Archiv des Autors: Gerhard Pierer

St. Peter und St. Paul

Die im Blog angesprochene „visitatio ad limina apostolorum“ ist eng mit den Aposteln Petrus und Paulus verbunden. Deshalb habe ich mir die ersten zwei Stempel für meinen Pilgerpass nach Rom in den Pfarrkirchen Graz-St. Peter und Graz-St. Paul angeholt und das gleich mit einer

Die Ursprünge der Kirche liegen wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts, der heutige Bau geht aber – mit wenigen älteren Relikten – auf das 16. Jahrhundert zurück.

 

Das Hochaltarbild zeigt „St. Peter in der Buße“, eingerahmt vom Hl. Jakobus und vom Hl. Ignatius v. Loyola.

Petrus und Paulus auf Ikonen dürfen nicht fehlen.

 

Recht gegensätzlich ist die Pfarrkirche Graz – Liebenau St. Paul. Der moderne Bau mit eigenständigem Campanile stammt aus den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

 

Das schlichte innere steht im gegensatz zum Barock von St. Peter.

Auch hier finde ich eine Ikone mit den beiden Heiligen die mich auf dem Romweg begleiten sollen.

Mit den Stempeln der beiden Pfarrkirchen im Pilgerpass bin ich gut gerüstet für den Weg

An guatn Weg!

Vorfreude ist die schönste Freude

Etwas abgewandelt ist dieses Sprichwort für mich zutreffendend. In der letzten Woche habe ich mich intensiv mit meinem neuen Wanderprojekt auseinandergesetzt: dem WEG NACH ROM.

Für mich ist die Arbeit mit den Karten, das Tüfteln nach möglichen Routen mit geeigneten Quartieren, schon die erste Herausforderung und Freude am Weg. Die grobe Routenplanung über den Kârntner Mariazellerweg durch die Weststeiermark, das Wechseln auf den Südösterreichischen Jakobsweg, das Überqueren der Karawanken nach Slowenien auf dem Alpe-Adriatrail, die Fortsetzung durch das Kanaltal, das Suchen nach geeigneten Wegen durch den Veneto zwischen Alpen und Adria ist eine interessante Aufgabe. Da hat mir ein Meinungsaustausch mit Reinhold Waldhaus, dem Begründer des Weststeirischen Jakobswegs, viel geholfen ( http://www.romweg.at ). Ab Padua gibt es dann den Cammino die Sant’Antonio, der in Internet oder durch das Buch von Ferdinand Tremel, Der Pilgerweg nach Rom, gut dokumentiert ist.

Beim Suchen nach dem Weg bleibe ich bei vielen Internetlinks hängen und entdecke jetzt schon interessante Details.

Im Gegensatz zu den Jakobswegen in der Schweiz, Frankreich oder Spanien lässt der Weg kein Drauflosmarschieren zu, wenn man, wie ich, ohne Zelt unterwegs sein will. Zu weit können geeignete Unterkünfte von einander entfernt sein. Es gibt zwischen Tarvisio (Tarvis) im Kanaltal und Padova (Padua) (NOCH) keine fertigen Quartierlisten.
Meine Planung geht vorerst bis Bologna, das sind etwa 660 km.

An guatn Weg wünscht euch Gerhard!

Auf nach Rom

In den Letzten vier Jahren bin ich den Jakobsweg un der Haustür bis nach Santiago und  den Camino Portugues gepilgert. Nun habe ich eine neue Herausforderung gesucht und gefunden:
AUF NACH ROM

Ich möchte euch an der Planung und Vorbereitung für den Weg teilhaben lassen.

An guatn Weg wünscht euch Gerhard!

Seit heute ist es „amtlich“!

Heute hat mir die Post mein „Certificado de distancia“ für meine gesamten Camino zugestellt.
Ich habe eigentlich mit der letzten Etappe begonnen und mich dann von zu Hause aus auf SJPdP vorgearbeitet. Jetzt habe ich dieses für mich interessante Dokument über die Gesamtstrecke bekommen

Ein kurzer Überblick über meine Etappen:

Distance Country Date km days
Graz – Lavamuend Austria 29.09. – 04.10.2014 175 7
Lavamuend – Bruneck Austria-Italy 26.05. – 07.06.2015 340 13
Bruneck – Lauterach Italy – Austria 06.09. – 19.09-2015 350 14
Lauterach – Geneve Austria – Switzerland 18.05. – 05.06.2016 480 18
Geneve – Le Puy-en-Velay France 02.05. – 17.05.2017 370 14
Le Puy-en-Velay – Espalion France 17.05. – 24.05.2017 165 6
Espalion – Saint-Jean-Pied-de-Port France 05.09. – 28.09.2017 605 24
Saint-Jean-Pied-de-Port – Santiago France-Spain 06.05. – 06.06.2014 775 31
3260 127

ULTREIA!

 

Résumé: 600 km Via Podiensis von Espalion nach Saint-Jean-Pied-de-Port

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zu Hause und es ist die Zeit reif, ein bisschen auf die letzte Teilstrecke meines Jakobsweges zurück zu blicken.

Ich bin sehr froh, dass ich mein Hauptziel Saint-Jean-Pied-de-Port erreichen durfte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen auf dem Weg hoffte ich natürlich, keine bösen Überraschungen zu erleben. Und so blieb es bei meinem Infekt, der mich zwar zu einem Tag Pause Zwang, aber sonst keine Auswirkungen hatte.

Der Abschnitt ist sicher ein toller Wanderwege mit vielen Anteilen ohne Asphalt und oft weg von jeder Verkehrsbelastung.

Zwischenzeitlich war ich froh, dass es nicht geregnet hat, denn dann wäre manche Bergwertung sowohl bergauf als auch bergab etwas schwierig geworden.

Die kurzen Anstiege und Abstiege sind zeitweise sehr steil und anstrengend. Durch die langen Zwischenstücke über die Höhenrücken kam die Strecke mir weniger anstrengend vor als die Via Gebennensis oder der Abschnitt nach Le Puy-en-Velay.

Die Unterbringung in Pilgerherbergen hat sehr gut geklappt. Im Gegensatz zum Camino Frances sollte man doch regelmäßig am Vorabend oder in der Früh vorbestellen. Nur einmal bekam ich nicht die Herberge meiner ersten Wahl, sondern musste eine andere nehmen, die sicherlich nicht schlechter war. Wegen meiner nicht vorhandenen Französischkenntnisse ersuchte ich oft die Herbergsbetreiber mir das nächste Quartier zu buchen. Öfters würde es mir sogar angeboten.

Von den Quälgeistern des Caminos, den Bettwanzen blieb ich verschont. Die meisten Herbergen arbeiten gut präventiv gegen das Problem.

Das Essen in den Herbergen war meist einfach, oft vegetarisch, vielleicht auch aus Kostengründen. Im Gegensatz zu Spanien war der Wein zum Essen nicht immer im Preis inkludiert, was bei meinen Mengen kein Problem ist.

Die Leute unterwegs, egal ob Einheimische oder Pilger waren durchwegs freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Auch ohne Sprachkenntnisse kam ich gut zurecht.

Die An- und Abreise mit Bus und Bahn war völlig stressfrei. Die Preise am Bahnschalter lagen immer weit unter denen auf der SNCF-Website im Internet. Buchungen für den TGV waren auf meiner Strecke nicht notwendig. Er wäre auch nicht schneller gewesen als der TER.

Oft war ich von der Kleinheit der Orte überrascht. Wo ich zumindest eine Kleinstadt erwartet hätte, war dann nur ein größeres Dorf.

Das Verschwinden der Infrastruktur auf dem Land ist in Frankreich das gleiche Problem wie auch sonst überall. So muss man sich schon rechtzeitig mit Lebensmitteln eindecken, da es schon sein kann, dass man einen Tag nicht einkaufen kann.

Als Wanderer sollte man im Straßenverkehr in Frankreich besonders aufpassen. An Fußgängerübergängen ist es eher unüblich, dass Autofahrer anhalten. Dafür weichen sie auf der Straße großzügig aus.

Mein besonderer Dank gilt Heidrun, meiner Frau. Sie ist mir als „Bodenstation“ hilfreich zur Seite gestanden und hat meinen Blog von kreativen Autokorrektureinträgen befreit.

Ich habe meine Zeit auf der Via Podiensis genossen und bin schon neugierig, wohin es mich das nächste Mal verschlägt.

An guatn Weg! Bon courage! ¡Bon Camino! Bom Caminho !

ULTREIA!

Dienstag, 3. Oktober 2017 Rückreise Toulouse nach Graz

Heute heißt es früh aufstehen. Um 5.17 Uhr geht der erste Bus zum Flughafen Toulouse-Blagnac. Gepäck aufgeben und Boarding scheinen hier auf dem Flughafen an verschiedenen Orten stattzufinden. Jedenfalls ist es gut, dass ich die Wanderschuhe anhabe – bei den Strecken!

Das Flugzeug ist höchstens halbvoll. Ich habe eine ganze Reihe für mich allein.

Es ist noch stockfinster, als wir abheben. Dafür zeigt sich später das erste Tageslicht umso schöner.

Durch das GPS-System kann ich mitverfolgen, wo wir uns gerade befinden. Bodensicht gibt es leider keine.

Aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl, den Camino der letzten beiden Jahre verkehrt herum in einer Dreiviertelstunde zu erleben: Espalion, die Aubrac, Aumont-Aubrac, Le Puy-en-Velay, Chanaz, Genf, Lausanne, Freiburg, Thun. Dann dreht die Maschine nach Norden in Richtung Frankfurt, wo es vorerst feucht und kühl ist.

In Frankfurt dürfen wir gleich neben den großen Vögeln einparken.

Jetzt kann ich erst einmal auf meinen Anschlussflug nach Graz warten und hoffen, dass er wirklich vom vorangekündigten Gate abgeht und nicht von irgendwo. Zur Unterhaltung gibt es zweimal deutsche Presse.

Auf dem Flug von Frankfurt nach Graz werden wir ein paar Mal Opfer von Schlaglöchern.

Zuerst ist der Himmel noch blau, dann grau.

In Graz hat es dann geregnet. Aber was macht das, wenn man von seinem Schatz abgeholt wird.

Schön, wieder daheim zu sein!

Montag, 2. Oktober 2017 Ausflug nach Albi

Schon zwei Mal bin ich mit der Bahn an Albi vorbei gefahren. Heute habe ich die Möglichkeit genutzt und habe diesen geschichtsträchtigen Ort besucht. Am Bahnhof werden die Weichen noch händisch gestellt. Im neuen Kulturzentrum ist auch ein Theater untergebracht. Einer der großen Söhne der Stadt ist der Seefahrer und Entdecker Lapérouse aus dem 18. Jhdt. Die Cathédrale Sainte-Cécile ist von unglaublichen Ausmaßen. Sie ist der weltgrößte Kirchenbau aus Ziegeln. Außen ist sie schlicht und mächtig wie eine Burg, im Inneren bunt bemalt. Der Chor aus feinsten Steinmetzarbeiten erzählt eine durchgehende Geschichte vom Alten und Neuen Testament. Neben der Kathedrale steht der Bischofspalast, der Palais de la Berbie. Hier ist auch das Toulouse-Lautrec – Museum untergebracht. Der Maler ist in Albi geboren. Zahlreiche seiner Werke sind hier zu sehen. Öfters kann man die Entwicklung eines Themas über mehrere Arbeiten hinweg verfolgen. Schon seine Studien im Alter von elf und zwölf Jahren sind bemerkenswert. Das große Gebäude ist aufwendig restauriert; im Turm ist das Archiv untergebracht. Die Pont Vieux führt über den Tarn. Die Eindrücke von dieser Stadt sind gewaltig. Man könnte wahrscheinlich Tage dort verbringen. Ein anderes Kleinod ist die Église Saint- Salvi mit einem kleinen Kreuzgang. Es gibt sogar eine öffentliche Duschanlage, ein Tröpferlbad, in Albi. Den letzten Tag lasse ich gemütlich mit einem Spaziergang durch Toulouse ausklingen. Vielleicht komme ich das nächste Mal mit dem Zug an. Morgen geht es heim und es folgt wieder eine Rückschau auf den zweiten Teil der Via Podiensis.

Sonntag, 1. Oktober 2017 Toulouse

Nachdem meine Zimmergenossen sehr lange schlafen, mache ich mich leise auf die Socken und begebe mich in die Stadt. Mein erstes Ziel ist die Église Saint-Pierre de Chartreux, eine Kirche bei der Universität. Heute ist ein Jugendkirchentag. Bei allen Kirchen gibt es Infostände und eine Kirchenrallye. Entlang der Garonne stehen schöne, alte Häuser mit Flussblick. Dann gehe ich an Bord eines Flussschiffes, mit dem ich eine kleine Rundreise auf der Garonne unternehme. In der Nähe der Pont Saint-Pierre fahren wir in den Canal de Brienne ein. Durch eine Schleuse ist der Kanal von der Garonne getrennt. In einer großen Erweiterung, von der der Canal de Midi und der Canal Latéral á la Garonne abzweigen, geht es wieder zurück auf den Hauptfluss. Die Pont Neuf war lange Zeit die einzige Brücke über den Fluss und strategisch sehr wichtig. Nach der Fahrt gehe ich zum Hôtel Dieu Saint-Jaques, einer ehemaligen Pilgerunterkunft und Spital. Dort besuche ich eine Ausstellung zur Medizingeschichte. Im Hof liegt eine riesige Muschel. Der anschließende Stadtbummel führt mich durch kleine Gassen. Nicht alles ist immer sauber. Aber die Müllabfuhr arbeitet auch am Sonntag. Zum Abschluss bemerke ich, dass sich beide Wanderschuhe in Auflösung befinden. Gut, dass die Reise zu Ende geht. Mit einem guten Abendessen beschließe ich den schönen Tag.

Samstag, 30. September 2017 Toulouse

Gleich am Morgen mache ich mich auf den Weg zum Obst- und Gemüsemarkt.

Das Angebot an frischen Lebensmitteln ist wieder reichhaltig.

Besonders das Angebot an frischen Pilzen ist sehenswert. Die Preise liegen zwischen 9 und 23 Euro pro Kilogramm. Ein Kisterl bester Qualität kostet 25 Euro.

Dann gehe ich zum Marché Víctor Hugo, wo sich ein Delikatessenanbieter an den anderen reiht.

Leider hat der Wetterfrosch richtig gequakt. Nach dem ausgiebigen Marktbesuch kommt pünktlich um 11 Uhr der Regen. Ich besorge mir schon vorher vorsorglich einen billigen Schirm. Als ich aus dem Geschäft gehe, schüttet es aus allen Wolken.

Gut, dass es zu meinem nächsten Ziel nur ein paar Meter sind: das Musée des Augustins.

Das Museum ist eines der ältesten in Frankreich und wurde von den Revolutionsräten eingerichtet, um den Reichtum der Kirche zu dokumentieren.

Der Wasserspeier hätte heute genug zu tun.

Die Kapitele stammen aus dem Kloster Notre-Dame de la Daurade in Toulouse.

Die Gemäldesammlungen stammen aus dem 17. bis 19. Jhdt.

Im großen Treppenhaus entsteht gerade ein neues Kunstwerk aus Textilfäden.

Ich muss noch einmal zum Canal du Midi, dessen Fortsetzung ich im Westen überquert habe.

Die Regionalverwaltung der Provinz Haute Garonne

Wie in einer Kleinstadt am Lande: der Place Arnaud Bernard.

Morgen sollte das Wetter wieder besser werden.

Die Zimmerbesetzung ist heute international: zwei Franzosen, zwei Spanierinnen, eine Chilenin, ein Ukrainer, ein Brasilianer und ein Österreicher.

Freitag, 29. September 2017 Rückreise Saint-Jean-Pied-de-Port nach Toulouse

Zum Abschluss gibt es nochmals richtiges Caminofeeling. Alle acht Betten des Zimmers sind belegt.

In der Früh begleite ich Ramiza noch bis zur Porte Notre-Dame. Sie will bis Santiago oder Finistère weitergehen. Ich habe alle Zeit der Welt und wandere durch die Porte de Návarra Richtung Bahnhof.

Unterwegs komme ich an der Schule vorbei. Hinter dem alten steht ein modernes Gebäude.

Erinnerungen an meine erste Ankunft hier werden wach. Damals kam ich mit dem Bus, denn ein Erdrutsch hatte die Bahnstrecke verlegt.

Gerade rechtzeitig vor der Abfahrt geht die Sonne auf.

Mit einem modernen Triebwagen werden vor allem Touristen her- und wegtransportiert.

Vorerst ist der Himmel blau, je mehr wir uns Bayonne und dem Meer nähern, desto nebliger wird es.

Der Bahnhofsplatz ist noch verkehrsfähig, doch sonst ist alles eine einzige Baustelle.

Ich gehe bis zur Brücke über den d’Adour, der gerade durch die Flut gefüllt wird.

Mit einem Regionalexpress geht es über Pau und Lourdes weiter nach Toulouse.

An der Stelle haben wir vor ein paar Tagen die Eisenbahn gekreuzt.

Ich erhasche einen kurzen Blick auf die Basilique de l’Immaculée Conseption, die Hauptkirche von Lourdes.

Die Gipfel der Pyrenäen heben sich im Sonnenlicht vom Hintergrund ab.

Um 14.30 Uhr bin ich wieder in Toulouse.

Ich checke wieder in der Le Petit Auberge de Saint Sernin ein. Sie liegt für mich am günstigsten. Die Basilique Saint-Sernin ist gleichsam ein Wegweiser.

Bei einem Stadtbummel komme ich heute auch in das Capitole, das Rathaus der Stadt.

Im ersten Stock sind prächtig ausgestattete Räume zu besichtigen.

Da kann man auch heiraten!

Für ein Schaufenster reicht die Breite des Hauses.

Auch heute sin dein paar Besichtigungskilometer dazugekommen. Aber die zählen nicht mehr!

Wieder ist ein ereignisreicher Tag zu Ende.