lambrecht und Mariazell wurde um 1120 von den Benediktinern gegründet und von Josef II. aufgelassen. Heute leben hier die „Brüder-Samariter der Flamme der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens“, die das Kloster mit neuem Leben erfüllen.

Die Basilika Minor ist mit prachtvollen Barockmalereien versehen, ohne die sonst übliche Goldüberladenheit.

Im Zentrum steht die Verehrung Marias.

Im Zugang zur Krypta stehen uralte Grabstelen, noch ohne Beschriftung.

Dieses schöne romanische Portal ist auf der Seitenfront zu finden.

Langsam setzt sich die Sonne gegen den Nebel durch und das Laub beginnt immer stärker zu leuchten.

Unsere nächste Station ist Kaumberg, ein kleiner Ort mit viel Geschichte.

Die Rinderzucht prägt hier die Landschaft.

Die Araburg mit ihren hohen Wehrmauern steht hoch über dem Tal und beherrscht die Landschaft.

Nach längeren Anstiegen führt der Weg immer wieder auf dem Hügelrücken dahin, bis er uns wieder in die nächste Senke bringt.

Ein paar herzhafte Anstiege und wir kommen zu unserem Tagesziel, der Enzianhütte auf dem Kieneck auf 1100 m.

Dort feiern gerade fleißige Mithelfer die Vollendung ihrer Kapelle und wir werden zu einem Umtrunk eingeladen.

Am Abend können wir den Sonnenuntergang hinter einer prachtvollen Bergkulisse genießen.

Tagesstrecke: 26,6 km
Bergauf:  1278 m
Bergab:  654 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

1. Tag Dienstag, 22. Oktober 2019 Perchtoldsdorf nach Hafnerberg

Zu nachtschlafener Zeit gehe ich zum Bahnhof um über Graz Hbf., Bruck und Wiener Neustadt nach Perchtoldsdorf zu kommen.

In Perchtoldsdorf habe ich hier am Marktplatz mit dem Wehrturm, der Pfarrkirche und der Burg im Frühjahr meine Wanderung beendet und starte hier wiederum.

Am Weitwanderstein, der auf die Europäischen Weitwanderwege und auf die österreichischen Wege 01, 04, und 06 aufmerksam macht, beginnen wir unseren Weg. Buchstäblich über Nacht hat sich Gert Kienast bereit erklärt, mit mir zu wandern. Es macht natürlich Spaß, mit einem so erfahrenen Wanderer unterwegs zu sein.

Der Weg durch den Park gibt uns einen Vorgeschmack auf die Farbenpracht, die uns erwartet.

Auch Humor soll nicht zu kurz kommen.

Die zwölf Meter hohe Josefswarte im Naturpark Föhrenberge bietet uns nicht viel Ausblick.

Im Herbst sind auch bei schönem Wetter die Blumen rar.

Der Abstecher zur Teufelsteinhütte ist eher ungewollt.

Die Wege sind recht angenehm begehbar und lassen ein gutes Tempo zu.

Die Burg Wildegg steht in einem Seitengraben und fällt erst im letzten Moment auf.

Über Sittendorf, das durch seine Motocross-Meisterschaften bekannt ist, kommen wir zur Allander Autobahn.

Dort finde ich die wunderschönen Galläpfel der Hundsrose und eine Distel.

Wir nähern uns Heiligenkreuz und bestaunen das Grabmal von Mary Vetsera, die am Friedhof von Heiligenkreuz bestattet wurde.

Über eine lange Allee kommen wir zum Kreuzweg des Stiftes Heiligenkreuz.

Das Stift Heiligenkreuz wurde von den Zisterziensern seit der Gründung durch Leopold den Heiligen 1133 ununterbrochen geführt.

Das romanische Langhaus strahlt im Inneren kühle Schlichtheit aus.

In der modernen Kreuzkapelle wird die Reliquie des Hl. Kreuzes, Namensgeber für den Ort, einfach, aber formvollendet präsentiert.

Wer weit pilgert, darf sich auch laben. Die Cremeschnitte aus dem Stiftskeller hat es in und auf sich.

An der modernen Sonnenuhr vorbei, die die Zeit nicht als Schatten, sondern als Lichtstrahl anzeigt, verlassen wir den weitläufigen Gebäudekomplex, der auch eine theologische Hochschule beherbergt.

Wieder wandern wir durch farbige Wälder, bis wir am ehemaligen kaiserlichen Jagdschloss von Mayerling vorbeikommen.

Durch die Hügel kommen wir schließlich an unser Tagesziel am Hafnerberg. Im Gasthof zum Grünen Baum in Nöstach beziehen wir unser Quartier.

Tagesstrecke: 27,2 km
Bergauf: 906 m
Bergab: 700 m
Route: Route auf alpenvereinaktiv.com

GO WEST – An das Ende der Welt von Feldkirch an den (fast) westlichsten Punkt Österreichs; 11. Oktober 2019

Extreme sind immer reizvoll. Nach dem östlichsten Punkt Österreichs wollte ich diesmal den westlichsten Punkt Österreichs erkunden. Feldkirch habe ich mir 2015 zu Fuß von zu Hause schon erwandert, da nütze ich die Möglichkeit, auch die letzten paar Kilometer anzuschließen. Diesmal habe ich Heidrun als Begleiterin mit.

Wir starten gleich hinter dem Ardezenbergtunnel an der Ill-Brücke, weil sich dort ein Parkplatz ohne Zeitlimit befindet. Die ersten zwei Kilometer geht es am Dammweg der Ill dahin, die mehr einem Schwemmkanal als einem Fluss gleicht.

Auch der Jakobsweg weiter nach Einsiedeln verläuft hier noch.

Nach Nofels weichen wir nach Westen in das Europaschutzgebiet Bangs-Matschels aus und gehen durchs Unterried nach Bangs.

Dann öffnet sich uns ein tolles Panorama, besonders nach Süden und Westen.
Wir verlasse nunmehr beim „Grenzhaus“ am Frickgraben die EU und kommen nach Liechtenstein.
Wem Republik Österreich zu wenig ist, wir können auch anders.

Was ist da schon ein Fürstentum….

Über schöne Wiesen und den Auwald kommen wir schließlich an den Rhein, der im Moment nicht sehr viel Wasser führt.


Noch einmal queren wir die Staatsgrenzen.

Hier ungefähr ist der westlichste Punkt Österreichs. Da mir nicht nach Baden ist, bleibt es bei einer Annäherung.

Entlang des Rheins geht es ein paar hundert Meter weiter bis zur Rheinbrücke zur Schweiz und von dort auf dem Radweg wieder Richtung Nofels.In Ermangelung einer gekennzeichneten Bushaltestelle gehen wir an der Rheinstraße L53 fast bis Nofels, bis sich ein netter Busfahrer unser erbarmt und uns außerhalb der Haltestelle einsteigen lässt. Dankeschön!
Nach mehr als zehn Kilometer Wandern und ein paar Busminuten sind wir wieder an der Ill-Brücke und am Ausgangspunkt unserer „Expedition ans Ende der Welt“!

Resumé über „VIA COLONIENSIS von Graz – Köln 1. Teil“ 336 km

Nach längerer Verschnaufpause komme ich dazu, über meinen ersten Abschnitt des Projektes „VIA COLONIENSIS von Graz – Köln“ zu reflektieren und meinen Weg zusammenzufassen.

Anreise und Rückfahrt:
Anreise habe ich ja keine gehabt. Die ersten drei Tagesetappen bin ich mit dem öffentlichen Verkehrsmittel angereist. Von der Teichalm gibt nur an Sonn- und Feiertagen einen Busdienst! Unterwegs gibt es immer wieder Ein- und Aussteigepunkte. Mariazell ist über Kapfenberg gut angebunden. In Oberösterreich ist man ab Steyr wieder nahe dem öffentlichen Verkehr. Nach Linz wird es etwas schwieriger, daher wählte ich auch die Schlögerner Schlinge als Ausstiegspunkt, weil sich dort der Bus nach Linz anbietet.

Der Weg:
Bei der Wegplanung sollte man sich in Erinnerung halten, dass auf diesem Anschnitt der Hauptkamm der Ostalpen überquert wird und man sich teilweise in alpinem Gebiet mit fast 2000 m und rasch wechselnden Wetterbedingungen befindet. Daher ist es ratsam, sich über Wetter- und Wegbedingungen rechtzeitig Informationen zu beschaffen. Auch im Frühling können hier erhebliche Schneemengen liegen.

Asphaltstraßen-, Wanderwege und Steige, auf diesem Abschnitt ist alles ziemlich gleichmäßig vertreten. Hat man den Ötscher einmal überquert, wird es immer gemütlicher und flacher.

Von Graz – Mariazell bin ich im Wesentlichen dem „Steirischen Mariazellerweg“ 06 gefolgt. Von Mitterdorf bis zur Brunnalm hat unsere Gruppe den Bustransfer in Anspruch genommen. Ich bin schon alternativ von Mitterdorf über die Hundskopfhütte, den Pretal-Sattel und die Fadenebene auf die Veitsch gweandert. Die andere Möglichkeit ist auf der Landesstraße L102 nach Dorf Veitsch und weiter auf die Brunnalm auf Asphalt und viel Verkehr zu hatschen.

Ab Mariazell folgte ich recht konsequent dem Oberösterreichischen Mariazellerweg (auch 06) bis Linz-Pöstlingberg, allerdings in Gegenrichtung.
Im Wesentlichen waren die Wege gut markiert. Ich sichere mich aber trotzdem gerne mit Offline GPS – Karten ab.

Ab Linz -Pöstlingberg bin ich eine Kombination von lokalen Wanderwegen, dem Martinsweg oder dem Donausteig gegangen, je nachdem, was meinen Zielvorstellungen am ehesten entgegengekommen ist.

Unterkunft und Verpflegung:
Im Anhang steht auch eine Unterkunftsliste. An den Mariazellerwegen kann man noch Pilgerherbergen finden, die zu günstigen Preisen Quartier bieten. Da diese Wege zeitweise sehr stark frequentiert sind, ist es ratsam, sich voranzumelden. Für Einzelwanderer findet sich immer ein Platz, bei Gruppen kann es schwieriger werden.
An den Zielorten wird man auch Möglichkeiten zum Essen finden. Unterwegs kann es auch längere Strecken ohne Infrastruktur geben.

Natur und Kultur:
Die Route führt im Wesentlichen abseits von großen Verkehrswegen und bietet viele Wege durch ruhige Naturgebiete. Besonders eindrucksvoll sind das Gebiet um die Hohe Veitsch und die Ötschergräben.
Aber auch viele kleine und große kulturelle Kostbarkeiten bieten sich an: Mariazell, Steyr, St. Florian oder Linz sind Highlights auf dem Weg.

Statistik:
An den 15 Gehtagen habe ich 336 km zurückgelegt. Dabei fielen etwa 9620 Bergauf- und 10180 Bergab- Höhenmeter an. Die Tagesstrecken lagen zwischen 11,8 und 34,7 km.

Tagesstrecken Graz – Schlögen (PDF) folgt
Quartierliste: Graz – Schlögen (PDF) folgt

15. Tag Montag, 09. September 2019 Untermühl an der Donau nach Schlögen

Ein Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes. Der Regen schaut dauerhaft aus, und so mache ich mich um 8:45 Uhr in voller Regenbekleidung auf den Weg.Ich wähle wegen des Regens vorerst die Landesstraße und bin froh über diese Wahl. Der Verkehr ist minimal.Der Donausteig ist durch Schlägerungsarbeiten teilweise sehr schwer passierbar, teilweise überhaupt gesperrt.So komme ich schneller als erwartet in Kirchberg ob der Donau an und hole mir im Gemeindeamt einen Stempel. Auch der Kirche statte ich einen Besuch ab. Dort riecht es nach frischem Kerzenwachs. Die Messe zu Schulbeginn ist gerade vorüber. Die Frau Lehrerin hat ihre Gitarre auch vergessen.
Der Donau Blick ist ein sehr kurzer.Auf dem Berg steht ein „Wikingerschiff“, das auf den Wikingersteig aufmerksam machen soll. Zwei nette Wanderinnen verewigen dieses Treffen.Der Regen hat zwar nachgelassen, aber der Wind weht heftig über den Bergrücken. Gleich führt der Donausteig wieder talwärts. Mir kommt ein Amerikaner aus Idaho entgegen, der sich freut, mit mir deutsch sprechen zu können.Ich sehe wieder die Donau.In Obermühl kehre ich kurz ein, die Wirtin ist nicht sehr fein, sondern eher grantig zu ihren Gästen. Aus Obermühl stammt auch der ehemalige Bundespräsident Dr. Kirchschläger.Von hier gibt es wieder eine Zeit lang einen Radweg, der mir das Weiterkommen erleichtert. Ein größeres Schiff kommt auch entgegen. Ich befinde mich genau am Stromkilometer 2180.Die nächsten drei Kilometer gehe ich auf dem Naturlehrweg Donauschlinge, der sich oft knapp am Ufer, dann wieder steil oben dahinschlängelt. An kritischen Stellen ist er gut gesichert. Noch nie habe ich so viele Feuersalamander gesehen wie hier auf dieser kurzen Strecke. Ich muss aufpassen, wohin ich steige, damit ich auf keinen trete. Hätte ich jedes der schönen Tiere fotografiert, wäre ich nie angekommen.Immer wieder habe ich schöne Ausblicke auf das Wasser.Die mächtigen Granitblöcke müssen umgangen, überklettert oder auch mit einer Treppe überwunden werden.Schließlich komme ich bei Au an eine Fähranlegestelle und ein düsterer Fährmann, Gott sei Dank nicht Charon, führt mich an der Schlögener Schlinge über den Strom.Im Restaurant des Hotels Donauschlinge lasse ich es mir gut gehen und genieße auch die Aussicht auf die Schiffe aus Passau.Mit dem Linienbus fahre ich zurück nach Linz und lerne einige Dörfer abseits der Hauptstrecke kennen.Von Linz geht es mit der Bahn zurück nach Graz.Damit ist der erste Abschnitt meines Weges abgeschlossen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Tagesstrecke: 18,0 km + 380 m Schifffahrt
Bergauf: 473 m
Bergab: 476 m